Jubiläumsradrennen anlässlich des 50. Geburtstags des Radsportclubs Eifelland

Kaiserwetter zum Jubiläumsradrennen „Rund um die Genovevaburg“

50. Geburtstag des Radsportclubs Eifelland begeisterte die Mayener Innenstadt

31.08.2015 - 10:01

Mayen. Obwohl die Anfänge des Radsports in Mayen bereits auf das Ende des 19. Jahrhunderts zurückgehen und im weiteren Verlauf der Jahre viele große Radrennen in der Innenstadt veranstaltet wurden, fiel die letzte Zielflagge im Jahr 1971. Sein 50-jähriges Bestehen nahm der Radsportclub Eifelland nun zum Anlass, an diese großartige Tradition anzuknüpfen. Schon im Juli des letzten Jahres begannen die ersten Vorbereitungen, die sich in den letzten sechs Wochen vor dem großen Tag erheblich mehrten und in den letzten Tagen davor ins Unermessliche steigerten. Der Vorstand und viele Helfer um den jungen Vorsitzenden Martin Reis – der 30-jährige hat den Vorsitz bereits seit dem Jahr 2006 inne – hatten weder Mühe noch Kosten gescheut, um eine Wiederbelebung der alten Innenstadtrennen auf einem attraktiven und zuschauerfreundlichen 900 Meter langen Kurs „Rund um die Genovevaburg“ zu bewerkstelligen.


Wiederbelebung der alten Innenstadtrennen


Als Sponsoren konnten viele Mayener Geschäfte gewonnen werden, sei es über Anzeigen für das Programmheft, als Spender von Bar- und Preisgeld oder in anderer Form. Stellvertretend für alle sei hier der Natursteinbetrieb Kalenborn aus Rieden genannt, der die Steinpokale für die Siegerinnen und Sieger gefertigt hat. Alle Steine waren über 100 Jahre alt und dienten ehemals als Kopfsteinpflaster. Dennoch wird der Tag ein erhebliches Zuschussgeschäft für den Verein werden, weil beispielsweise die innerstädtische Umleitung ähnlich aufwendig der des Lukasmarktes war und viel kostet wie auch die aus den Niederlanden herbeigeschafften Absperrgitter. Wer so einen tollen Tag mit mehreren qualitativ hochwertigen Rennen ausrichten will, muss dafür auch entsprechende Preisgelder zur Verfügung stellen, so schreibt es das Reglement des Radsportverbandes vor. Aber man wird ja nur einmal fünfzig und zudem wurden die an diesem Tag etwa 60 Aktiven mit echtem Kaiserwetter belohnt. Die zahlreichen Zuschauer wollten natürlich gerne alle in der ersten Reihe der heimischen Gastronomie sitzen, nahmen aber vielfach für einen Schattenplatz auch eine etwas weniger gute Sicht auf das Geschehen in Kauf. Die Frage nach den Temperaturen für die Radsportler erledigte sich zügig. „Wir sind in diesem Jahr auch schon bei mehr als 40 Grad an den Start gegangen“, wussten einige von ihnen zu be-richten.

Pünktlich um 10 Uhr starteten die Schüler in den Klassen U13 und U15, wurden aber später getrennt gewertet. Ella Heß vom Radsportverein Sturmvogel aus Bad Neuenahr-Ahrweiler gewann nach 7,2 Kilometern das erste Rennen des Tages mit so einem großen Abstand, der ihre allesamt männlichen Konkurrenten förmlich deklassierte.

Das Rennen U15 wurde von Ellas Bruder Jacob Peter gewonnen, der ebenfalls ein Sturmvogel ist. Erst kurzfristig in die Rennabfolge aufgenommen wurde ein Hobbyrennen für über 18-Jährige. Frühzeitig setzte sich dabei Erik Fischer vom Radfahrverein Blitz aus Spich an die Spitze, an der er ungefährdet bis zum Ziel fuhr. Andere Mitglieder des Vereines machten im weiteren Verlauf der Rennen noch von sich Reden und belegten vordere Plätze. Bei der U17-Jugend konnte der heimische RSC zum ersten und leider einzigen Mal richtig auftrumpfen. Marius Theisen siegte vor zwei Sportlern des RSC Stahlross aus Wittlich. Schon 40,5 km hatten die Junioren U19 zu bewältigen. Henrik Hamm vom Team Wheelsports des RV Queidersbach nahe Kaiserslautern schaffte das in 1 Stunde, 5 Minuten und 25 Sekunden. Julius Molinski vom RSC Eifelland wurde Zweiter. In der C-Klasse der Herren – das ist eine Leistungsklasse der lizenzierten Amateure – ging der RSC-Vorsitzende Martin Reis an den Start. Die wochenlangen Vorbereitungen des Festtages und die organisierenden Aufgaben des Tages selbst hatten jedoch Spuren hinterlassen und der Vorsitzende fuhr nur auf einen der hinteren Plätze, dies aber mit vollem Einsatz.


