Delegiertenversammlung der FWG Ahrweiler wählt Kempenicher Kommunalpolitiker zum Nachfolger von Hans Boes

Jochen Seifert ist neuer Vorsitzender

Geschäftsführer Hans-Josef Marx: FWG/FBL-Kräfte für die Kommunalwahl 2019 kreisweit bündeln

Jochen Seifert ist neuer Vorsitzender

Auf der Delegiertenversammlung im Löhndorfer Gemeindehaus klangen wichtige kommunalpolitische Themen an. Fotos:

10.06.2016 - 12:30

Kreis Ahrweiler. Die Delegierten der Freien Wählergruppen/FWG und FBL im Landkreis Ahrweiler haben den Kempenicher Kommunalpolitiker Jochen Seifert einstimmig zum neuen Vorsitzenden der Kreis-FWG gewählt. Der FWG-Fraktionsvorsitzende im Kreistag Ahrweiler tritt damit die Nachfolge des am 28. Februar verstorbenen Hans Boes an, der dieses Amt seit dem 18. Oktober 2005 innehatte. Stellvertretender Vorsitzender bleibt Bernd Kriechel (Westum), der von den Delegierten ebenso im Amt bestätigt wurde wie Schatzmeister Richard Horn (Bengen) und Geschäftsführer und Pressesprecher Hans-Josef Marx (Gönnersdorf). Zu Beginn der gut besuchten Delegiertenversammlung im Löhndorfer Gemeindehaus ging Geschäftsführer Hans-Josef Marx kurz auf das aus Sicht der FWG „alles andere als gute“ Ergebnis der Kreistagswahlen 2014 ein. Mit einem Stimmenanteil von 11,6 Prozent sei man deutlich hinter dem hervorragenden Ergebnis der Wahlen 2009 (14,9 Prozent) geblieben. Dies habe zur Folge gehabt, dass die FWG anstelle von zuvor sieben nur noch fünf Mandate im Kreistag erreicht habe. Für die FWG in den Kreistag eingezogen seien schließlich Jochen Seifert, Hans Boes, Johannes Bell, Hans-Josef Marx und Friedhelm Münch, der nach seiner Wahl zum zweiten Kreisbeigeordneten das Kreistagsmandat niedergelegt habe und für den Ralf Degen nachgerückt sei. Als Nachfolger des verstorbenen Hans Boes im Kreistag sei Hans Dieter Felten in den Kreistag eingezogen.


Finanzsituation des Landkreises


Für die Kommunalwahl 2019, so Geschäftsführer Marx, gelte es, die FWG/FBL-Kräfte kreisweit zu bündeln. Ziel müsse es sein, spätestens im Jahr 2019 auch im Bereich der Verbandsgemeinde Altenahr eine FWG/FBL ins Rennen zu schicken und damit den letzten „weißen Fleck“ der FWG/FBL in den Verbandsgemeinden des Landkreises Ahrweiler zu beseitigen. Berechtigte Hoffnung dafür mache das erfreulich gute Ergebnis der FBL bei der Gemeinderatswahl Dernau und das bemerkenswerte kommunalpolitische Engagement insbesondere der Dernauer FBL-Mitglieder Heinz Wilhelm Schaumann und Udo Creuzberg, mit denen sich die Kreis-FWG in einem ständigen Dialog auch zu diesem Thema befinde. Sodann ging Marx auf die Haushalts- und Finanzsituation des Landkreises ein. Der Kreis Ahrweiler gehöre zu den zehn von insgesamt 24 Landkreisen in Rheinland-Pfalz, die für das Jahr 2016 einen ausgeglichenen Haushalt verabschiedet hätten. Die Kreisumlage betrage weiterhin 43,6 Prozent und sei zum dritten Mal in Folge nicht erhöht worden. Damit habe man den Kommunen des Landkreises die „notwendige Luft zum Atmen“ gelassen. Positive Ausführungen machte der Redner zum Abfallwirtschaftsbetrieb (AWB). Die vom Kreistag ab 1. Januar beschlossene „Eigenregie“ bei der Einsammlung von Problemabfällen und Papier habe die FWG im Kreistag geschlossen mitgetragen. Mit den gefassten Beschlüssen habe die Kreispolitik sichergestellt, dass die Abfallbeseitigung bei gleichbleibenden Gebühren weiterhin leistungsfähig und bürgerfreundlich sichergestellt werden könne. Immerhin würden alleine durch die Eigensammlung des Altpapiers zum Vorteil der Gebührenzahler rund 350.000 Euro jährlich eingespart. Der AWB habe in den vergangenen Tagen bei der notwendigen Beseitigung von 800 Tonnen Müll aus den Überschwemmungsgebieten im Landkreis Ahrweiler seine Leistungsfähigkeit und logistischen Qualitäten eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Die Kosten für diese zusätzliche unvorhersehbare Entsorgungsaktion würden sich auf ca. 150.000 Euro belaufen.


