Bochumer Nachwuchstalente präsentierten „Perikles - Wenn Tyrannen küssen“

Shakespeare-Drama in Waldorf

27.06.2017 - 13:17

Waldorf. Längst sind die Inszenierungen von Theater Total in Waldorf ein Geheimtipp geworden. Wer einem der drei Auftritte des Bochumer Ensembles in der vergangenen Woche in der Vinxtbachhalle beiwohnen wollte, tat gut daran, Karten im Vorverkauf zu bestellen.

Theater Total, das ist ein jährlich wechselndes junges Ensemble aus Bochum. Im September des vergangenen Jahres fanden sich die 23 Akteure der Spielsaison 2017 zusammen. In einer intensiven Probenzeit und Findungsphase gehörten Schauspiel, Tanz, Tai-Chi und Akrobatikunterricht ebenso zum Alltag wie die Zubereitung eines täglichen Mittagessens und die Verwaltung des Budgets. Im Dezember fiel die Entscheidung für Shakespeares Drama „Perikles - König von Tyrus“, das die Schauspieler modern unter dem Titel „Perikles - Wenn Tyrannen küssen“ interpretieren. Drei Monate lang touren die Schauspieler nun mit ihrer Inszenierung durch ganz Deutschland. Zum 18. Mal bereits gastierten sie für zwei Abendvorstellungen und eine Schülervorstellung in der jeweils voll besetzten Vinxtbachhalle in Waldorf.

Mit William Shakespeares Spätwerk hat sich das Ensemble für ein handlungsintensives Stück entschieden, das aufgrund der Fülle an Schauplätzen nur selten inszeniert wird. Das Bühnenbild, eine schlichte und schier unendlich wandelbare Holzkonstruktion, nimmt den Zuschauer mit auf Perikles Reise durch das südliche Mittelmeer. Perikles, seinerseits König von Tyrus, flieht vor dem Mordkomplott des in inzestuöser Schande lebenden Königs von Antiochien. Auf seiner Reise gerät er in so manchen Sturm, findet seine Königin Thaisa, die er heiratet, und dann bei der Geburt der Tochter Marina im Sturm zu verlieren glaubt. Doch die für tot geglaubte Königin Thaisa ist nur scheintot und wird gerettet. Marina wiederum wird die schönste Tochter unterm Firmament und zieht so den Hass ihrer Ziehmutter auf sich.

Es sind Shakespeares große Themen: Leben und Tod, Freude und Trauer, Verzweiflung und Hoffnung und immer wieder Hass und Liebe. All das auf die Bühne gebracht in zweieinhalb Stunden hoch spannender Inszenierung. Jørn Stocker begeistert in der Rolle des Perikles. Seine schauspielerische Leistung untermauert er eindrucksvoll in den stillen Szenen, die von der Mimik leben. Von einem einzigen Scheinwerfer angeleuchtet, hockt er da am Bug seines Schiffes, ein vom Leben gezeichneter Fürst, der in dem Irrglauben lebt, erst seine Frau und dann seine Tochter verloren zu haben.

Da nähert sich grazil, im himmelblauen Kleid die totgeglaubte Tochter Marina, gespielt von Evalotta Pietsch. Das Publikum kennt das Schicksal beider Charaktere und wird Zeuge, wie sich das Drama löst und die gespaltene Familie wieder zueinanderfindet.

Leander Glaw als Sprecher führt das Publikum durch die teils komplexe Handlung des Dramas. In regelmäßigen Abständen bringt er die Zuschauer auf Stand, fasst zusammen und bereitet das kommende Geschehen vor. Neben den schauspielerischen Einzelleistungen der Protagonisten sind es vor allem die Gruppenszenen, die überzeugen. Ob lüsterne Tänze der Begierde oder grazile Jungfrauen rund um Perikles Tochter Marina, der Tanz- und Akrobatikunterricht macht sich bezahlt. All das musikalisch eingerahmt durch Sounds von Florian Paul und Lukas Schwermann. Toll auch die zum größten Teil handgefertigten Kostüme von Lena Martin. Theater Total war auch in diesem Jahr wieder ein Gesamtkunstwerk. Das wurde vom Waldorfer Publikum mit tosendem Applaus und im Stehen dargebrachten Ovationen belohnt.

Artikel bewerten

rating rating rating rating rating
Kommentare
Kommentare können für diesen Artikel nicht mehr erfasst werden.
Sie müssen angemeldet sein, um einen Leserbeitrag erstellen zu können.
 
