Veilchendienstagszug lockte die Jecken aus dem gesamten Kreis

Triumphzug für Sentiaca Kristina I.

Triumphzug für Sentiaca Kristina I.

Auf Sinzig Straßen feierten die Jecken ausgelassen KarnevalRÜ

Sinzig. Mit dem großen Veilchendienstagszug in der Sinziger Innenstadt fand der Straßenkarneval seinen krönenden Abschluss. Für die Sinziger Sentiaca Kristina I. (Friedsam) ging bei ihrer Triumphfahrt ein großer Lebenstraum in Erfüllung. Und die Sinziger Jecken lieben ihre Sentiaca, die bei ihrer Alleinregentschaft eine furiose und geschichtsträchtige Session hinlegte.

So wurde gleich einer der Närrischen Paragrafen im Bezug auf die närrische Herrscherin erfüllt. Besonders schmuck präsentierte sich die Mühlenbachstraße. Die Aktivgemeinschaft hatte zwar keine Luftballons aufgehängt, dafür gab es aber an jedem Laternenmast ein Fahne mit dem Konterfei der Sentiaca mit vielen Grüßen von Aktiv für Sinzig.

Und der Zuch in Sinzig lockte noch einmal Tausende, meist kostümierte Jecken, die sich auch gegen den Regen gewappnet hatten. Mit Schätzungen hält man sich zwar von offizieller Seite zurück, aber: „Wir sind pünktlich“, Zugleiter Michael Kappl hielt dieses Versprechen.

Und war trotz schlechter Wetterprognosen relativ stressfrei. „Wenn es ganz schlimm mit dem Wind wird, machen wir den Zuch spontan kürzer “, so Kappl zu den Rosenmontagspleiten nicht nur in Mainz und Düsseldorf. In Sinzig gab es einfach nur drohendem Regenwetter. Bei aufkommendem Wind startet das Narrenspektakel im Trockenen.

Sentiaca Kristina I. war de

Sonnesching, der die aufziehenden Regenwolken vertrieb

Ansonsten gab es bei den Närrischen Buben, die einen großen närrischen Lindwurm mit insgesamt 45 Zugnummern und weit über 1.000 Teilnehmern auf die Reise schickten, zufriedene Gesichter. Obwohl der Zuch in den vergangenen Jahren leicht geschrumpft ist, gab es 17 Wagen, 19 Fußtruppen und neun Musikgruppen,

Die großen Prunkwagen - längst eines der Kennzeichen des Umzuges in Sinzig ,von denen es heftig Süßigkeiten regnete, erforderten viele Sicherungskräfte. Über 100 Helfer von THW, Feuerwehr und DRK und zudem viele Freiwillige waren beim Zuch aktiv.

Neben den großen Narrenschiffen gibt es beim Sinziger Zuch viel Musik von der Kapelle. Die Löhndorfer Spielleute waren ebenso dabei wie das Tambourskorps Erpel. Batida de Samba und die Rheinklänge aus Remagen. Das Musikkorps der Stadtsoldaten aus Remagen, der Musikzug der KG Bad Breisig und der Fanfarenzug Brohltalklänge rundete das musikalische Angebot ab. Traditionell direkt vor dem Prinzenwagen spielte der Sinziger Freiweg auf.

Riesigen Beifall und Anerkennung gab es aber für einen Einzeljeck mit noch jeckeren Ideen. Heinz Degen als Urgestein des Sinzig Karnevals zu bezeichnen, ist fast schon etwas tiefgestapelt. Als Zugnummer 28 feierte Degen seine 66 Teilnahme bei Sinziger Veilchendienstagszug. Und der Mann hat längst seinen 80. Geburtstag gefeiert. Und kam diesmal als Einzeljeck in Begleitung. Enkel Lauro (10) war mit von der Partie. Ganz praktische Ausbildung für den jecken Nachwuchs eben. Friederike Gross-Koschinski war als Jeckin solo als Muse des Karnevals unterwegs. Auch eine schöne Einzel-Idee.

