Pfarrgemeinde St. Nikolaus feierte Gedenkgottesdienst

Auch Pfarrer Caroli starb vor 75 Jahren im KZ

Auch Pfarrer Caroli starb vor 75 Jahren im KZ

Pfarrer Caroli verstarb qualvoll im KZ Dachau. Foto: privat

25.08.2017 - 12:22

Kottenheim. Es war nur eine kleine Schar, die sich vergangenen Mittwoch gemeinsam mit Pastor Ralf Birkenheier und Kaplan Peter Zillgen in der Pfarrkirche zum Gedenkgottesdienst für ihren ehemaligen Pfarrer Wilhelm Caroli versammelte. „Bekenner in der Schreckenszeit, ... ihr hieltet Stand zur Zeit des Streits, weil ihr das Leid nicht scheutet“ war als passendes Eingangslied ausgewählt. Es beschreibt die Anerkennung des Märtyrer-Priesters, der zu den Führern Nein sagte, die Völker töten ließen.

„Der Pfaffenhass feierte ab 1940“ Triumphe“, schrieb nach dem Zweiten Weltkrieg ein Geistlicher aus der Pfalz, der das KZ Dachau überlebt hatte. Im Sommer 1942 starben täglich mehrere inhaftierte Priester. Einer von ihnen war neben Pfarrer Josel Bechtel und Kaplan Peter Schlicker aus Niedermendig auch Pfarrer Wilhelm Caroli, der ab 1939 in Kottenheim wohnte. Nach einer mutigen Predigt über die Euthanasie wurde er im Oktober 1941 wegen „Kanzelmissbrauch“ verhaftet und kam am 18. Februar 1942 ins KZ Dachau , wo er in der Nacht vom 22. auf den 23. August 1942 qualvoll verstorben ist.

Caroli war am 7. April 1895 in Saarlouis geboren worden und zog nach dem Tod seines Vaters 1912 mit seiner Mutter nach Kürrenberg, weil dort der ältere Bruder August die Pfarrei leitete. Aus diesem Grunde konnte Wilhelm das Gymnasium in Mayen besuchen und dort auch das Abitur ablegen. Im Ersten Weltkrieg wurde er als Sanitäter eingesetzt. Im Dom zu Speyer erhielt er nach weiterem Studium von Bischof Dr. Sebastian (1917 bis 1943) am 12. März 1921 die Priesterweihe. In mehreren Gemeinden versah er als Kaplan engagiert und ideenvoll seinen Dienst. Seine Tätigkeit in Vereinen, in Theatergruppen, in der DJK-Fußballabteilung, in der Arbeitlosenhilfe und in der Bildungsarbeit in Rheingönheim entfaltete trotz schwieriger Zeit lebendige Gemeinschaften. Vor allem aber seine unerschrockene Tätigkeit in der kirchlichen Pressearbeit wurde für die NSDAP Anlass, ab 1933 gegen Caroli sogar mit Schlägertrupps vorzugehen. Schließlich verurteilte das Gericht Frankenthal den Geistlichen am 16. Juni 1937 wegen fortgesetzten Vergehens gegen das Reichsflaggengesetz, gegen das Heimtückegesetz, wegen übler Nachrede, falscher Anschuldigung und Beleidigung zu acht Monaten Gefängnis.

In dem Urteil hieß es nach dem Martyrologium „Zeugen für Christus“, das im Auftrag der Deutschen Bischofskonferenz 2006 von Helmut Moll herausgegeben wurde und wichtigste Archivunterlage auch für diesen Artikel ist: „Bei der Bemessung der Strafhöhe wurde strafverschärfend berücksichtigt, dass der Angeklagte zu jenen Vertretern des politischen Katholizismus gehört, die sich immer und immer wieder den Anordnungen des nationalsozialistischen Staates entgegenstellen und den Kampf gegen den Staat auf politischem Gebiet mit verbissener Hartnäckigkeit führen.“ Nach der Verbüßung der achtmonatigen Strafe zog Caroli in die Diözese Trier, wo er in den Pfarrhäusern seiner beiden Brüder in Kell und Kürrenberg Unterkunft fand, bis zu seinem Umzug nach Kottenheim in Jahr 1939.

