Empirica-Institut präsentierte Ergebnisse einer Studie - spannende Podiumsdiskussion schloss sich an

Koblenz – eine wachsende „Schwarmstadt“

Koblenz liegt im bundesweiten Vergleich mittlerweile auf Platz 24, gleichauf etwa mit Trier oder auch Bonn

16.05.2017 - 15:48

Koblenz. Was kann man sich unter dem Begriff „Schwarmstadt“ vorstellen? Dieser Begriff ist der Studie des Empirica-Institut zu Folge an der Vogelwelt orientiert. „Vögel, die sich zusammen finden und an einem Ort ansässig werden. So ist dieser Begriff entstanden. Wobei hier keine Vögel gemeint sind, sondern Menschen, die sich an einem Ort für lange Zeit wohlfühlen. So ein Ort ist laut einer Studie Koblenz mittlerweile geworden. In einem bundesweiten Vergleich der jungen Schwarmstädte liegt Koblenz mittlerweile auf Platz 24, gleichauf etwa mit Trier oder auch Bonn“.

Die Ergebnisse dieser Studie stellte Prof. Dr. Harald Simons, Vorstand der durchführenden empirica ag, am vergangenen Donnerstag bei der IHK Koblenz vor.

Koblenz ist in den letzten Jahren stetig gewachsen. Von 108.000 Einwohnern im Jahre 2011 bis zum heutigen Zeitraum 2017 ist Koblenz auf 113.000 Einwohner angewachsen. Die Stadt profitiert von Wanderungsüberschüssen junger Menschen zwischen 18 und 35 Jahren, die zum Studieren und Arbeiten in die Stadt kommen.

Durch ein sehr großes Einzugsgebiet mit ca. 300.000 Menschen, wirkt die Stadt deutlich größer, was sich an der Lebendigkeit in der Koblenzer Innenstadt bemerkbar macht. Das Koblenz auf Platz 24 der jungen „Schwarmstädte“ bundesweit liegt, hängt mit dem kontinuierlichen Hochschulausbau zusammen, der sehr viele Studienanfänger in den letzten Jahren angezogen hat. Mit diesem Ausbau ist es gelungen, Koblenz auch als Wohnort von Studenten zu etablieren. Zitat der Studie: „Nach Einschätzung von Koblenzer Akteuren wohnen heute anteilig mehr Studierende in der Stadt als noch vor einigen Jahren - ein klares Indiz für die Attraktivität von Koblenz“.


Koblenzer Unternehmen genießen ein hohes Ansehen


Neben den Hochschulen, die bereits erwähnt wurden, liegt die Attraktivität der Schwarmstadt aber auch in der Qualität Koblenzer Unternehmen, wie z.B. aus den Fachbereichen Informatik und Ingenieurwissenschaften, die weit über die Grenzen der Stadt hinaus ein hohes Ansehen genießen. Das wiederum zieht Berufsanfänger nach Koblenz, stärkt dadurch wiederum das Arbeitsplatzwachstum. Schwarmstädte gewinnen mehr Beschäftigte am Wohnort hinzu als Arbeitsplätze entstehen. In Koblenz wuchs die Zahl der am Wohnort lebenden Beschäftigten zwischen 2008 und 2015 um mehr als das doppelte so stark wie die Zahl der Arbeitsplätze. Dies geht aus dieser Studie ebenfalls hervor.

Was die Anziehungskraft für Koblenz als Schwarmstadt entscheidend geprägt hat, war die Durchführung der Buga 2011, die ganze Arbeit geleistet hat. Das gesamte Erscheinungsbild der Stadt wurde enorm verbessert. Durch die Anbindung des rechten Rheinufers mit der Seilbahn zur Festung Ehrenbreitstein wurde ein neues Verkehrsleitsystem auf den Weg gebracht.

Trotz der fehlenden Viertel in Koblenz, in denen gewohnt und ausgegangen wird, besteht in Koblenz eine wunderbare Kombination zwischen Altstadt und der direkt anschließenden südlichen Vorstadt. Während es in der Altstadt eine ganze Reihe von Plätzen gibt, die abends und an den Wochenenden Anlaufpunkte für junge Menschen sind, besteht mit der südlichen Vorstadt gerade für junge Menschen eine urbane Dichte mit der Mischung aus gründerzeitlichen Gebäuden ein attraktives Erscheinungsbild.


Lebendige, kreative Szene


Ferner ist in Koblenz die kreative Szene in den letzten Jahren stark angestiegen. Hierfür steht als bestes Beispiel Ehrenbreitstein, welches sich mit seiner freien Künstlerszene mit Atelier und einem kleinen wunderbaren Theater einen Namen gemacht hat. Mit der Buga wurden auch Möglichkeiten geschaffen, größere Veranstaltungen auf entsprechenden Flächen durchzuführen.

