Allgemeine Berichte | 11.03.2013

15. Ahrrock-Festival an Altenahr

Immer noch ein Besuchermagnet

Kleinfestival lockte an zwei Tagen mit kraftvollem Rock und fetzigen Stimmen rund 200 Gäste an

Die Rheinbacher Band „Dainzer“ sorgte für beste Stimmung bei den rund 200 Musikfans. RERE

Altenahr. Zwei Tage, neun Bands und ein Jubiläum: Zum 15. Mal verwandelte sich am Freitag und Samstag der Altenahrer Winzerverein in einen waschechten Musiktempel - und rund 200 Gäste waren dabei. „Wer Ahrrock verpasst, ist einfach selbst schuld“, schlussfolgerte einer der Gäste der vom Jugendbüro der Verbandsgemeinde Altenahr und dem Kulturverein Mittelahr ins Leben gerufenen Traditionsveranstaltung. Das Ahrrock-Spektakel hat sich über die Jahre zum Pflichttermin entwickelt. Wenn hier kräftig gerockt wird, dann sind die jungen Leute aus der Region auf den Beinen. Und nicht nur die: Auch die Bands kommen aus dem Umkreis, sie heißen Ahrgument, Dainzer oder Sinsick, sind häufig Newcomer und stehen für unterschiedliche Musikstile. Das Ahrrock-Festival biete eine gute Gelegenheit, sich als junge Band auszuprobieren, meint Jugendpfleger Werner Söller, der mit seinem engagierten Team nicht selten die Qual der Wahl unter zahlreichen Bewerbern hat. Eine erstklassige Auswahl hat das Team aber auch in diesem Jahr getroffen.

Den Auftakt nach einer überraschenden gerappten Anmoderation von Michael Jüngling und Jan Kettel am Freitagabend machten die Lokalmatadore von „Poesiealbum“, die mit deutschsprachigem, wohlgemerkt selbst komponiertem, Pop und Rock begeisterten. Deutlich härtere Klänge schlugen die Jungs von „RTP“ an. Erst vor einigen Wochen veröffentlichte die Grafschafter Newcomer-Band ihre neue CD „We Can Reach The Sky“. Getreu ihres Stils Melodic Hardcore brachten die vier Musiker die Menge im Saal mit einer energiegeladenen Show zum Toben. „My Hair Is Called Phil“ aus Brohl überzeugten zwar ohne Sänger, aber dafür mit harten Gitarrenriffs von Dominic Lucas und Sebastian Feige, starken Basseinlagen von Lukas Bierbrauer und erstklassigen Schlagzeugsound von Joshua Gilles. Dem Instrumentalen Progressive Rock haben sie sich verschrieben und brachten ihr Publikum mit Stücken wie „Exclamation of a stranger“ oder „Broom Broom said the killercar“ in Rage. Als Nächstes stand die bereits preisgekrönte Formation „Ahrgument“ auf dem Programm. Mit Songs, die auch beim renommierten Popmotor-Contest prämiert worden waren, rockten die Musiker die Menge ebenso wie mit brandneuen Stücken des voraussichtlich noch in diesem Jahr erscheinenden neuen Albums. Sehr viele Fans hatte die Formation „Lampenschirm“ mit nach Altenahr gebracht. Frenetisch empfangen wurde der neue Gitarrist Alex Mergenthal, der im Rahmen des Ahrrock-Festivals seinen ersten öffentlichen Auftritt als neues Bandmitglied hatte. Mit viel Applaus wurde der scheidende Gitarrist Florian Meier verabschiedet. Headbanging, ausgelassene Rempeltänze und kollektives Mitsingen gehörten auch am Samstag zum Bild des zweiten Ahrrock-Festival-Abends, den die Ehrengäste von „They Invented Nebraska“ aus der Partnergemeinde Sint-Pieters-Leeuw in Belgien eröffneten. Eine kürzere Anfahrt hatte da schon die Rheinbacher Band „Dainzer“. Besonders die charismatische Sängerin Anna begeisterte das Publikum. Begleitet von starken Läufen am Bass verzauberte die Frontfrau mit einem gewaltigen Stimmvolumen. Vielseitig gaben sich die Jungs von „Sinsick“: Ob Reggae, Rock, Pop oder HipHop - im „Crossover“ brachten sie die verschiedensten Stile unter einen Hut. Ein Hauch von Abschied lag beim letzten Auftritt des Abends in der Luft: „Betray Your Idols“ verabschiedete nicht nur seinen Drummer David Kortmann, sondern kündigten gleichzeitig eine Live-Pause für dieses Jahr an.

Neu war bei „Ahrrock 15“ ein kostenloser Shuttlebus, der an beiden Tagen jeden Bahnhof zwischen Altenahr und Sinzig anfuhr. Zufriedene Gesichter gab es bei den Organisatoren vom Kulturverein und dem Jugendbüro. „So kann es auch die nächsten 15 Jahre weitergehen“, waren sich Angelika Furth und Werner Söller einig.

Die Rheinbacher Band „Dainzer“ sorgte für beste Stimmung bei den rund 200 Musikfans. Fotos: RERE

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