„Kekse gegen soziale Kälte“ der Linken in Koblenz

Erfolgreiche Aktion wird verlängert

Erfolgreiche Aktion wird verlängert

Die Idee, leckere Weihnachtsplätzchen für alle Unterstützer der Kampagne zu backen, kam an.Foto: privat

05.12.2017 - 13:38

Koblenz. Bargeld im Wert von 300 Euro und 16 große Kleidersäcke mit warmer Bekleidung für Mittel- und Obdachlose: Das ist das Ergebnis der Spendenaktion „Kekse gegen soziale Kälte“ der Linken in Koblenz. Zwei Wochen sammelten die jungen Aktivisten an drei verschiedenen Orten. Die Idee, leckere Weihnachtsplätzchen für alle Unterstützer dieser Kampagne zu backen, kam an. Großmutters köstliche Backrezepte wurden gelobt. „Wir werden die Spendenaktion noch bis Jahresende verlängern“, sagt Christian Zillgen. „Es ist furchtbar, wie sich die Menschen ohne Wohnung in dieser Kälte fühlen. Sie brauchen weiterhin unsere Hilfe.“ Am vergangenen Samstag wartete er mit seinen Freunden am Koblenzer Bahnhof und traf eine Reihe Bedürftiger.

So auch eine etwa Mitte 30 Jahre junge Frau. Die obdachlose Frau nutzte das kostenfreie Angebot und nahm dankbar einige der gespendeten Hygieneartikel. Mehr wolle sie nicht, „außer den kuscheligen Schal noch. Andere sollen schließlich auch etwas abbekommen.“ Eine dicke Strumpfhose wäre noch wichtig, aber sie findet keine in den bunt bedruckten Tüten. „Ich bin dankbar, aber unangenehm ist es mir doch, es anzunehmen“, flüstert sie mit sanftem Ton. Weshalb sie auf der Straße lebt, möchte sie Christian nicht erzählen.

Ein anderer Mann fragt Christian am Stand, ob er ihm eine Wohnung besorgen könne. Der verneint, hilft aber mit nützlichen Tipps, an wen er sich wenden könnte. Zwei weitere Männer möchten in keinem Fall in ein Obdachlosenheim. Sie sind auf der Durchreise und nur ein Weilchen in Koblenz. Für den heraneilenden Winter werden sie mit dicken Jacken, einem Kulturbeutel mit einem Handtuch, Zahnpasta, dicken Socken, einer Decke und der Mütze ausgestattet, die aus der gelben Tüte hervorblitzt.

Die Luft in Koblenz ist an diesem Samstag sehr kühl. Das weiß der ältere Herr genau, den Christian schon vom Bahnhof kennt. Auch er ist obdachlos. Er nimmt sich einen Schal und eine Mütze und möchte dafür gern den Stand der Linken „optimieren“, ruft er, „damit ihr euch nicht den Allerwertesten“ abfriert. „Das hat mich wirklich verblüfft“, stutzt Tobias, „er weiß sehr gut, wie es sich anfühlt, wenn jemand friert.“ Annette hat am Abend einen Anflug von Schnupfen. „Ich bin traurig über den Zustand, und doch sehr glücklich“, spricht sie in ihr Taschentuch. „Wir konnten helfen.“

Den Rest der Bekleidung werden sie der Caritas am nächsten Tag vorbeibringen. Das Geld wird dem Obdachlosen-Restaurant „Mampf“ weitergereicht, Mitte der Woche wird wieder neu gebacken. Die Spendenaktionen „Kekse gegen soziale Kälte“ wird bis zum Jahresende jeweils samstags am 9., 16., 23. und 30. Dezember (jeweils von 10 bis 16 Uhr) verlängert, da es noch viel mehr Bedürftige in Koblenz gibt. Sie werden wieder vor dem Bahnhof Koblenz stehen. Wer die Linken am Stand und mit Spenden unterstützen möchte, ist willkommen. Die Linke hilft mit ihrer Kampagne der regionalen Bahnhofsmission und dem Obdachlosen-Restaurant „Mampf“ in Koblenz beim Sammeln von Kleider-, Geld- und Sachspenden für Mittel- und Obdachlose. Jeder, der spendet, darf sich ein Tütchen leckerer, selbst gebackener Weihnachtsplätzchen mit nach Hause nehmen. Hygieneartikel werden weiterhin dringend benötigt.

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Kommentare
06.12.2017 11:46 Uhr
Jahn schrieb:

Tolle Aktion der Linken! Hochachtung!! Es ist traurig, dass es diesem Staat einfach nicht gelingen will, Armut überhaupt abzuschaffen!! Ein Staat, der zu den wohlhabendsten Europas gehört. 900 Milliarden Euro geben die NATO-Staaten aktuell aus. Geld, was in anderen Bereich, Bildung, Forschung, Familiepolitik, in der Pflege, bei Renten oder in Krankenhäusern fehlt. Friedliche Lösungen und Humanismus müssen wieder zum Grundverständnis allen Wirkens gehören. Krieg ist die Widerlegung aller Werte. Die Linke ist eine Friedenspartei - im Moment die Einzige.



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Kommentare
Christoph Wagner:
Gute Sache!
Andreas Nöthen:
Die ewig gestrigen dürfen nicht gewinnen. Die Aussage eines Dr. Fleischer der Marktplatz sei belebt genug ist dumm und hat mit städtischer Entwicklung nun gar nichts zu tun. Diese im Fernsehen von Fleischer geäußerte Meinung ist kontraproduktiv. Der Marktplatz kann nach meiner Meinung nicht belebt genug sein. Dies zum Wohle aller Bürger und so ist der "Fleischer Beitrag" mehr als nur zu vernachlässigen. Genau die Leute, die in anderen Städten die Ratsstuben bewundern wollen sie in Mayen nicht und lehnen Investoren ab um die sich jede andere Gemeinde wohl ein Bein ausreißen würde. Wer soll denn dies verstehen.
juergen mueller:
Ich finde es gut, dass es so etwas wie die AG-60-Plus gibt und damit ältere Menschen (wie auch meine Wenigkeit), die ihr politisches Interesse offen aufzeigen, auch wenn man einen Tagesordnungspunkt wie GroKo (mit berechtigten Bauchschmerzen) nur "abhaken" kann. Bauchschmerzen sind angesagt, wenn man sich den Koalitionsvertrag mit seinen über 170 Seiten einmal reingezogen hat, in dem das Wörtchen "SOLLEN" gleich hundertfach vorkommt, denn ... SOLLEN ... heisst NICHT WOLLEN, sondern nur, dass man beabsichtigt oder in Erwägung zieht, dass es so umgesetzt wird wie es "gesollt" wurde. Was letzten Endes für UNS dabei positiv herauskommt, dürfte nicht so wichtig gewesen sein, sondern nur, dass es zu einer Regierungsbildung und natürlich zu einer Verteilung lukrativer, politischer Posten gekommen ist. Letzten Endes ging es nur um ein Kämpfen gegen Verlust von Amt u. Mandat, von Posten, Diäten, Bezüge, von Macht, Anerkennung u. (vermeintlichem) Ansehen. Alles andere ist blauäugiges Denken.
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