Koblenz hat alles, was eine Schwarmstadt benötigt und damit das Niveau erhalten bleibt, sollten alle bereits vorhandenen Aktivitäten fortgeführt werden. Hierzu zählt vor allem die qualitative Weiterentwicklung der Hochschulen, mit eventuellen erweiterten Studiengängen in Medizin oder auch in Jura, sowie weitere Angebote an der Schnittstelle von Studium und Berufsausbildung zu entwickeln, um das zukünftig knapper werdende Fachkräftepersonal an Unternehmen und damit auch an Koblenz zu binden. Initiativen wie der „IT-Standort Koblenz“ sind bereits der richtige Ansatz.

Obwohl Koblenz häufig als „verschlafen“, „in die Jahre gekommen“ und als „Militärstadt“ wahrgenommen wurde, erschließt sich erstmaligen Besuchern ein angenehmes Erscheinungsbild mit einem gewissen Flair und einer ebenso überraschenden Lebendigkeit.

Der gesamten positiven Entwicklung steht aber eine autogerechte Stadt, in der das Leben in den Zwischenräumen stattfindet, entgegen (Autobahnähnlicher Ausbau von Europabrücke zum Friedrich-Ebert-Ring). Hier wäre eine Ausdehnung der Koblenzer Innenstadt notwendig, um so letztlich auch die Schwarmstadt auszuweiten. Eine solche Ausdehnung ist aber nur durch einen Rückbau der trennenden Verkehrswege möglich. Dies ist natürlich mit starken Widerständen verbunden, und die damit einhergehende Umsetzung würde enorme Kosten mit sich bringen.

Durch die räumliche Ausweitung der Innenstadt würden sich jedoch völlig neue Möglichkeiten ergeben, wobei die westlich und südwestlich der Altstadt gelegenen Viertel Rauental und Goldgrube, als Erweiterung der Koblenzer Innenstadt, sich anbieten.

Koblenz, die einzige Stadt an Rhein und Mosel, bietet den hier lebenden Menschen sowie den Touristen nicht nur das Deutsche Eck und die Festung Ehrenbreitstein, sondern auch auf seinen Plätzen in der Altstadt ein gewisses mediterrane Flair.

Die Buga war ein absoluter Höhepunkt, in dem das Erscheinungsbild und die Wahrnehmung der Stadt nach innen und nach außen getragen wurde. Die Lebendigkeit und die Vielfalt müssen deshalb erhalten bleiben und ausgebaut werden, nur so kann der Status als Schwarmstadt gehalten werden.

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Kommentare
18.05.2017 15:24 Uhr
juergen mueller schrieb:

Die SPD, Hauptinitiator für kostenträchtige Pläne, illussioniert weiter. Nach SCHWARMSTADT soll nun KULTURHAUPTSTADT folgen. Kosten NICHT planbar, erstmal bewerben.
Lt. Herrn ALTMAIER, ein Oberillussionist, haben WIR genügend DINGE, mit denen wir uns bewerben können.
Z.B. das FORUM CONFLUENTES mit seinem SCHULDEN-KULTURBAU und noch VIEL RAUM für NEUES.
DINGE u. NEUES !!! Und die Kosten?
Herr LANGNER, MÖCHTE-GERN-OB-KANDIDAT hält finanzielle Landesförderung für DENKBAR u. ist sogar überzeugt davon.
Auch davon, was für den Fall der Fälle mal wieder an der STADT, sprich dem Steuerzahler, hängenbleibt?
Effekte, Potenzial, Impulse, all das will finanziert werden.
Träumen ist erlaubt, aber das hat Grenzen, wenn bei Luftschlössern der sichere Unterboden fehlt.
Anstatt sich um jahrzehntealte u. bekannte Probleme der STADT zu kümmern, ergötzt man sich an seinen eigenen selbstdarstellerischen kulturellen Phantastereien.
Stadtpolitik, ein Spielplatz für Begehrlichkeiten, und die SPD "WILL".



