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Prunksitzung der Stadtsoldaten 1896 e.V.

Närrisches Feuerwerk der Raketen und Lachsalven

Vergangenes Wochenende wurde in der Mittelrheinhalle der Saalkarneval der Andernacher Traditionskorps eröffnet

03.02.2014 - 11:08

Andernach. Die Bühne der Mittelrheinhalle erwies sich am zurückliegenden Wochenende als ausgelassene Basisstation rheinischen Frohsinns und Heiterkeit. Lampenfiebrige Vorfreude in den Gesichtern der aktiven Stadtsoldaten, die am Samstag und Sonntag den Countdown des althergebrachten Saalkarnevals herunterzählen und diesen stimmungsvoll eröffnen durften. Während der gut fünf Stunden schöpfte der närrische Traditionsverein die unzählige Weite der närrischen Unterhaltungskunst in gekonnter Manier aus und zündete dabei gleich mehrere Raketen, die mit karnevalistischem Rückstoßantrieb zu Höhenflügen ansetzten.

Kommandant und Sitzungspräsident Heribert „Molly“ Zins hatte sich derweil mitsamt seinen restlichen Elferrätern vor eine weltraumgreifende Bühnenkulisse begeben, vor der sich das uniformierte Corps den Sitzungsgästen vereinsfarbenfroh in rot und gelb präsentierte. Das nach den begrüßenden Worten abgehaltene „Wibbeln“ widmete Heribert Zins dem „Ehrenmitglied“ Horst Zerwas, der wie alle anderen im Anschluss die Darbietung des Kinderballetts verfolgte. Auch der Nachwuchs der Stadtsoldaten griff dabei nach den Sternen, und wenn auch nur nach den Amerikanischen. So schlüpften die Kinder letztmals trainiert von Jana Druschke und Tanja Peters in die Rolle von „Cheerleadern“, die ihrem Publikum mal mächtig einheizten.

Nachdem „Et Blonchen“ Andrea Peters darüber berichtete hatte, wozu unkoordinierter Stuhlgang führen kann, füllten die Altstadtrebellen (Zins, Aaron Friedland, Stefan Fischer, Waldemar Thiele) die humoristischen Triebwerke: Mit ihrem Gesang über verträumte Andernacher Politiker und neuen Ideen für die „Essbare Stadt“ übersprangen sie die karnevalistische „Fünf-Prozent-Hürde“ deutlich. Ein Seitenhieb auf die letzten Wahlergebnisse der FDP blieb dabei nicht auf der Strecke.


Feinsinnige Recherchen


In schwindelerregende Höhen beförderte anschließend Tanzoffizier Yves Przybylla seine Tanzpartnerin Marijke Lahnstein, doch befand sich die Regimentstochter der Stadtsoldaten zu jeder Zeit der sehenswerten Einlage in sicheren Händen. Über eine Hand voll tagesaktuelle Themen hatten „Spitz und Spitz“ (Mättes Sabel und Johannes Asbach) im Rahmen ihrer feingeistigen Recherchen zusammengestellt und debattierten auf sprachlich hohem Niveau unter anderem über Abhörmethoden früher und heute. Der Gang zum Arzt bliebe uns heute erspart, stattdessen reichten die E-Mail-Adresse und das zugehörige Passwort.

Aus Kerzenschein entfachte sich einstweilen der atmosphärisch stimmige Tanz des Jugendballetts, dessen Leiterinnen Elena Lüdke und Jana Wagner ihre Nachwuchsschützlinge auf den Punkt genau vorbereitet hatten. Vorbereitung ist alles, dachte sich auch die Formation des „Regimentstanzes“, den die seit 30 Jahren existierende „2. Kompanie“ auf die Beine stellt und damit, unterstützt vom Regimentstochter Marijke Lahnstein, schwere Geschütze auffährt. „Hallo, ihr Leut“, riefen im Anschluss die „Vier Kleevkurschte“ Martina Eiden, Erika Schwickert, Andrea Paulmann und Vera Zerwas-Schneider ihrer Zuhörerschaft zu und besangen mehrstimmig innerstädtische Schieflagen. Für ihren elften Tanz auf der Stadtsoldatenbühne hatte das gemischte Gardeballett sich neue Kostüme anfertigen lassen - nicht nur Kommandant Zins fand dies „wunderbar“. Und die für Gardeballetts eher unübliche Zugabe wurde mit viel Beifall honoriert. Diesen verdienten sich auch Nadine Krebs und Nina Ruppert mit ihrer Version der Weihnachtsgeschichte. Beabsichtigte Wortwitze wie „Gold, Weihrauch und Möhren“ folgten auf köstliche Pointen rund um Maria und ihrem „Zimmermanns Jupp“. Die Voraussetzungen für eine kurze Zwischenlandung waren geschaffen.


