Dernauer Kunstausstellung 2016

Gesichter der Ahrlandschaft in der Kunst

Zahlreiche begeisterte Besucher fanden den Weg an die Ahr

20.09.2016 - 09:45

Dernau. Mit dieser Resonanz und einem solchen Ansturm von Kunstinteressierten hatten die Aussteller Bernd Schreiner und Matthias Bertram wohl kaum gerechnet. Offensichtlich hatten Sie mit ihrem Thema „Gesichter einer Landschaft“ und der Umsetzung dieses Themas in stimmungsvollen und hochwertigen Fotografien und in Radierungen, Linolschnitten, Zeichnungen und Gemälden das Interesse vieler Besucher, nicht nur aus dem Ahrkreis geweckt. Ausstellungsbesucher aus Norddeutschland, dem Münsterland und sogar aus London fanden sich ein, als die beiden Aussteller die Besucher zur Vernissage begrüßten.


Nachfahren aus England zu Besuch


Matthias Bertram begrüßte unter den Gästen in den fast überfüllten Ausstellungsräumlichkeiten der Akademie Altenahr in Dernau ganz besonders die aus England angereisten Mitglieder der Familie Schweitzer/Swindon. Deren Vorfahren und Verwandte hatten bis zum Zweiten Weltkrieg in unmittelbarer Nähe, Tür an Tür, zu den heutigen Räumlichkeiten der Akademie gelebt, waren aktiv in der Feuerwehr und lebten das normale Dorfleben wie ihre Nachbarn auch. Dieses Zusammenleben wurde unter den Nationalsoziallisten zunächst erschwert, dann zunehmend behindert und zuletzt mit Mord und Totschlag beendet. Desto größer war die Freude der Dernauer, einige der überlebenden Nachkommen in dieser Ausstellung begrüßen zu können. Die Aussteller übergaben als Erinnerung an den ersten Besuch der Nachkommen der Familie Schweitzer im Ahrtal Radierungen ihrer ermordeten Großeltern Karl und Rosa Schweitzer.


Historische Situationen in der Region künstlerisch festhalten


Matthias Bertram kam es mit seinen Radierungen, Drucken, kolorierten Zeichnungen und Gemälden vielfach darauf an, bestimmte historische Situationen in der Region zu dokumentieren und mit den Mitteln der Kunst festzuhalten. So sahen die Besucher kolorierte Tuschezeichnungen des historischen Ortskerns von Dernau, den Kern des alten Walporzheims mit der alten Pfahljochbrücke und die Niederhut in Ahrweiler wie sie sich 1909 darstellte. Ein großformatiger Linolschnitt, hergestellt mit zwei Druckplatten und 14 Andrucke zeigte die Landschaft zwischen Dernau und Holzweiler zur Zeit der blühenden Rapsfelder. Farbige Mehrplatten-Radierungen gingen auf Brückenbauwerke ein, die zwischen Dernau/Rech und Rech/Mayschoß die Ahr überqueren. Reduktionslinolschnitte und farbige Mehrplattenlinolschnitte zeigten Landschaftsmotive an der Bunten Kuh und aus Altenahr. Bernd Schreiner erläuterte den begeisterten Besuchern den Entstehungsgang seiner stimmungsvollen Fotografien. Auch technische Details wie Auswahl des Motivs, Art der Fotoausrüstung, Bedeutung des Druckpapiers wurde kurz skizziert und in vertiefenden Einzelgesprächen erläutert. Gerade die Schwarz-weiß-Fotos mit den im Ahrtal wie Watte liegenden morgendlichen Nebelschwaden begeisterten die Besucher. Entsprechend groß war die Neugier von vielen Hobbyfotografen von Bernd Schreiner ein paar Geheimnisse seiner fotografischen Herangehensweise zu erfahren. Elke Surges als Vertreterin der Gemeinde Dernau wies auf die Bedeutung der Akademie Altenahr als Bereicherung für das Weinkulturdorf Dernau hin. Erfreut war sie ebenso, dass erstmals zwei Dernauer in der Akademie ausstellten. Sie dankte beiden Ausstellern für ihr künstlerisches Engagement, insbesondere Matthias Bertram für seine umfangreiche Aufarbeitung der jüdischen Geschichte von Dernau in dem Buch „… in einem anderen Lande“.


