Exkursion mit der Naturschutzinitiative e.V. (NI)

„Winterzauber“ im Nationalen Naturerbe Stegskopf

„Winterzauber“ im
Nationalen Naturerbe Stegskopf

Die Exkursionsteilnehmer genossen bei Minusgraden den „Winterzauber“. Foto: Naturschutzinitiative e.V.(NI)

09.02.2018 - 16:01

Region. Spannende und eindrucksvolle Stunden erlebten die Teilnehmer der Exkursion „Winterzauber rund um das Nationale Naturerbe Stegskopf“ in der strukturreichen Landschaft des Nationalen Naturerbes Stegskopf, die von der NATURSCHUTZINITIATIVE e.V. (NI) veranstaltet wurde. Harry Neumann, Landesvorsitzender der NI, freute sich, neben den zahlreichen Teilnehmern auch den Präsidenten der POLLICHIA, Dipl.-Biologen Dr. Jürgen Ott, begrüßen zu können.

Zu Beginn ging die Wanderung entlang des romantischen Daadebaches durch den märchenhaft verschneiten Bergahorn / Eschen / Buchenwald, in dem Dipl.-Biologe Konstantin Müller über die Biologie und die Lebensansprüche der hier vorkommenden Fledermäuse sowie die Bedeutung von Alt- und Totholz informierte. An der alten Bahnlinie der Westerwaldbahn, heute nördliche Platzrandstraße, die einst den Quarzitsteinbruch bei Emmerzhausen (Lipper Nürr) mit Friedewald verband, erhielten die Teilnehmer Informationen aus der Zeit des Rohstoffabbaus und der Verarbeitung in den dreißiger Jahren. Heute ist das 40 Hektar große Gebiet Naturschutzgebiet und dient unter anderem dem Erhalt der Feucht- und Nasswiesen sowie dem Erhalt der Trollblume.

Unterwegs machte die Wandergruppe immer wieder Halt an markanten Stationen. Eine davon war eine über 200 Jahre alte Buche, deren Wurzelwerk sich um einen Basaltkopf schlang und die mit ihrer weit ausladenden Krone Schattenspender für das Weidevieh war. Hier erläuterte Dipl.-Biologe Ralf Kubosch die Waldentwicklung in Deutschland und Europa. Ein Teilnehmer meinte fasziniert, alleine schon wegen dieses alten Baumes und seiner Schönheit habe sich diese Winterwanderung gelohnt.

Die ökologische Bedeutung eines aufgelassenen Basaltsteinbruches mit seinen Felsköpfen unterhalb des Höllenkopfes und kleinflächigen, aber international bedeutsamen Fels-, Kleingewässer-, Bergheide- und Magergrünland-Lebensräumen erläuterte Harry Neumann, Landesvorsitzender der NI. Ebenfalls wusste er Interessantes von der Wildkatze zu berichten, die im Nationalen Naturerbe lebt und sich auch fortpflanzt.

Kurz nach Mittag erreichte die Gruppe auf dem Höllenkopf mit 630 m die höchste Erhebung dieser Wanderung.

Dort bot sich den begeisterten Wanderern ein einmaliger Rundblick, der über die bewaldeten und schneebedeckten Rücken bis ins Rothaargebirge, ins Bergische Land und ins Eggegebirge reichte. Dipl.-Ing. agr. Gerhard Bottenberg erläuterte die von der NI angeregten Pflegemaßnahmen auf dem Höllenkopf, die bereits zu einem ersten Erfolg geführt haben. Er erklärte die Bedeutung dieses Gebietes als europaweit bedeutsamer Wildtierkorridor und machte auf die einzigartige Landschaftsästhetik aufmerksam.

„Wir sind stolz darauf“, so die Vertreter der NI, „dass wir dieses Gebiet vor seiner Industrialisierung durch Windindustrieanagen bewahren konnten.

Für die NI und die POLLICHIA sei es sehr wichtig, dass die Menschen sehr bald auf ausgewiesenen und frei gegebenen Wegen dieses ökologische Juwel auch erleben können, erklärten Harry Neumann und Dr. Jürgen Ott. Es sei unverständlich, dass sich hier zu wenig bewege und kein Fortkommen zu erkennen sei, obwohl NI und POLLICHIA bereits vor drei Jahren ein Konzept entwickelt hätten.

