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Lokale Agenda 21 in Stadt & Kreis Neuwied

Durch Begegnung Feindbilder überwinden

Vortrag von Prof. Josef Freise in den Räumen der VHS war gut besucht

Durch Begegnung
Feindbilder überwinden

„Wie können wir Feindbilder und Fanatismus überwinden?“ Antworten auf diese Frage gab Professor Josef Freise (links) bei seinem Vortrag und der anschließenden Diskussion, moderiert von Wolfgang Rahn (rechts) von der Lokalen Agenda 21. Foto: privat

25.09.2016 - 10:15

Neuwied. „Wie überwinden wir Feindbilder und Fanatismus?“ Dies war die Fragestellung eines Vortrages von Prof. Josef Freise am Donnerstagabend in den Räumen der VHS. Über 70 Menschen, darunter Angehörige unterschiedlichen Glaubens, kamen zu der Veranstaltung, die von der Lokalen Agenda im Rahmen der Interkulturellen Woche organisiert wurde. Für Josef Freise steht fest: Feindbilder hat es schon immer gegeben, doch im Laufe der Zeit ändern sie sich. In einer Gesellschaft dienen sie dazu, Identität und Zusammengehörigkeit zu erzeugen, doch gleichzeitig seien sie gefährlich, da sie pauschalisieren, Vorurteile erzeugen und Menschen diskriminieren. So erinnert sich Josef Freise noch an seine Kindheit im damals erzkatholischen Münsterland.

„Bei uns damals waren die Protestanten das Feindbild. In einigen Schulen waren Katholiken und Protestanten strikt getrennt, es gab unterschiedliche Klassen und ein gemeinsames Spielen auf dem Pausenhof war undenkbar.“ Politisch war das Feindbild im kalten Krieg der Kommunismus. Mit dem Fall der Berliner Mauer und dem Niedergang des Warschauer Pakts ging dieses Feindbild verloren. Insbesondere nach den Anschlägen vom 11. September 2001 sei der Islam zum neuen Feindbild geworden. Der immer stärkere Antiislamismus führe zu Ausgrenzung und Diskriminierung. Religionskritik an bestimmten Formen des Islams, so Josef Freise, sei wichtig, aber eine Religionskritik sei nur zielführend, wenn sie differenziert klare Kritikpunkte benenne.

Josef Freise thematisierte auch das Feindbild des dschihadistischen Salafismus bei jungen extremistischen Muslimen. Damit junge Muslime, die sich oft diskriminiert fühlten, nicht in den Extremismus abdriften, brauche es gute Jugendarbeit und Begegnung. „Die gegenseitige Begegnung ist der Schlüssel zum friedlichen Zusammenleben“, betont Josef Freise. In der von Wolfgang Rahn moderierten lebhaften Diskussion fragte ein kurdischer Jeside die anwesenden Muslime, wie sie gemeinsam gegen die Gräueltaten, die im Namen des eigentlich friedlichen Islam begangen werden, aktiv werden können.

Eine junge Ahmadiyya-Muslimin betonte, dass sie als muslimische, Kopftuch tragende Frau gerne in den Dialog mit Menschen unterschiedlicher Religion trete. Vertreter der Fatih-Moschee im Rheintalweg, der DITIB-Moschee in der Langendorfer Straße und der Ahmadiyya-Moschee in der Matthias-Erzberger-Straße luden zum Tag der Offenen Moschee am 3. Oktober ein. Dies sei eine Chance für ein Kennlernen und einen Dialog zwischen den Religionen.

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Kommentare

1. Juden-Deportation vor 75 Jahren

Udo Klein:
Ich teile diese Meinung nicht. Ich persönlich ,Jahrgang 1954 , trage nicht eine direkte Verantwortung der Verbrechen der Nazi Gewaltherrschaft aber ich trage eine Verantwortung dafür, dass so etwas sich niemals wiederholt. Und es ist unsere Verantwortung immer wieder an diese Verbrechen zu erinnern und zu mahnen.
Counsel :
Es waren schlimme Zeiten. Aber: Die Allermeisten, und zumal die vielen Bürger mit Migrationshintergrund, angeblich 25 %, haben das Dritte Reich nicht erlebt. Es leben nur noch wenige Opfer, die als Kinder ins KZ kamen, und praktisch keine Täter mehr. Die Personen, die überhaupt noch eine Erinnerung haben können, über 80 Jahre alt. Und wenn Sie theoretisch an den Verbrechen beteiligt sein könnten, sind sie höchstens Jahrgang 1929 (bei Kriegsende 16Jahre alt) und heute 87 und älter. Da könnte man sich auch an die Verbrechen im 30jährigen Krieg "erinnern". Heutige Deutsche haben mit dem Holocaust so wenig zu tun wie mit der Ausrottung der Indianer oder den laut Altem Testament göttlich angeordneten Völkermorden an den Amalekitern, (Amoriter), Hethitern, Perissitern, Jebusitern und Hiwwitern. Heute wohnt der Tod vor allem im Nahen Osten.
 
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