Weitere Artikel

Kerer Traditionsweinfest lockte einmal mehr begeisterte Besucher

Anna-Lena I. und Michelle haben die Regentschaft übernommen

Moselkern. Nach dem runden Jubiläum im vergangenen Jahr, feierten die Weinfreunde am Zusammenfluss von Elz und Mosel heuer bereits ihr 61. Weinfest an vier Veranstaltungstagen. Diese boten erwartungsgemäß ein kurzweiliges Spaß- und Unterhaltungsprogramm für große und kleine Festbesucher und sahen am Freitag zunächst die Krönung der neuen Weinmajestät Anna-Lena mit Weinprinzessin Michelle vor. Gegen... mehr...

Schöne und erlebnisreiche Kirmestage in Brey

Mit einem unterhaltsamen großen Programm für Gäste aus nah und fern

Brey. „Gastfreundschaft wird in Brey großgeschrieben, deshalb heißen wir alle Gäste aus nah und fern herzlich willkommen!“, so die Worte des Ortsbürgermeisters Hans-Dieter Gassen. Und zu Ehren aller Gäste und aus Anlass des Patronatsfestes der Kirche Sankt Margaretha war Brey für die Kirmes geschmückt und hergerichtet. Für ein unterhaltsames Programm und die Durchführung der traditionellen Kirmes hatten sich die Breyer Vereine engagiert, sie sind ein Garant für die Erhaltung dieser Tradition. mehr...

Kindertagesstätte Wirbelwind Ahrbrück

Kunstprojekt zum Thema „Glück“

Ahrbrück. Auf vielfältige Weise setzten sich die 23 Maxi-Kinder der Kindertagesstätte Wirbelwind aus Ahrbrück, gemeinsam mit den Erzieherinnen mit dem Thema „Glück“ auseinander. Anregungen und Begleitung erhielten sie von der Künstlerin Nicole Bartel aus Köln, die dieses Projekt entwickelt hat. Drei Wochen lang hat Nicole Bartel täglich gemeinsam mit den Kindern gemalt, gebastelt, musiziert, gebaut und Bewegungsangebote durchgeführt. mehr...

Weitere Artikel

Die Ortsgruppe Sinzig des Eifelvereins war unterwegs

Verschlungene Pfade zwischen Sinzig und Breisig

Sinzig. Nicht ausgetretene, sondern verschlungene, zum Teil überwachsene oder zuvor noch nie betretene Pfade waren das Thema einer Tagesswanderung des Eifelvereins Sinzig unter Führung von Richard Volk. Eine kleine, aber wandermäßig sehr erfahrene Gruppe aus dem Verein machte sich an einem Sonntagvormittag von Sinzig aus auf den Weg, um das ausgedehnte Waldstück südlich der Barbarossastadt intensiv zu erkunden und zu erwandern. mehr...

Bourschfest in Dreckenach

Eine Menge Spaß für den guten Zweck

Dreckenach. Auch im 36.sten Jahr seines Bestehens hat das Bourschfest nichts an Attraktivität verloren. Das bewiesen die vielen Besucher und Besucherinnen, die nicht nur aus Dreckenach, sondern auch aus den Nachbarorten gekommen waren. Für viele ist es ein fester Termin im Kalender, oft treffen sich hier komplette Familien zum Feiern. Es war zunächst eine Thekenidee, als am 26. Juli 1981 vier Männer... mehr...

Mehrere Verletzte nach schwerem Verkehrsunfall auf A61 bei Rheinbach

Sattelzug fährt auf Stauende auf: Unfall fordert zwei Schwerverletzte

Rheinbach. Bei einem Verkehrsunfall auf der Bundesautobahn 61 sind am Donnerstagnachmittag, 20. Juli, zwei Menschen schwer (m15, w53) und fünf (m17, m47, m52, m54, m60) leicht verletzt worden. Zwei Notärzte kümmerten sich noch an der Unfallstelle um die Verletzten. Die behandelnden Ärzte konnten bei dem 15-Jährigen Lebensgefahr nicht ausschließen. Gegen 16.15 Uhr war ein aus Polen stammender Lastwagenfahrer (60) auf der A 61 in Fahrtrichtung Koblenz unterwegs. mehr...