17.05.2017 16:05 Uhr
juergen mueller schrieb:

Gesamtes Erscheinungsbild der Stadt enorm verbessert - wunderbare Kombination von Altstadt u. Südlicher Vorstadt - gerade für junge Menschen eine urbane Dichte mit der Mischung aus gründerzeitlichen Gebäuden - ein attraktives Erscheinungsbild - kreative Szene.
Koblenz ist eine schön gelegene Stadt, in der ich als geborener Koblenzer gerne lebe.
Aber Schwarmstadt?
Betonwüste Zentralplatz - 10 Jahre Münzhaus eingerüstet - leerstehende Geschäfte Altstadt - 5 Jahre kein Stadtbad - "Autobahnring" Saarplatz - tägliche Pendler u. Blechlawine sowie verstopfte Innenstadt - fehlender bezahlbarer Wohnraum - konstant über Wert liegende Luftschadstoffe - ein Schienenhaltepunkt, der von Taxi/Funkmietwagen nicht angefahren werden kann - kein ausreichendes Radnetz - fehlende Kita-Plätze - fehlender ATTRAKTIVER Wochenmarkt usw..
Macht das eine Schwarmstadt aus?
Und was der Vergleich mit den Vögeln betrifft - die fliegen schon auf dem Rücken über Koblenz, damit sie das Elend unten nicht sehen.



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juergen mueller:
Glaubt man den Ausführungen zum Nachdenken von Herrn Klasen, dann wäre es allen CO"-Jüngern angeraten, auch an dieser radelnden Veranstaltung zum Klima- und Umweltschutz nicht teilzunehmen, denn nach seiner These trägt auch die Ausatemluft (nicht nur vorne), insbesondere bei Dauerbelastung zu einem erhöhten Ausstoß an CO2 u. damit zur Erderwärmung bei. Das müsste dann ja auch auf z.B. sexuelle Betätigungen zutreffen, oder? Also auch einstellen. Aber WAS ist mit UNSEREM Energieverbrauch (Fabrikmaschinen, Autos, Computer, Handys, Küchengeräte etc.)? Diese Energie wird erzeugt durch Verbrennung von Kohle, Öl, Gas = CO2. Wald- Grünflächen, die CO2 speichern, schrumpfen/verschwinden - mehr Ackerland u.Viehwirtschaft, da der Mensch weltweit immer mehr Fleisch isst = mehr Rinder/Schweine, die Unmengen von Methan-/Treibhausgas in die Luft rülpsen/furzen. Ich finde - wer radelt sündigt nicht u. wenn er dabei auch mal kräftig ausatmet oder ein Fürzchen lässt - der Umwelt wird`s nicht schaden.
juergen mueller:
D.h. Mensch oben/hinten weniger Ausatmen (durchschnittl.Gasausstoß ca.600 ml pro Tag lt. Atmungs- u. Blähungsanalyse). Auch die richtige Ernährung spielt hierbei eine wichtige Rolle, da Gas hauptsächlich aus Nahrungsmitteln erzeugt wird (unverdauliche oder Übermaß an Kohlehydrate u. Proteine, die nicht vom Dickdarm verarbeitet werden können (z.b. Bohnen, Pilze, Kohl, Zwiebel - das nennt man gärungsfähige Substanzen). Vegetarier produzieren u. stoßen übrigens mehr Gas als Fleischesser aus (sind sie deshalb mehr verantwortlich für den Klimawandel/Erderwärmung als Industrie u. Landwirtschaft?). Vorteil eines Vegetariers: Er hat nur leise, gleichmäßige Blähungen, dadurch einen losen Schließmuskel - man erkennt sie nur an dem Gestank, der vom Gärungsprozeß kommt. 2.Klimakiller KUH: HOCHLEISTUNGSKUH: 700 kg/täglich 50 Kilo Grün-/Kraftfutter = "3 Tonnen" - 1er BMW 128 Gramm pro gef.KM - bei 15000 KM jährlicher Ausstoß "2" To. Wozu da noch über zusätzliche CO2-Emmissionen nachdenken?
Uwe Klasen:
Für die CO²-Jünger zum Nachdenken: Der CO²-Gehalt der Ausatemluft liegt recht konstant bei 4 Prozent (40 Milliliter CO² / Liter). Und so können in Dauerbelastung (Sport, etc.) schnell 2.040 Kilogramm CO² pro Jahr nur durch Atmen produziert werden! Da es bislang keinen wissenschaftlichen Beweis für eine Erwärmung durch zusätzliche CO²-Emmissionen gibt, ist dies eine Propagandaveranstaltung für Gläubige!
Uwe Klasen :
Das ist der richtige Weg, so wie es derzeit ist, hier sei als schlechtes (Vorbild) Beispiel der Fraktionszwang genannt, kann es einfach nicht weitergehen! Das sollten endlich auch die Politiker in Bund und Ländern erkennen und entsprechende Regelungen für die aktive Mitbestimmung der Bürger in die Wege leiten! Vorbild Schweiz!
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