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Vogelgrippe-Gefahr in Rheinland-Pfalz besteht noch

Abenteuerurlaub statt Stubenarrest

Klostergut Maria Laach reagiert auf die Aufstallungspflicht mit besonderen Ställen für seine Bio-Hühner

16.12.2016 - 09:32

Maria Laach. „Ich wollt ich wär‘ ein Huhn“ – dieses bekannte Lied der Comedian Harmonists fällt wohl so manchem Besucher der Landwirtschaft von Maria Laach ein, wenn er sieht, wie komfortabel die Hühner des Klosterguts zurzeit ihren „Zwangsurlaub“ verbringen.

Aufgrund des aktuellen Auftretens der Vogelgrippe in mehreren Bundesländern hatte das Umweltministerium bereits am 11. November die Kreisverwaltungen aufgefordert, die Anordnung einer sogenannten „Aufstallung“ von Geflügel in Risikogebieten zu prüfen. Gebiete mit einem erhöhten Infektionsrisiko für Hausgeflügel sind zum Beispiel Zugvogel-Rastgebiete oder Gebiete mit Wasservögel-Vorkommen.

Als „Aufstallung“ gilt das Halten in geschlossenen Ställen oder in sogenannten Wintervolieren, also in Ausläufen mit einer Abdeckung nach oben und seitlicher Sicherung gegen das Eindringen von Wildvögeln. Aktuell wurde in Rheinland-Pfalz noch kein Ausbruch der Vogelgrippe bei Wild- oder Hausgeflügel festgestellt. Angesichts der Häufung der Virusnachweise bei Wildvögeln sowie der Ausbrüche in Geflügelbetrieben in einigen Bundesländern, rät das Umweltministerium jedoch weiterhin zur Einhaltung von Sicherheitsmaßnahmen.

Als Nina und Michael Ullenbruch im Jahr 1999 den landwirtschaftlichen Betrieb des Klosters Maria Laach übernahmen, begannen sie zunächst mit der Haltung von Mutterkühen, später kamen Mastschweine hinzu. Über die Auflagen des staatlichen Bio-Siegels hinaus arbeiten sie mittlerweile nach den noch strengeren Kriterien des Bioland-Verbands.

Bei den Vertragsverhandlungen zum Pachtvertrag hatte Abt Anno Schoenen damals einen Herzenswunsch gegenüber dem Ehepaar Ullenbruch geäußert: Er wolle so gern wieder einen Hahn in Maria Laach krähen hören. Dieser Wunsch wurde ihm 2011 dadurch erfüllt, dass das erste Hühnermobil mit 225 Legehennen und vier Hähnen auf den Weiden am Laacher See platziert wurde. Wenn die Tiere mit 18 Wochen auf den Hof kommen, ziehen sie in einen der mittlerweile drei mobilen Ställe ein. Hier haben sie ausreichend Platz und einen wettergeschützten Scharr-Raum, und ihre Eier legen die Hennen in mit Dinkelspelz aufgepolsterte Gruppennester.


Geflügel hat Auslauf


Auf dem Dach der mobilen Hühnerställe befindet sich je eine Photovoltaikanlage, die an Sonnentagen einen beträchtlichen Teil des Stroms für den Stall produziert. Ab etwa 10 Uhr morgens öffnen sich die Auslaufklappen automatisch, und die Legehennen und Hähne können auf der Wiese frisches Gras fressen. So sind die Ställe mit modernster Technik ausgestattet, und der Auslauf bietet ausreichend Bewegungsfreiheit auf großen Wiesenflächen, um den Tieren ein hohes Maß an natürlichem Verhalten zu ermöglichen. „Bei uns können die Hühner nach Lust und Laune ruhen, rennen, plustern, picken und scharren. Sie haben freien Zugang zu frischem Wasser und Futter. Dies alles gibt den Hennen den Freiraum, nach ihren Bedürfnissen zu leben, und so fühlen sie sich wohl. In jedem Stall sorgen vier Hähne für ‚Recht und Ordnung‘“, schmunzelt Nina Ullenbruch im Gespräch mit „Blick aktuell“. Damit die Weideflächen geschont werden und nicht, wie bei anderen Haltungsformen, durch das Scharren der Tiere zerstört werden, wird der Mobilstall regelmäßig versetzt. So steht den Tieren immer frisches Grün zur Verfügung. Auch Krankheiten, wie sie in der konventionellen Hühnerhaltung oft anzutreffen sind, werden so vermieden. Medikamenteneinsatz ist überflüssig.


Netze schützen vor Wildvögeln


Aufgrund der „Aufstallungs“-Verordnung mussten auch die Hühner von Maria Laach „evakuiert“ werden. Dazu erklärt der Diplom-Agraringenieur Michael Ullenbruch: „Unsere ‚Jungs‘ von der Landwirtschaft haben gemeinsam mit meinem Vater einen großen Stall so ausgestattet, dass die Hühner sich rundum wohlfühlen können. Die Fenster sind zwar offen, allerdings wurden Vogelnetze gespannt, damit kein Vogel, keine Ente und auch sonst kein Geflügel zu unseren Hühnern kann und diese vor einer eventuellen Infizierung mit der Vogelgrippe geschützt sind. An Stelle von ‚Stubenarrest erleben die Hühner derzeit einen regelrechten Abenteuerurlaub. Insgesamt haben wir dafür drei Räumlichkeiten umfunktioniert. Zum einen unser Heulager, außerdem das alte Melkkarussell des Klosters, und außerdem hat das Kloster uns schnell und unbürokratisch eine Halle der ehemaligen Glockengießerei zur Verfügung gestellt. Den mobilen Stall der ältesten Hühner haben wir aus Platzmangel leer geschlachtet, obwohl dies erst für die Zeit nach Weihnachten geplant war.“ FRE

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Kommentare

1. Juden-Deportation vor 75 Jahren

Udo Klein:
Ich teile diese Meinung nicht. Ich persönlich ,Jahrgang 1954 , trage nicht eine direkte Verantwortung der Verbrechen der Nazi Gewaltherrschaft aber ich trage eine Verantwortung dafür, dass so etwas sich niemals wiederholt. Und es ist unsere Verantwortung immer wieder an diese Verbrechen zu erinnern und zu mahnen.
Counsel :
Es waren schlimme Zeiten. Aber: Die Allermeisten, und zumal die vielen Bürger mit Migrationshintergrund, angeblich 25 %, haben das Dritte Reich nicht erlebt. Es leben nur noch wenige Opfer, die als Kinder ins KZ kamen, und praktisch keine Täter mehr. Die Personen, die überhaupt noch eine Erinnerung haben können, über 80 Jahre alt. Und wenn Sie theoretisch an den Verbrechen beteiligt sein könnten, sind sie höchstens Jahrgang 1929 (bei Kriegsende 16Jahre alt) und heute 87 und älter. Da könnte man sich auch an die Verbrechen im 30jährigen Krieg "erinnern". Heutige Deutsche haben mit dem Holocaust so wenig zu tun wie mit der Ausrottung der Indianer oder den laut Altem Testament göttlich angeordneten Völkermorden an den Amalekitern, (Amoriter), Hethitern, Perissitern, Jebusitern und Hiwwitern. Heute wohnt der Tod vor allem im Nahen Osten.
 
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