„Er hätte es nun hier gut haben können, so wie wir als heutiger Pfarrer und Kaplan,“ meinte Peter Zillgen als Zelebrant in seiner Einführung zum Gedenkgottesdienst, „aber er hatte Mut, um den wir ihn beneiden und heute auch noch nach 75 Jahren beten.“

Heinz Lempertz

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Kugelmann:
Demokratie lebt vom WANDEL! Macht zu lange ausgeübt, führt zu Selbstüberschätzung derer, die sie glauben zu haben. „Siegessicherheit macht nämlich leichtsinnig und TRÄGE!“ Von 49. 359 Wahlberechtigten wählten 37.653 (76,28%) den CDU-Kandidaten nicht! Das bedeutet, dass sich der neue OB in den kommenden Jahren auch wieder auf eine Mehrheit von Mitbürgern abstützen muss, die sich wenig für Kommunalpolitik interessiert sowie politisch anders orientiert ist. Das macht wie so oft deutlich, welchen Stellenwert das Amt und die Person für die Bürger Neuwieds mittlerweile (40,1 % Wahlbeteiligung) besitzen. Bei einer Wahlbeteiligung (Stichwahl) von nur noch 40,41 % wurden dann aus 11.706 Stimmen 59,56 % für ihn, was letztlich heißt, dass der zukünftige Oberbürgermeister sich auf eine ihn gewählte Minderheit/Wahlberechtigte abstützt, die in naher Zukunft auch wieder unter „Artenschutz“ gestellt wird. „Wer trägt denn nun die Verantwortung für dieses „Desinteresse? Zweifelsohne Politiker mit ihrem Auftreten und Verhalten selbst.“ Wenn die negativen Erfahrungen der Bürger beim direkten Kontakt mit Politikern und Staat überwiegen, formt sich ein Bild des Versagens, des Rückzugs und der Verärgerung. Dagegen muss die Politik vorgehen - durch das Handeln vor Ort. Insofern ist es richtig, Probleme zu benennen, die der Bürger wirklich hat. Noch besser ist es, diese auch lösen zu wollen – ohne Kompetenzgerangel. Deshalb muss es heute und zukünftig lauten „Mehr Staat wagen“. Nicht, um die Wirtschaft zu reglementieren oder die Bürger zu überwachen, sondern um dort besser zu funktionieren, wo es einen berechtigten Anspruch an den Staat gibt. Im Klartext: „Dort, wo der Bürger den Staat wirklich braucht. Das kostet Geld – für die Verwaltung, Lehrer, Polizisten, Schulgebäude, Krankenhäuser etc.. Aber es ist gut angelegtes Geld. Weil Vertrauen in den Staat auch Vertrauen in die Demokratie bedeutet. Und das sollte auf keinen Fall verloren gehen.“ „BEGEISTERN durch VORBILD!“ Dem neuen Oberbürgermeister sind viel Glück und Stehvermögen zu wünschen, auf das er nicht zu einem Getriebenen und Erfüllungsgehilfen einer siegestrunkenen CDU wird, die doch schon jahrelang mit den „Hufen“ gescharrt hatte.
juergen mueller:
Die OB-Wahl ist zu Gunsten von Herrn Langner gelaufen und schon ist man der Meinung, dass sich damit auch die Causa Hofmann-Göttig erledigt hat, die ja angeblich nur ins Leben gerufen wurde, um damit evtl. Einfluss auf den Ausgang der Wahl zu nehmen. Dieses immer wieder kommunal, landes- u. bundesweit auftretende Phänomen der politischen Selbstbereicherung ist wie ein Krebsgeschwür, gegen das man noch kein Mittel gefunden hat (oder nicht finden will). Das ist keine Krankheit, die von Zeit zu Zeit immer mal wieder ausbricht, sondern ein fester Bestandteil der Politik (auch der Wirtschaft) ... und sie hat einen Namen:"GIER". Die bereits angekündigte Rechtfertigung von Hofmann-Göttig sollte man zur Kenntnis nehmen u. mehr nicht. Sein Selbstloblüge für eine nie stattgefundene finanzielle Einbuße war charakterlos u. obendrein eine Verarschung der Wählerschaft. Verdienste für Koblenz hin oder her - sein Handeln (u. das von BECK) war Missbrauch, Manipulation u. Beliebigkeit.
