„Pulse of Europe“ fordert schnelle Regierungsbildung

Europaplätzchen auf dem Weihnachtsmarkt verteilt

Europaplätzchen auf dem
Weihnachtsmarkt verteilt

Zur Demo am 1. Advent war trotz Schneeregen und Kälte ein harter Kern von 40 Aktiven erschienen. Foto: Privat

05.12.2017 - 10:36

Koblenz.Mit Betrübnis beobachtet „Pulse of Europe“, dass Europa derzeit von Deutschland keine Impulse bekommt und in der Warteschleife hängt. Anfang des Jahres, vor den Wahlen in Frankreich und den Niederlanden ging Pulse of Europe auf die Straßen, um Frankreich zuzurufen: Lasst uns zusammen bleiben! Dass nun die guten Vorschläge des französischen Präsidenten Macron zur Weiterentwicklung von Europa ohne jede Antwort aus Deutschland bleiben, macht uns ungeduldig. Zwar kann es für Europa von Vorteil sein, dass die FDP nicht in eine Regierung eintritt. Aber wir rufen den verantwortlichen Politikern zu: Europa braucht jetzt schnell eine Europa-freundliche deutsche Stimme!

Um die Europa-Idee weiter unter das Volk zu bringen, haben einige besonders Aktive Bauchläden gebastelt und sie mit Info-Material und mit selbst gebackenen Plätzchen in der Form der Europa-Sterne bestückt und haben damit Menschen auf dem Weihnachtsmarkt angesprochen. Pulse of Europe als Demonstration musste wegen des Marktes auf den Clemensplatz ausweichen. Wie Vito Contento, der Vorsitzende des Ausländer-Beirates der Stadt Koblenz darlegte: Ein Platz, der wie kein anderer in Koblenz für die Wahrnehmung der Rechte durch die BürgerInnen selbst steht, da Kurfürst Clemens Wenzeslaus allein nicht die nötigen Gelder für den Theaterbau habe aufbringen können. Da die Bürgerschaft sich damals finanziell stark engagierte, habe sie sich damit auch die Rechte an diesem Platz erworben. So sei er, Vito Contento, auch optimistisch, dass das bürgerschaftliche Engagement für Europa nach all den schrecklichen Erfahrungen der Europäer in unzähligen Kriegen Europa nach vorne bringen werde. Die 70jährige Friedensgeschichte von Europa werde von den Jugendlichen gewürdigt. Die Europäische Idee könne nicht rückabgewickelt werden. Der Initiator von Pulse of Europe Koblenz, HaPe Etzold, unterstrich dies mit dem Hinweis darauf, das besonders in Koblenz, wo viele betroffene Soldaten herkamen, eine ganze Väter- und Großvätergeneration fehle. In diesen Tagen vor 75 Jahren begann vor Stalingrad die Einkesselung der 6. deutschen Armee, die sinnbildlich für den Verlust stehe. „Dies war der Beginn des Endes einer ´Einigung Europas` mithilfe von Krieg und Terror“, so Hape Etzold.

So sehen das auch andere Teilnehmer dieser Demo am 1. Advent, zu der trotz Schneeregen und Kälte ein harter Kern von 40 Aktiven erschienen ist. Erfreut werden die optimistischen Töne des einst als italienischen Gastarbeiters nach Koblenz gekommenen Ausländerbeiratsvorsitzenden aufgenommen. Erfreulich auch die Nachricht, dass Pulse of Europe erneut ausgezeichnet worden ist: mit dem Marion-Gräfin-Dönhoff-Förderpreis dafür, dass seit Frühjahr 2017 kontinuierlich rund 70.000 Menschen in gut 100 Städten Deutschlands auf die Straßen gegangen sind, um die Idee von Europa mit positiven Emotionen zu füllen. Den zunehmenden antieuropäischen, nationalistischen Tönen haben sie ein Zeichen und etwas Konstruktives entgegensetzen wollen, das heiße: Europa darf nicht scheitern. Wir alle brauchen Europa und die Menschenrechte, für die dieser Kontinent einzigartig stehe und den diese Gemeinschaft weiter entwickeln wolle, so die Preisstifter.

