Meckenheimer Narren übernehmen Rathaus

Verteidiger um Bürgermeister Spilles leisteten heftige Gegenwehr

03.02.2016 - 12:43

Meckenheim. Es war ein überaus sehenswertes Spektakel, welches sich einigen hundert Schaulustigen am vergangenen Sonntag in der Apfelstadt bot. Die Narren unter der Federführung von Prinz Michael I. und Prinzessin Heike I. hatten zusammen mit Kinderprinzessin Nicole I. und allen karnevalistischen Vereinen sich zusammengetan, um das Rathaus zu stürmen. Bürgermeister Bert Spilles hatte das bereits im Vorfeld geahnt und daher Rat und Verwaltung zur Verteidigung aufgefordert. Das tat man dann auch unter freiem Himmel und die Verwaltung hatte sich auf einem Wagen eingebunkert. Diesen hatte man gesichert wie einst einen Grenzübergang in Berlin. In Meckenheim gab es somit den „Checkpoint Berti“ und es waren Sandsäcke und Panzersperren aufgebaut worden. Das ganze noch mit einem Zaun gesichert und schon fühlten sich die Politiker in der „Hoheitlichen Zone“ recht sicher. Pünktlich um 11.11 Uhr nahten jedoch die Stadtsoldaten und die Prinzengarde um sich das ganze einmal von näherem anzuschauen. Kommandant Peter Klee von den Stadtsoldaten lieferte sich dann im folgenden herrliche Wortgefechte mit dem Stadtchef, und da das alles nicht half, wurde schweres Geschütz aufgefahren, die große Feldhaubitze musste ran und böllerte was das Zeug hielt. Vor allem auf das Schild mit der Aufschrift „Checkpoint Berti“ wurde scharf geschossen. Die Verteidiger auf dem Wagen waren aber auch nicht untätig, um vor allem den Nachwuchs von Ideen abzuhalten, wurde kräftig mit Süßigkeiten geworfen und der Rosenmontag schon mal vorverlegt. Musikalisch hatten die Stadtsoldaten ebenso wie die Prinzengarde natürlich auch ihre Korps dabei und so manches Liedchen und mancher Marsch wurde da intoniert. Die Verwaltung war übrigens auf dem Wagen komplett kostümiert, so hatte sich die stv. Bürgermeisterin Heidi Wiens von der SPD eine rote Perücke übergezogen und CDU-Fraktionschef Kühlwetter musste als Scheich Goldtaler in Schokolade werfen, um die Angreifer zu irritieren. Ganz finster auch der 1. Beigeordnete der Stadt Holger Jung, als Sherif kostümiert und mit einem Blick wie weiland Django versuchte er sich vergebens als Kinderschreck.

Nachdem die Feldhaubitze ihr Werk getan hatte, wurden die Sandsäcke schon mal von der Prinzengarde und den Stadtsoldaten zur Seite geräumt und unter Intonierung des Prinzenliedes ging es zur 2. Angriffswelle, diesmal unter Führung von Kinderprinzessin Nicole I. Und die hatte direkt mal einen überdimensionalen Apfel mitgebracht und ist auch amtierende Majestät bei der St. Sebastianus-Bruderschaft. Allerdings hatte sie diesmal die Gewehre im Waffenschrank gelassen und eine Armbrust mitgebracht um den Bürgermeister zu testen. Dieser sollte sich doch einen Apfel auf das Haupt legen, wie weiland Wilhelm Tell und Nicole I. wollte diesen dann abschießen. Das ging aber leider daneben, da der Bürgermeister dem Schuss ausweichen konnte. Jetzt war guter Rat teuer, aber es gab ja noch eine dritte Angriffswelle, und die wurde vom Meckenheimer Prinzenpaar Michael I. und seiner Prinzessin Heike I. angeführt. Voran die Leibgarde mit einer Minikanone, die den Verteidigern ein großes Lächeln entlockte und die Leibgardisten wurden mit reichlich süßem Naschwerk vom Bürgermeister und seinen Gehilfen bedacht. Das war einkalkuliert, wie Michael I. launisch ausführte, denn die Kinder sollten auch ihren Spaß haben. Und der Prinz ist auch aktiv bei der Feuerwehr und so hatte er auch mal eben mehrere Feuerwehrangehörige in Arbeitskluft mitgebracht. Und diese hatten Leitern dabei. Das gefiel den Verteidigern gar nicht, denn die Floriansjünger führten gemäß der Feuerwehrverordnung Jeck04 einen mustergültigen Leiterangriff auf den Befehlsstand des Rathauses durch. Innerhalb weniger Minuten war der Wagen geentert und die Rathausmitarbeiter nebst Politik kapitulierten bedingungslos vor dem jecken Ansturm. Anschließend wurde dann gemeinsam kräftig gefeiert und die Meckenheimer können sich sicherlich noch auf einige schöne jecke Tage freuen.