juergen mueller:
Herr Langner lässt ein klares Wort zu der Causa Hofmann-Göttig vermissen u. verschanzt sich vielmehr hinter einer schwammigen Äusserung, die für ihn, da die Voraussetzung fehlt, ohnehin nicht von Belang ist. Zu der Frage, ob hinter dem Ganzen System steckt u. Probleme mit Geld gelöst werden, so muss dies mit JA beantwortet werden, ein System, das nicht nur in der Politik ein Zuhause hat. System steckt auch hinter der Tatsache, dass es kein Zufall ist, dass ausgerechnet jetzt unmittelbar vor der Stichwahl Tatsachen an`s Licht kommen, die bereits vor Jahren bekannt waren, aber zu diesem Zeitpunkt keine auswirkende Brisanz hatten. Wer hier seine schmutzigen Finger wirklich im Spiel haben könnte, lässt sich nur erahnen, zumal es hierzu ja bereits das passende Vorspiel gegeben hat. Trotz der Verdienste von Hofmann-Göttig u. der Parole fair zu bleiben muss es erlaubt sein, weiterhin politische Selbstbedienungsmentalität, Systemfehler, Vettern- u. Lügenwirtschaft an den Pranger zu stellen.
juergen mueller:
Die Versetzung in den einstweiligen Ruhestand ist in der BRD ein Rechtsakt/Verwaltungsakt, mit dem z.B. hochrangige politische Beamte ohne Angabe von Gründen aus dem aktiven Dienst entfernt werden können. Hofmann-Göttig ist sein Abgang mehr als vesüßt worden, dank einer Schlupfloch-Gesetzgebung, die sich die Politik selbst verpasst hat. 2013 hatte Hofmann-Göttig noch als bereits bis dahin personifizierter Ruhegehaltsabsahner die Unverschämtheit sich selbst eines nie stattgefundenen finanziellen Verzichtes selbst zu loben u. war sich dieser wissentlichen Lüge durchaus bewusst. Auch als OB, und damit weiterhin als potenzieller Absahner in nicht wenigen Aufsichtsräten vertreten, hat er seine ihm in die politische Wiege gelegten Nehmerqualitäten bewiesen, was nicht heißt, dass dies auch nach Ende seiner Amtszeit nicht mehr der Fall sein wird. Einem kann sich die Politik gewiss sein - eine/n Insolvenz/Konkurs wird es bei der Selbstbedienungskette POLITIK nicht geben.
juergen mueller:
Alles gut. Erwartungsgemäß hat Herr Langner das Rennen gemacht. Koblenz hatte noch nie einen so jungen Stadtchef und die Zeit wird zeigen, ob diejenigen, die ihn gewählt haben, mit ihrer Wahl zufrieden sein können. Herr Langner wird sich an seiner "David-Langner-GARANTIE" messen lassen müssen. Ob die Einlösung dieser Garantie in ihrer Gesamtheit in 8 Jahren Amtszeit zu schaffen ist, ist fraglich. Ein Punkt seiner Garantie dürfte bereits, darf man den Medien Glauben schenken, ein Auslaufmodell sein - den NAHVERKEHR (ÖPNV) attraktiver zu machen mit einem Fahrpreis von 2 EURO (anstatt wie bisher 2,95) - "Die Preise im NAHVERKEHR sollen bundesweit angehoben werden". Mobilität - weniger Staus - mehr Tempo 30 (JEDE einzelne Straße anschauen) - Radwegenetz - Umwelt (SCHÜTZEN? - Klimaschutzbeauftragter - WARUM?) - BEHÖRDEN stärken - WARUM? (siehe unseren aufgeblasenen Beamtenapparat) etc. Die Wertschätzung des Volkes hat Sie souverän gewählt - oder war sie mal wieder der Idiot vom Dienst?
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