Jüngste Fahrer gehen Fette- Reifen-Rennen professionell an


Der gleichzeitige Start der Fette-Reifen-Rennen der Jahrgänge 2005/2006 und 2007-2009 wurde von den Jüngsten professioneller angegangen als von den vielen Eltern und Großeltern. Die hielt es nicht mehr auf den Sitzplätzen und es waren wohl die Rennen, bei denen die meisten Zuschauer dicht an der Absperrung standen. Fette-Reifen übrigens deshalb, weil die Standardbreite von Sportradreifen zwischen 18 und 22 Millimetern beträgt, die „normaler“ Fahrräder aber bedeutend mehr.

Die Rennen der Jüngsten wurden also mit ganz normalen Straßen- oder Trekkingrädern gemacht. Jüngster Teilnehmer des Tages war mit sechs Jahren Alper Alp. Bei den beiden Rennen war am Ende nicht Sieg oder Platz entscheidend, sondern hier galt der olympische Gedanke und dass man es geschafft hatte, ins Ziel zu kommen. Eine richtige Siegerehrung bekamen aber auch die Jüngsten und zeigten später stolz ihre Schiefermedaillen.


Rolf Schumacher nahm die Siegerehrungen vor


Alle Siegerehrungen nahm Rolf Schumacher vor mit wechselnden Partnern, diesmal jedoch nicht als Bürgermeister der Stadt Mayen, sondern als Ehrenvorsitzender des RSC Eifelland. Blieb als letztes das Rennen der A- und B-Amateure sowie der untersten Profiklasse. Zu den B-Amateuren ist erst kürzlich Max Göke aufgestiegen, nachdem er die dazu erforderliche Anzahl vorderer Platzierungen bei offiziellen Rennen geschafft hatte. Leider bekam Max Göke schon nach kurzer Zeit von dem starken Feld seine Grenzen aufgezeigt und schied vorzeitig weit abgeschlagen aus dem Rennen aus, was er jedoch einigermaßen gelassen hinnahm. Spannend bis buchstäblich zur letzten Sekunde gestalteten Alexander Weifenbach vom Radfahrverein Blitz aus Spich und Till Drobisch das Rennen, das entgegen der Ausschreibung von 85 auf 80 Runden verkürzt gefahren wurde. Die Wertung war für Nichtradsportler etwas kompliziert. Nicht der erste Fahrer, der das Ziel erreicht, ist Sieger, sondern zwischenzeitlich konnten auch noch alle 10 Runden Punkte „erfahren“ werden und die waren schließlich entscheidend.

Till Drobisch war wohl der mit Abstand am weitesten angereiste Fahrer. Er startete nämlich für den UC Nantes Atlantic aus Namibia. Dahin ist der gebürtige Bremer vor einiger Zeit ausgewandert. Es gewann schließlich Alexander Weifenbach. „80 Mal hier hoch waren ganz schön viele Höhenmeter“, meinte ein verschwitzter, aber glücklicher Sieger zum Anstieg vom Alten Rathaus hinauf zur Genovevaburg. „Und die Hitze hat es nicht einfacher gemacht.“


Eine echte Werbung für den Radsport


„Ich freue mich, dass alles so gut funktioniert hat“, versicherte am Ende der Rennen Martin Reis als Gesamtleiter des Tages. Er war es auch, der mit den einzigen kurzen Worten des Tages seinen Dank an Rennsprecher Andreas Paffrath, den Wettfahrtausschuss und die zahlreichen Helfer aussprach. Dr. Engels, der auf dem Marktplatz die Erstversorgung Verletzter geleistet hätte, berichtete nur von kleineren Problemen mit dem Blutdruck und einer leichten Prellung.

Was das rührige Team um den Vorsitzenden Martin Reis auf die Beine gestellt hat, war eine echte Werbung für den Radsport. Da bleibt zu hoffen, dass bis zum nächsten Innenstadtrennen nicht wieder mehr als 40 Jahre vergehen werden.