Dass eine solche ursprünglich anmutende Landschaft auf der Westerwälder Basalthochfläche, die die Landschaft vor 100-200 Jahren widerspiegelt, den Betrachter mit allen Sinnen berührt, erlebten die Teilnehmer auch bei einer kurzen Rast an alten Lesesteinhaufen. Hier wurden für eine kurze Weile die Gespräche eingestellt und die winterliche Abgeschiedenheit und Stille mit allen Sinnen wahrgenommen.

Nach fünf Stunden bei Minusgraden über tief verschneite alte Viehweiden zum Ausgangspunkt zurückgekehrt, verabschiedeten sich die begeisterten Teilnehmer in der Hoffnung, dass die NI bald wieder eine solche fachlich fundierte und erlebnisreiche Exkursion mit ihren Experten anbietet. Einziger Kritikpunkt der Teilnehmer war, dass die DBU ihre Genehmigung verweigert hat, unter sachkundiger Führung auch in die gesperrten Bereiche des Nationalen Naturerbes gehen zu können.

Und dies, obwohl die Genehmigung von ADD und BIMA vorlagen.

Pressemitteilung

der Naturschutzinitiative e.V.(NI)

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Kommentare
Joachim Rosenbach:
Toller Artikel, auch gilt ein DANK der Presse die uns den Karneval auch über die Grenzen von Höhr-Grenzhausen heraus transportiert, das man sieht in Höhr-Grenzhausen ist was los, da wird toller Karneval geboten. Das Jahr 2019 wird kommen und da simmer dabei un dat es Prima ....
Walter Heisser:
Super geschrieben,sehr detailiert,Dankeschön
Uwe Klasen:
Sehr geehrter Hr. Mueller, können Sie denn überhaut verifizierbare Belege für ihre Behauptungen anführen oder bleibt es, wie für gewöhnlich ihrerseits, beim Lamentieren und diffamieren anderer Kommentatoren?
juergen mueller:
Sie wiederholen sich (falsch) Herr Klasen und ich würde Ihnen empfehlen,wenn Sie sich schon (falsch) äußern,dass Sie sich für JEDEN Leser erst einmal verständlich ausdrücken.Den aktuellen Stand der Wissenschaft haben Sie außerdem verpasst.Im übrigen empfehle ich Ihnen,sich einmal mit der KLIMAGESCHICHTE überhaupt zu befassen,genauer gesagt mit dem Problem merklicher menschlicher Einflüsse auf unsere UMWELT und somit auch auf unser KLIMA.Zu Ihrer INFO:Das geht zurück auf das Seßhaft-Werden des Menschen bis hin zum Übergang zu intensiver Landwirtschaft,Viehzucht etc.u. natürlich weitergehend der Industrialisierung (abgesehen von den natürlichen Klimaänderungen).Der MENSCH hat durch Waldrodung,Agrar-/Weidewirtschaft,Bebauung,Abwärme-Erzeugung,Verkehrswege,Industrieanlagen,künstliche Bewässerung,trockenlegung von Sumpfgebieten etc.die Erdoberfläche negativ VERÄNDERT.Hinzukommt der Ausstoß (menschgemacht/verschuldet) von Stoffen/Gasen unterschiedlichster Art in die Athmosphäre.
Uwe Klasen:
Klimaschutz = quasi eine religiöse Bewegung ... es bleibt leider wie es ist, dass es in der Physik und in der Physikalischen Chemie kein einziges Experiment gibt, das den sog. "atmosphärischen Treibhauseffekt" belegen kann! Und in veröffentlichten Persistenzanalysen gibt es keinerlei Hinweis auf ein anthropogenes Signal, abgesehen vom städtischen Wärmeinseleffekt. Es ist offensichtlich, dass CO2 nicht der wesentliche Treiber der Temperaturen ist. Soviel zum aktuellen Stand der Wissenschaft!
Christoph Wagner:
Gute Sache!
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