Landeskriminalamt und Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz warnen vor „CEO-FRAUD“

„Chefmasche‘‘ hält weiter an

Schadenssumme in Rheinland-Pfalz im einstelligen Millionenbereich

„Chefmasche‘‘ hält weiter an

„Chefmasche‘‘ CEO-Fraud - wie sich Unternehmen schützen können. Foto: LKA

08.02.2018 - 10:29

Mainz. Bei der sogenannten ,,Chefmasche‘‘, dem CEO-Fraud, handelt es sich um ein Betrugsphänomen, bei der Firmen unter der Verwendung falscher Identitäten zur Überweisung von Geld manipuliert werden.


Fakten zur Betrugsmasche


Im Jahr 2016 lag die tatsächliche Gesamtschadenssumme in Rheinland-Pfalz im einstelligen Millionenbereich. Für das Jahr 2017 lässt sich feststellen, dass das Aufkommen des Phänomens zum Jahresende rückläufig war. Dennoch lag auch hier der tatsächliche Gesamtschaden im einstelligen Millionenbereich. Ein Grund für den Rückgang dürfte in den Aktivitäten der Ermittlungsbehörden im Rahmen ihrer Präventions- und Öffentlichkeitsarbeit liegen, aber auch im schnellen Anzeigeverhalten der Geschädigten. Warnmeldungen wurden durch das Landeskriminalamt (LKA) Rheinland-Pfalz und die Polizeipräsidien in den Jahren 2016 und 2017 mehrfach initiiert. So warnte das LKA im Juli 2017 gezielt Firmen in Rheinland-Pfalz. Festzustellen ist, dass Betrugsversuche in vielen Fällen frühzeitig erkannt und ein Schaden vermieden bzw. das Geld zurückgeholt werden konnte.


Wie gehen die Täter vor?


Nachdem die Täter jegliche Art von Informationen über ein Unternehmen und deren Mitarbeiter über Wirtschaftsberichte, Handelsregisterinformationen, Werbebroschüren und soziale Netzwerke gesammelt haben, geben sie sich in der Folge telefonisch oder per Mail als leitende Angestellte, Geschäftsführer oder Handelspartner aus. Mit dem Hinweis auf angebliche Firmenübernahme oder geänderte Kontoverbindungen fordern die Täter die Überweisung großer Geldbeträge auf Konten vorzugsweise in Asien und Osteuropa. Die Mitarbeiter der Unternehmen werden unter großen Zeitdruck gesetzt, sodass sogar erfahrene Buchhalter zu entsprechenden Geldtransfers veranlasst werden.


Kontakt per Mail


Neu sind scheinbar Versuche von ,,Trittbrettfahrern‘‘, die aus Afrika und Osteuropa stammen. Sie agieren vorwiegend mit kleineren Summen im vier- bis fünfstelligen Bereich. Diese Tätergruppen kontaktieren die Firmen lediglich über E-Mailverkehr. Die verwendeten Mail-Absender sind immer technisch verfälscht. Auch hier kam es schon zu Schadensfällen. Zu deren Zielgruppe gehören unter anderem auch kleine mittelständische Unternehmen, Institutionen und Vereine.


So können Sie sich schützen


Das LKA und die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz empfehlen folgende Maßnahmen zum Schutz Ihres Unternehmens:

  • Änderungen der Kontoverbindungen Ihrer Kunden oder Lieferanten sollten immer gegengeprüft werden - seien Sie misstrauisch!
  • Verifizieren Sie bei verdächtigen E-Mails (z.B. atypische und ungewöhnliche Zahlungsaufforderung) die vorliegende Information über andere Kommunikationskanäle (z.B. bereits verifizierte Telefonnummern) beim Auftraggeber.
  • Legen Sie klare interne Ablaufprozesse, Zuständigkeitsregelungen und Kontrollmechanismen in Bezug auf finanzielle Transaktionen fest.
  • Halten Sie Ihre Betriebssysteme und Ihre Software immer auf dem neusten Stand.
  • Nutzen Sie Verschlüsselungsmechanismen und signieren Sie die E-Mails digital.
  • Schränken Sie Zugriffsberechtigungen auf das Nötigste ein.
  • Erstellen Sie IT-Sicherheitskonzepte, Sicherheitsrichtlinien und Notfallpläne.
  • Sensibilisieren Sie alle Mitarbeiter hinsichtlich der Betrugsmasche.
  • Seien Sie bei Eingang von E-Mails von unbekannten Absendern mit Anhängen oder Links besonders achtsam - es könnte sich um einen Schadcode handeln.
  • Überprüfen Sie alle E-Mails auf die richtige Absenderadresse sowie die korrekte Schreibweise der E-Mail Domain.
  • Schulen Sie Ihre Mitarbeiter/-innen zum Thema Medienkompetenz.
  • Wenden Sie sich bei Auffälligkeiten an Ihre örtliche Polizeidienststelle.

Nähere Informationen zur Betrugsmasche gibt es unter www.polizei-beratung.de oder dem Link: www.polizei-beratung.de/themen-und-tipps/gefahren-im-internet/ceo-fraud/

Pressemitteilung Landeskriminalamt Rheinland-Pfalz

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Kommentare
Christoph Wagner:
Gute Sache!
Andreas Nöthen:
Die ewig gestrigen dürfen nicht gewinnen. Die Aussage eines Dr. Fleischer der Marktplatz sei belebt genug ist dumm und hat mit städtischer Entwicklung nun gar nichts zu tun. Diese im Fernsehen von Fleischer geäußerte Meinung ist kontraproduktiv. Der Marktplatz kann nach meiner Meinung nicht belebt genug sein. Dies zum Wohle aller Bürger und so ist der "Fleischer Beitrag" mehr als nur zu vernachlässigen. Genau die Leute, die in anderen Städten die Ratsstuben bewundern wollen sie in Mayen nicht und lehnen Investoren ab um die sich jede andere Gemeinde wohl ein Bein ausreißen würde. Wer soll denn dies verstehen.
juergen mueller:
Ich finde es gut, dass es so etwas wie die AG-60-Plus gibt und damit ältere Menschen (wie auch meine Wenigkeit), die ihr politisches Interesse offen aufzeigen, auch wenn man einen Tagesordnungspunkt wie GroKo (mit berechtigten Bauchschmerzen) nur "abhaken" kann. Bauchschmerzen sind angesagt, wenn man sich den Koalitionsvertrag mit seinen über 170 Seiten einmal reingezogen hat, in dem das Wörtchen "SOLLEN" gleich hundertfach vorkommt, denn ... SOLLEN ... heisst NICHT WOLLEN, sondern nur, dass man beabsichtigt oder in Erwägung zieht, dass es so umgesetzt wird wie es "gesollt" wurde. Was letzten Endes für UNS dabei positiv herauskommt, dürfte nicht so wichtig gewesen sein, sondern nur, dass es zu einer Regierungsbildung und natürlich zu einer Verteilung lukrativer, politischer Posten gekommen ist. Letzten Endes ging es nur um ein Kämpfen gegen Verlust von Amt u. Mandat, von Posten, Diäten, Bezüge, von Macht, Anerkennung u. (vermeintlichem) Ansehen. Alles andere ist blauäugiges Denken.
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