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Kommentare
juergen mueller:
Liebe Frau Daubländer, Sie haben sich sicherlich vertan, NEIN, wir sind nicht auf FACEBOOK. Ich wüsste nicht, dass (bis auf den Ihren) den Kommentaren zu entnehmen ist, dass Politiker "nix" arbeiten und trotzdem fürstlich belohnt werden. Ich gehe mal davon aus, dass Sie nur nicht verstanden haben, um was es hier geht, weder um bestimmte Personen, noch um Neid etc., sondern um eine Berufsgruppe, die meiner Meinung nach unrechtmäßig in den Genuß von Bezügen kommt, die alleine zu Lasten des Steuerzahlers gehen und durch nichts zu rechtfertigen sind. Wenn Sie das für rechtmäßig befinden, dann ist das Ihre Meinung. Vielleicht werden Sie Ihre Meinung noch einmal revidieren, wenn Sie nach einem arbeitsreichen Leben bis 67 (oder länger?) von 700 oder 800 Euro Rente im Monat leben müssen. Churchill hat mal gesagt:"Die größte Lehre im Leben ist, dass Esel manchmal Recht haben".
Tina Daubländer:
Wenn es stimmt, dass man als Politiker eigentlich nix arbeiten muss und dafür fürstlich belohnt wird, warum lassen sie sich denn nicht als Politiker in ein Amt wählen??? Wäre doch sehr hilfreich, wenn Sie mit ihrem gesunden Menschverstand und Durchblick mitarbeiten, dass gute Politik gemacht wird. Ich würde sie gerne wählen, wenn sie gute Ideen verfolgen und dann noch die Hälfte ihrer - sowieso überhöhten - Bezüge für gute Zwecke spenden. Ich ahne ihre Antwort schon. Sicher weil ein geheimer Zirkel diese Posten einfach unter sich verschachert und Wahlen ohnehin Makulatur sind. Neee, ist klar.
juergen mueller:
Ihren Einkommensvergleich kann ich weder nachvollziehen noch akzeptieren. Es ist mir bekannt was in der Wirtschaft, Ärzte- u. Apothekerschaft verdient wird, aber auch, welchem Verantwortungs- u. Entscheidungsbewußtsein z.B. letztere unterliegen. Hat es negative Folgen, dann hat es strafrechtliche Konsequenzen - ein Politiker bestreitet erst einmal, tritt dann zurück, kassiert dennoch automatisch Übergangsgeld (für jedes Jahr als MdB einen Monat in voller Höhe - derzeit 9542 Euro bis zu 1 1/2 Jahre). Langzeitabgeordnete kassieren defacto bis zu 171.756 Euro. Dazu kommt ein bereits für jedes Jahr als MdB fälliger Pensionsanspruch von 239 Euro monatlich. DAS alles zahlt der STEUERZAHLER. Eine solch generöse Altersversorgung gibt es nur bei uns. Das ist KEIN Ärgernis, sondern eine Sauerei hoch 3. Ich wüsste nicht, dass die von Ihnen angesprochenen mittelständischen Unternehmen oder Radiologen in diesen Genuss kommen, sondern vielmehr für ihr Geld hart "arbeiten" müssen.
juergen mueller:
Im städtischen HAUSHALT 2017 waren für den Spielplatz bereits Gelder vorgesehen. Passiert ist NIX, weil der Spielplatz im aktuellen Bebauungsplan garnicht mehr vorgesehen war, sondern zugunsten einer WOHNBEBAUUNG geändert wurde. Und davon hat die SPD-Fraktion nichts gewusst und jetzt soll der Bebauungsplan wieder geändert worden sein zugunsten einer Spielplatzmodernisierung 2018 am alten Standort? Klima ist eine Menschheitsfrage - sagt die Politik (und tut NIX). Um das zu ergänzen - auch das ist eine Menschheitsfrage:"Kann man der Politik noch glauben?" Das meine liebe SPD-Fraktion, in puncto Spielplatz, glaube ich erst, wenn es in der Zeitung schwarz auf weiss steht, da die Liste der Zusagen, die 2017 als versprochen getätigt wurden, sehr lang ist und mir noch in den Ohren klingt, dass neuer WOHNRAUM absolute Priorität besitzt.
juergen mueller:
Es müsste doch jeder mittlerweile begriffen haben, dass die Stadtpolitik den Nutzeffekt für SICH darin sieht, dass die Verwaltung von Dingen entlastet wird, die weniger von Bedeutung sind, aber ZEIT (und damit Geld) kosten. Das soll durch den OBR-Ortsvorsteher kompensiert werden. Entscheidungsbefugnis hat der OBR in wirklich wichtigen Dingen (die ich hier nicht auflisten muss) KEINE, er kann sie nur an den Stadtrat oder die Verwaltung weiterleiten als "Kummerkasten" der Bürger, der ein Schweine(steuer)geld kostet. Das ist aber auch alles, was an Bürgernähe dabei herauskommt. Und Demokratie? Das aus einem Politikermund zu hören, ist Alltag, gehört zum Vokabular. Warum muss eine politische Organisation immer Steuergeld kosten? Warum ist der OBR gleichzeitig der Tummelplatz für Politiker, z.B. Stadtratsmitglieder? Warum keine politische Selbstorga. (Bürgerinitiative ehrenamtlich), Gruppe von Bürgern, die spezielle Bedürfnisse durch die Politik nicht verwirklicht sieht?
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