Natürlich waren auch die Westumer Jecken um ihren Chef Rudi Fuchs im Sinziger Zuch vertreten. Und die gaben sich mit allen Abteilungen und Gruppen nach den über die Bühnen gebrachten Zeltveranstaltungen ocker und entspannt samt Verteilung des entsprechenden Gemüses aus dem Murreland. Vor allem die Tanzgruppe Meninas hatte für die Westumer viel auf die Beine gestellt, was Wunder , feierte die doch ihr 10-jähriges Bestehen.

Eine eigene Abteilung im Zuch bilden mittlerweile die Rievkooche aus Bad Bodendorf mit gleich zwei Wagen und den Ahrtalmeisterinnen Blue Stars als Fußgruppe. Die taten fröhlich kund: Mir kapern de Zuch .

Auf dem Elferratswagen der Buben wurde Dechant Achim Thieser beim Kamellenwettwerfen mit Buben-Chef Volker Thormann gesichtet.

Fest verankert im närrischen Lindwurm bleibt der TV 08, der sein Kinderprinzenpaar Raphael I. und Laetitia I., auf die Reise schickte.

Kamelle und Schokolädchen reichlich, große Narrenschiffe, jecke Ideen und begeisterte Besucher.

Der Sinziger Zuch schrumpfte im Lauf der Jahre, auch weil es die vaterstädtischen und Traditionsvereine der Stadt es ebenso wenig, wie die Sportvereine schaffen, eine Zugnummer ob als Fußgruppe oder Wagen zu stellen.

Dafür entwickeln junge Jecken seit einigen Jahren ihre Tradition mit sozusagen eigener Abteilung im Zuggeschehen. Groß das Aufgebot des Sinziger Ho, das das kölsche Motto „Jeder Jeck is anders“ auf jedwede gesellschaftliche Problematik angewendet sehen wollte. Die Abituria des Rhein-Gymnasiums ist mittlerweile auch fester Bestandteil im Zuch. ABIwehr - 13 Jahre getarnte Intelligenz lautete ihr Motto.

Besonders in Zeug gelegt hatten sich die Sinzig Stadtmauremöhnen. Immerhin ist ja Sentiaca Kristina I ihre stellvertretende Chefin.

Sinzig schönste Mädchen schlüpften diesmal in die Rolle staatser Appelsine-Funken, sozusagen die Leibgarde der Sentiaca.

Optisch einer der Hingucker. Die Tintenfische der Narrbarschaft Knatsch-Jeck. Seit Jahren ja ebenfalls eine Institution im Sinziger Zuch. Dazu hieß es: Im Senzije Zooch do schlängelt sich en jruse Menge Tentefisch . Mit Fußgruppe und Wagen feierten am Veilchendienstag die Tier- und Naturfreunde Schwanenteich ihr 40-jähriges Bestehen.

Erstmals waren die Sinziger Stadtsoldaten in diesem Jahr beim Strohbärentreiben in Kripp vertreten. Am Dienstag gab es Gegenbesuch. Die Kripper Vagabunden kamen als The Flintstones .Der Junggesellenverein Kripp hatte als Narrenschiff einen riesigen VW-Bus gebaut. Auch hier gab es einen Seitenhieb auf das Zeitgeschehen. Unsere Werte stimmen , war da selbst erklärend zu lesen. Trotzdem stieß das Gefährt ungeheure Mengen Qualm aus. Die Skifreunde Ahrtal hatten ihrem prächtigen Mottowagen das Motto erst Skifliegen dann schief lieben , gegeben.

Ob der Wetterlage kunbbelten sich die Jecken nicht so dicht wie sonst in der Innenstadt. Aber Buben und Sentiaca hatten mit dem Wetter einfach Schwein.

Nach dem Zuch wurde in Sinzigs Straßen und Kneipen feste weitergefeiert.