Neue Förderrichtlinien mit positiver Bewertung


Die am 22. April vom Kreistag – auch mit den Stimmen der FWG – beschlossenen neuen Förderrichtlinien des Landkreises Ahrweiler wurden mit einer positiven Bewertung skizziert. Die Mittel für die Bereiche „Ehrenamt, Vereinswesen und Sport“ seien von 100.000 Euro im Jahr 2015 auf 150.000 Euro im Jahr 2016 erhöht worden. Das Budget für die Förderung von Maßnahmen „Ländlicher Raum“ betrage 90.000 Euro und für die Seniorenarbeit habe der Kreistag 12.500 Euro zur Verfügung gestellt. Die Mandatsträger der FWG hätten sich für die Unterstützung des Ehrenamtes und des ländlichen Raumes sowohl in den einzelnen Gemeinden vor Ort – aber auch auf Kreisebene – stets stark gemacht und die beachtlichen Fördersätze – aber auch die neuen Förderrichtlinien im Kreistag geschlossen mitgetragen. Die dem Kreis Ahrweiler bereitgestellten Mittel in Höhe von insgesamt 3,7 Millionen Euro aus dem Investitionsförderungsprogramm des Bundes für schwache Kommunen habe man in Höhe 2,5 Millionen Euro an die Kommunen weitergegeben und mit rund 1,2 Millionen Euro für die energetische Sanierung kreiseigener Schulen verwendet. Auch diese Entscheidung sei ein bemerkenswertes Beispiel dafür, dass die Mandatsträger auf Kreisebene die Belange der Kommunen vor Ort nicht aus den Augen verlieren würde, sondern deren Unterstützung stets im Blick hätten. Auch von dem beschlossenen neuen Nahverkehrsplan verspreche sich die FWG eine Verbesserung des ÖPNV nicht zuletzt auch in den ländlichen Bereichen des Kreises. Als „sehr kritisch“ sei der aktuelle Zustand der Landesstraßen im Kreis Ahrweiler zu bewerten. Die FWG-Fraktion habe dieses Thema bereits im Kreistag angesprochen und dort eine Zustandsbewertung mit einer Ermittlung des Investitionsbedarfs gefordert. Die FWG sehe sich mit ihrer Kritik durch den Präsidenten des Landesrechnungshofes bestätigt, dessen Ausführungen zufolge sich 4.000 Kilometer des etwa 7.200 Kilometer langen Netzes - also rund 55 Prozent - in einem „bedenklichen bis sehr schlechten Zustand“ befinden würden. Die FWG erwarte, dass die neue Ampelkoalition in Mainz aus Rot, Grün und Gelb die Mittel für den Erhalt-, Um- und Ausbau von Landesstraßen sukzessiv erhöht, damit der Zustand der Landesstraßen auch im Bereich des Landkreises Ahrweiler spürbar verbessert und als wichtiger Standortfaktor für die Wirtschaft, aber auch die Menschen, gesichert werden kann.


Nachhaltigkeit und Umweltschutz


Im weiteren Verlauf der Diskussion sprach der neu gewählte Kreisvorsitzenden Jochen Seifert die Themen „Nitratbelastung durch Gülle“ sowie „Energiewende“ ein. Insbesondere beim Thema „Energiewende“ habe sich das Bohren dicker Bretter durch die FWG-Fraktion im Kreistag Ahrweiler gelohnt. Der Landkreis Ahrweiler habe den Zuschlag für das Projekt „Nachhaltige Gestaltung der Landnutzung und Energieversorgung auf kommunaler Ebene – Umsetzung der Modellregion Kreis Ahrweiler (EnAHRgie)“ erhalten, das durch die Europäische Akademie mit Sitz in Bad Neuenahr-Ahrweiler betreut werde. Im Rahmen dieses Projektes sollen in einem Zeitraum von drei Jahren Chancen und Nutzen der Energieversorgung im Kreis Ahrweiler untersucht werden. Der Forderung der Kreis-FWG entsprechend auch unter Mitwirkung „der Vorort Beteiligten“, so Seifert. Die einstimmige Entlastung von Schatzmeister Richard Horn und des gesamten Kreisvorstandes sowie die Wahl von Beisitzern aus allen Kommunen in den Kreisvorstand waren am Ende nur Formsache.

Pressemitteilung der

FWG Landkreis Ahrweiler e. V.

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Eine wichtige Info fehlt in diesem Beitrag: Wie viele interessierte Bürger haben denn an der Veranstaltung teilgenommen?
Armin Linden:
Ich muss Nicole777 abosolut beipflichten. Der Deutsche freiwillig, der Somalier auf PsychKG. etabliert incl. Vollpension. Ich habe seit Jahrzehnten, nicht soviele desolate Vorgänge, spéziell hier im AW Kreis erlebt. Alles schaut zu. Die KV. AW., Polizei & Gesundheitsämter halten sich alle generell fein säuberlich zurück. Die Polizei AW. könnte man glatt schliessen. Keiner merkt es mehr. Diese BRD & dieser L.K., ist bei "Lawrence von Arabien" Stilecht angekommen. Nur erhielt Peter O´Toole mehrere Oscars. Zustände wie bei Idi Amin im Kongo seinerzeit ! Hier funktioniert nur noch das Job-Center, Sachbearbeitung bis der Arzt kommt, Haft für Knöllchen u. GEZ.
Nicole777:
Der Deutsche ist also auf freiwilliger Basis in der Psychiatrie und der Somalier aufgrund des PsychKG eingewiesen. Beide begehen die gleiche Straftat und werden unterschiedlich behandelt. Wenn sich beide Männer in einer psychiatrischen Einrichtung befinden - egal ob freiwillig oder nicht -, gehe ich davon aus, dass BEIDE psychisch erkrankt sind. Diese Ungleichbehandlung erschließt sich mir nicht ...

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