Weitere Ausstellungen für 2017 in Planung


Die Aussteller bedankten sich im besonderen Maße bei Marcella di Blasi, der guten Seele der Akademie Altenahr, die Beiden mit Rat und Tat in der Vorbereitung, als auch während der Ausstellung zur Seite stand. Die große Resonanz auf die Dernauer Kunstausstellung 2016 war der überzeugende Beweis für diese Idee und ein Dank an die Aussteller. Von einigen Besuchern wurde sehr bedauert, dass eine solche Kunstausstellung mit einer solchen Vielfalt an Kunstobjekten der unterschiedlichsten Art nur für einen Zeitraum von zwei Tagen zu besuchen war. Matthias Bertram und Bernd Schreiner sahen durchaus die Möglichkeit, eine solche Ausstellung in Absprache mit den Organisatoren der Akademie Altenahr auch über einen etwas längeren Zeitraum in 2017 zu organisieren. Auch die Vorsitzende des Kulturvereins Mittelahr, Frau Angelika Furth, zeigte Interesse, mit den beiden Ausstellern in 2017 eine Ausstellung im Rathaus Altenahr ins Auge zu fassen.

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Kommentare
Gudrun Freier:
Schön, dieser Bericht von dem großen Ereignis
Michael Daum:
Es ist wirklich unfassbar! Jetzt wo das bestellte Gutachten nicht das erhoffte Ergebnis zeigt, ist es plötzlich nicht aussagekräftig bzw. war nicht umfangreich genug. Da man sich ja offenbar so in die alternativlose Einschätzung verrannt hat, dass Bad Breisig ohne Therme nicht vorstellbar ist, fragt man sich doch, warum man dann Geld (ich meine mal etwas von 30.000€ gelesen zu haben) für ein Gutachten verschwendet. Offenbar sind nur Gutachten, die die eigene Weltsicht unterstützen, ordentliche Gutachten. Und wenn die Ergebnisse erst dann vorliegen, nachdem die Weichen für eine Sanierung schon gestellt sind, spricht das auch für sich. Eine merkwürdige Einstellung und sicherlich eine gute Erklärung für die vielen Probleme der Stadt. Wenn man auf die hohe Lebensqualität in der Stadt abstellt, so sollte man vielleicht auch mal darlegen, wie man diese auf lange Sicht zu finanzieren gedenkt. Leider ist die Enteignung der Bürger über immer höhere Steuern und Abgaben ja zu einfach.
Uwe Klasen:
Sehr geehrter Herr Müller, vielen Dank dass Sie mit jeder Zeile ihrer Kommentare meinen Eindruck, den ich von ihnen gewonnen habe, bestätigen! Zum Leidwesen der meisten anderen Menschen scheinen Sie sehr Intolerant zu sein und Andersdenkende lieber zu diffamieren anstatt sich mit diesen Menschen auseinanderzusetzen bzw. auch deren Meinung gelten zu lassen!
juergen mueller:
Ich müsste mich eigentlich glücklich schätzen erfahren zu dürfen, dass es Menschen wie Sie gibt, die nie interpretieren, dafür aber aus dem Belehren nicht mehr herauskommen, was wie eine Zwangsjacke sein muss, deren Leben wohl nur aus Sachlichkeit und Objektivität besteht, Menschen, die andere, die nicht Ihre Meinung vertreten, in eine Schublade stecken und ihnen geistige Grundlagen unterstellen, die unsere Demokratie gefährden. Mein lieber Herr Klasen, nehmen Sie es mir nicht übel, aber ich habe mein Leben lang mit Klugscheissern wie Ihnen zu tun gehabt und dies auch noch heil und geistig frisch überstanden u. mir meine persönliche, demokratisch verordnete Gedankenwelt erhalten. Und was mein Recht ist oder nicht, das können Sie selbst in Erfahrung bringen, wenn Sie sich einmal mit dem Wort Demokratie auseinandersetzen. Hierzu interpretiere ich z.B. WIKIPEDIA.
Uwe Klasen:
Her Mueller, Sie interpretieren anstatt sachlich und objektiv zu beurteilen! Es ist ihr gutes Recht ihre Ansichten bzgl. anderen Parteien kund zu tun, aber damit einhergehend ist es NICHT ihr Recht, Andersdenkenden etwas Vorzuwerfen was nicht ihrer persönlichen Gedankenwelt entspricht und dafür noch geistige Konstrukte zu bemühen die in dieser Art und Weise nicht existieren! Von welcher Partei werden die Autos der Mitglieder verbrannt oder die Hauswände ihrer Wohnhäuser (bestenfalls) mit Farbe beschmiert, welcher Partei werden regelmäßig die Büros zerstört? Das solche, undemokratischen (!), Handlungen, die auch auf solch geistigen Grundlagen wie z.B. ihren Kommentaren beruhen, wird die Demokratie MEHR gefährdet als durch die "AfD" oder "Die Linke"! Übrigens, eine direkte Demokratie, wie z.B. die, seit Jahrhunderten, funktionierende und sich daraus immer weiter entwickelnde Schweiz ist, entgegen ihren Ansichten, eine durchaus gute funktionierende Demokratie!
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