Am 13. Dezember wird es ein Treffen am „Deutschen Eck“ geben, zu dem auch der Oberbürgermeister kommen wird, und dass einen interessanten symbolischen Charakter haben wird.

Am 1. Sonntag im März 2018 beginnen dann wieder die regulären Treffen in Koblenz, in der Regel vor dem Rathaus.

Pressemitteilung

Pulse of Europe

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Kommentare
05.12.2017 12:53 Uhr
Uwe Klasen schrieb:

Alle Bemühumgen um ein geeintes Europa sind grundsätzlich zu befürworten, aber wenn sich Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron in die deutsche Innenpolitik einmischt dann bestimmt nicht wegen "Pulse of Europe"! Eher weil er für Frankreich größere Vorteile mit EDIS („Europäische Einlagensicherung“ also die Haftung für die (nationalen) Bankeinlagen werden vergemeinschaftet) sieht, welcher ein noch größerer Schulden-Topf als der ESM wird! Und dies ist ein weiterer Schritt auf dem Weg zum EU-Superstaat, der die nationalen Demokratien permanent übergehen kann! Dies ist sicher nicht das was die Menschen in Europa möchten!



 
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Kommentare
Jens:
Wenn man der Logik einiger "Experten hier folgt, dürfte es mit Wildscheinen ,Rehen, und Hirschen keine Unfälle geben und sie dürften sich nicht in Siedlungsnähe zeigen, da sie ja durch intensivste Bejagung scheu sind. Nun es gibt in den letzten Jahren wohl immer wieder Zwischenfälle mit Wildschweinen und Rehen (meist wegen der Jagd) aber keine mit Wölfen, also kann man den Quatsch den hier einige Extremisten von sich geben getrost vergessen.
M.W.:
Die echten Experten sehen das komplett anders! David Mech, der selber früher behauptet hatte, dass Wolfspopulationen sich selber regulieren, sieht seinen Irrtum inzwischen ein! Er schlägt auch für Europa ZONIERUNG und verschiedene Arten der Regulation der Wölfe vor, weil es ohne Bejagung nicht funktioniert. David Mech ist der erfahrenste Wolfsforscher dieses Planeten. Er war an der Wiederansiedlung der Wölfe im Yellowstone Nationalpark maßgeblich beteiligt und ist Chairman LCIE (Large Carnivore Initiative Europe). Man muss natürlich englisch lesen können und seinen Verstand bemühen, um die Zusammenhänge tatsächlich begreifen zu können: http://wolf.org/wp-content/uploads/2013/08/360-Where-can-wolves-live-and-how-can-we-live-with-them.pdf
juergen mueller:
Die Konkurrenz zwischen Mensch u. Wolf ist alt.Vergessen wird hierbei,dass vor ca. 15 000 Jahren aus gezähmten Wölfen der beste aller Freunde des Menschen wurde,der Hund.Die Abneigung vieler gegen Hunde spiegelt sich in ihrer Abneigung gegen Wölfe wieder.Die Feindschaft begann spät,als der Mensch (besondere Individuen der Gattung Mensch) seinen Interessenbereich ausweitete u. der Meinung war (bis heute), alles in Wald u. Feld gehöre ihm.Fakt ist,dass der MENSCH den Wolf "böse" gemacht hat.In Europa gibt es ein interessantes Nord-Süd- u. ein West-Ostgefälle,das sich auch in der Einstellung zum Wolf manifestiert.In den großen Lebensräumen Ost- wie Südeuropa hat der Wolf überlebt - in Nord- u. Mitteleuropa wurde er ausgerottet.- gnadenlose Intoleranz bei den Mitteleuropäern - Gelassenheit/Verständnis der Süd-/Osteuropäer.Anstatt sich mit dem Thema Wolf einmal intensiv auseinanderzusetzen,ergeht man sich in Kommentaren, blind u. unpersönlich.Hirnrissig, bei uns muss alles reguliert werden.
Roswitha von Piotrovski:
Ja was soll ich sagen, es war ganz einfach ein tolles Konzert. Ihr Artikel liest sich so, als wäre ich gerade im Konzert und würden das Ganze noch einmal erleben. Sie haben jedes Detail genau beschrieben, so können auch die Menschen, die nicht dabei waren, erfahren was sie versäumt haben.
Peter Schlicker:
Verry nice
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