Weitere Artikel

Schwerer Verkehrsunfall auf A565 bei Meckenheim

Harley-Fahrer nach Sturz durch Ersthelferin reanimiert

Meckenheim. Bei einem schweren Verkehrsunfall auf der Bundesautobahn 565 kurz hinter der Anschlussstelle Meckenheim-Merl sind am Donnerstagabend, 20. Juli, ein Motorradfahrer (62) lebensgefährlich und seine Sozia (51) schwer verletzt worden. Gegen 21.15 Uhr war der 62-Jährige mit seiner Harley auf der A 565 in Richtung Altenahr unterwegs. Aus bislang ungeklärter Ursache verlangsamte der Motorradfahrer hinter der Anschlussstelle Meckenheim-Merl seine Geschwindigkeit. mehr...

DB Netz AG

Bauarbeiten an der Weiche 1

Bad Hönningen. Die DB Netz AG führt unaufschiebbare Bauarbeiten durch. Die Bauarbeiten sind zur Aufrechterhaltung der Betriebssicherheit erforderlich und können aufgrund der gegebenen betrieblichen Voraussetzungen nur in der angegebenen Tageszeit / Nachtzeit beziehungsweise an Sonn- beziehungsweise Feiertagen durchgeführt werden. Die betroffenen Anwohner werden um Verständnis für eventuelle Lärmbelästigungen gebeten. mehr...

Deutscher Kinderschutzbund Kreisverband Ahrweiler e.V.

Kinderladen Kunterbunt

Bad Neuenahr – Ahrweiler. Der Kinderladen in Hönningen befindet sich zurzeit im Sommerurlaub. mehr...

 
 
gesucht & gefunden
Kommentare

Motocross Fahrer schlägt einen Spaziergänger

juergen mueller:
Hallo m.m, schon gelesen (ich meine die Zeitung - oder liest man keine?). Nur zur Richtigstellung. Die Prügelattacke geht auf das Konto einer Spezie, die zu dem Typ Zweibeiner gehört, der seine Frustration und sein Gewaltpotenzial so auslebt, wie es ihm genehm ist und sich einen Scheiß darum schert, ob bei seinem unnatürlichen Verhalten andere zu Schaden kommen können, sondern dies eher bewusst in Kauf nimmt. Hinzukommt, dass er nicht den Arsch in der Hose hat sich bei der Polizei zu melden, um seine Version dieses Vorfalles abzugeben. Wäre mir dieses Geschehen widerfahren, versprochen, wäre dies anders ausgegangen und gewiss nicht zu meinem Nachteil, da auch ich die traurige Erfahrung machen musste, dass man mit Reden alleine nichts bewirken kann, sondern nur mit Handeln.
m.m:
ob die da fahren durften hin oder her ,geht ja um die Körperverletzung und die ging anscheinend vom Wanderer aus ,der Motorradfahrer hat sich verteidigt. vielleicht ist die Gegendarstellung ja auch längst bei der Polizei eingetroffen ...
juergen mueller:
Fakt ist erst einmal, dass die Motocross-Fahrzeuge NICHTS dort zu suchen hatten. Und was die Gegendarstellung auf Facebook betrifft, so würde es mich interessieren, von wem diese Gegendarstellung abgegeben wurde - warum auf Facebook und nicht bei der Polizei. Desweiteren, ich gehe mal davon aus, dass die beteiligten Motocross-Fahrer auch auf Facebook präsent sind - WARUM melden sich diese nicht bei der Polizei um zu einer Klärung beizutragen?
juergen mueller:
"Das kann so nicht weitergehen". Große Worte von einem, der OB unserer Stadt werden will und, egal was so nicht weitergehen kann, immer wieder betont, sich dafür einzusetzen, wenn er denn OB geworden ist. Mir fehlt alleine schon an den Worten der Glaube, da nie die Rede davon ist, wie das alles und wovon bezahlt werden soll. Das in "vielen" Fällen (und das sind viele) dies auch mit geringem Aufwand möglich sei, daran dürfte Herr Langner wohl nur selbst glauben, zumal ER das alleine auch NICHT entscheiden kann. Es sind immer wieder diese gleichlautenden, wiederholten Beteuerungen und Versprechungen, die es in ihrer Vielzahl (zumindest mir) unmöglich machen, darin auch nur einen Funken von Wahrheit u. Umsetzungsvermögen zu erkennen bei der ebensolchen Vielzahl eigentlicher Probleme, die die STADT wie in einer Art Zwangsjacke einengen und Träumereien ausschliessen müsste. Aber im WAHLKAMPF gelten nunmal andere Maßstäbe und da kommt es auch nicht unbedingt auf Wahrheiten an.
Manuela Keck:
Das ist ganz großartig. Die Facebookgruppe behind the police dankt ihnen dafür. http://www.facebook.com/groups/behindthepolice
Regionale Kompetenzen

 
Service
Lesetipps
GelesenBewertet