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Jens:
Wenn man der Logik einiger "Experten hier folgt, dürfte es mit Wildscheinen ,Rehen, und Hirschen keine Unfälle geben und sie dürften sich nicht in Siedlungsnähe zeigen, da sie ja durch intensivste Bejagung scheu sind. Nun es gibt in den letzten Jahren wohl immer wieder Zwischenfälle mit Wildschweinen und Rehen (meist wegen der Jagd) aber keine mit Wölfen, also kann man den Quatsch den hier einige Extremisten von sich geben getrost vergessen.
M.W.:
Die echten Experten sehen das komplett anders! David Mech, der selber früher behauptet hatte, dass Wolfspopulationen sich selber regulieren, sieht seinen Irrtum inzwischen ein! Er schlägt auch für Europa ZONIERUNG und verschiedene Arten der Regulation der Wölfe vor, weil es ohne Bejagung nicht funktioniert. David Mech ist der erfahrenste Wolfsforscher dieses Planeten. Er war an der Wiederansiedlung der Wölfe im Yellowstone Nationalpark maßgeblich beteiligt und ist Chairman LCIE (Large Carnivore Initiative Europe). Man muss natürlich englisch lesen können und seinen Verstand bemühen, um die Zusammenhänge tatsächlich begreifen zu können: http://wolf.org/wp-content/uploads/2013/08/360-Where-can-wolves-live-and-how-can-we-live-with-them.pdf
juergen mueller:
Die Konkurrenz zwischen Mensch u. Wolf ist alt.Vergessen wird hierbei,dass vor ca. 15 000 Jahren aus gezähmten Wölfen der beste aller Freunde des Menschen wurde,der Hund.Die Abneigung vieler gegen Hunde spiegelt sich in ihrer Abneigung gegen Wölfe wieder.Die Feindschaft begann spät,als der Mensch (besondere Individuen der Gattung Mensch) seinen Interessenbereich ausweitete u. der Meinung war (bis heute), alles in Wald u. Feld gehöre ihm.Fakt ist,dass der MENSCH den Wolf "böse" gemacht hat.In Europa gibt es ein interessantes Nord-Süd- u. ein West-Ostgefälle,das sich auch in der Einstellung zum Wolf manifestiert.In den großen Lebensräumen Ost- wie Südeuropa hat der Wolf überlebt - in Nord- u. Mitteleuropa wurde er ausgerottet.- gnadenlose Intoleranz bei den Mitteleuropäern - Gelassenheit/Verständnis der Süd-/Osteuropäer.Anstatt sich mit dem Thema Wolf einmal intensiv auseinanderzusetzen,ergeht man sich in Kommentaren, blind u. unpersönlich.Hirnrissig, bei uns muss alles reguliert werden.
Roswitha von Piotrovski:
Ja was soll ich sagen, es war ganz einfach ein tolles Konzert. Ihr Artikel liest sich so, als wäre ich gerade im Konzert und würden das Ganze noch einmal erleben. Sie haben jedes Detail genau beschrieben, so können auch die Menschen, die nicht dabei waren, erfahren was sie versäumt haben.
Peter Schlicker:
Verry nice
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