„Bühnenkult in Hochkultur“


Von der Sitzungskapelle „MännDie“ musikalische wieder zur zweiten Runde begrüßt, befand sich die Sitzungscrew schnell wieder in einer gut gelaunten Umlaufbahn. Aktive Sportler der Turnerriege um Matthias Busenkell und Basti Hausberger beförderten sich per Sprungbrett in die luftleeren Räume Andernachs guter Stube, die anschließend „Bühnenkult in Hochkultur“ erleben durfte: Markus Topp hatte einmal mehr seinen „dünnen Hering“ Susanne Bell „an Board“. Deren Ausführungen über Auswahlkriterien für Festausschussmitglieder oder aber die Qual bei Wahl beim Schwimmbekleidungskauf zündete Lachsalven im Saal. In eben diesem hatte die Tanzgruppe trainiert von Marijke Lahnstein und Jennifer Reif ihre Laserschwerter gezückt und zogen ins intergalaktische Gefecht gegen Griesgram und Muckertum. Jener vertrieb auch Michael Krebs: Im 22. Bühnenjahr zog der zudem seit über einem Jahrzehnt erprobte Leiter der Fidelitas in der Rolle als „Kresse“ zum wiederholten Male alle Register, ulkte aus der „Bütt“ über die Dinge, die das Leben schreibt und erntete dafür stehende Ovationen.

Dass im Weltraum auch wohlklingende Töne ihren wohlverdienten Platz einnehmen, bewies der Spielmannszug der Stadtsoldaten mit einem „Heino-Medley“, bei dem sich die Truppe um Tambourmajor Sandra Bell nicht nur musikalisch, sondern vor allem auch optisch an dem Sänger aus Bad Münstereifel orientierte. Zur finalen Landung des Sitzungsflugkörpers zeigte sich das Damenballett, die „Just For Fun Dancers“, mit Schirm und Charme, wenn auch ohne Melonen dem erwartungsvoll dreinblickenden Publikum. Neu-Trainerin Monika Lahnstein hatte mit ihrer Ballettformation einen formvollendeten Tanz einstudiert, der flott und leichtherzig den idealen Schlusspunkt setzte. Sichtlich zufrieden bedankte sich die rot-gelbe Aktivenschar gemeinsam auf der Bühne für den gespendeten Applaus und verließ, angeführt von Neu-Puddelinchen Cathrin Ducht, das Rampenlicht. Zu groß war nun die Erdanziehungskraft, um zu weiteren Ausflügen ins Universum aufzubrechen. Das jetzt anstehende gemeinsame Feiern mit den Sitzungsbesuchern hatte sich das Stadtsoldatencorps schließlich mehr als verdient.

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Gabriele Friedrich:
[ Zitat ] Abschließend war es für die Mayener Sozialdemokraten eine Selbstverständlichkeit, die Aberkennung der „Ehrenbürgerschaft“ von A. Hitler mit zu beschließen [ Zitat Ende ] Herzlichen Glückwunsch an die SPD und die Stadt Mayen. Nach 75 Jahren! hat man einem Mörder und Volksthyrannen die Ehrenbürgerschaft aberkannt. Und wie lange dauert es, bis die Mayener eine Kritik annehmen und einmal drüber nachdenken? Wie lange braucht es denn, eine Stadt kaputt zu machen, Kopfsteinpflaster wie in Kaisers Zeiten durch die gesamte City zu tackern, das sich jeder Gehbehinderte den Hals bricht und sich mit dem Rollator die restlichen Knochen bricht ? Warum ist Mayen immer noch so rückständig? Mayen bietet immer noch keinen Service, keinerlei Kommunikation und keine Einkaufsmöglichkeit für alte Menschen. Sollen wir raus aus der Stadt- wie im Mittelalter ? Flanieren in Mayen? Geht nicht mehr, und was wollt ihr dann mit einem Hotel? Erstmal die Ruinen abreißen und die Eigentümer in die Pflicht
K. Schmidt:
Mit anderen Worten: Die 5 AfD-Stadtratsmitglieder bilden gegenüber den anderen 43 die absolute Mehrheit. Denn so wie sie abstimmen, darf schließlich kein echter Demokrat abstimmen. ergo: Politisches Kasperletheater, allerdümmster Art. Und wiedermal Stärkung einer Partei, die doch angeblich niemand stark haben will.
Helmut Gelhardt:
Wer sich in die Hände der Rechtsreaktionäre, hier der AfD, begibt, kommt politisch in deren Händen um. Das hätte gegolten für die Papaya-Koalition unter der Führung des CDU-Fraktionsvorsitzenden im Neuwieder Stadtrat, Herrn Martin Hahn, der vor dem 'Abwahlverfahren Mang' bewusst in Kauf genommen hat, Bürgermeister Mang, SPD, mit Hilfe der AfD zu stürzen. Und das gilt gleichermaßen jetzt für Herrn Bürgermeister Mang, der es jedenfalls im Ergebnis hingenommen hat, dass seine Abwahl nur mit der Enthaltung der AfD verhindert wurde. Die Schändlichkeit der maß- und zügellosen Treibjagd gegen Mang durch in erster Linie sich christliche Demokraten nennende Personen im Neuwieder Stadtrat bleibt bestehen! Das sich als Bürgermeister Stützen-lassen durch die rechtsreaktionäre AfD ist für Herrn Mang als Sozialdemokrat absolut undenkbar! Es gibt kein richtiges Leben im falschen. Für Herrn Martin Hahn nicht.Und für Herrn Mang nicht. Am Abwahl-Abend hat die AfD obsiegt. Das ist niemals hinnehmbar!
Achim Kämpflein:
Wow - was für ein Verbrechen! Hat die Polizei nichts bedeutsameres zu berichten, als sich mit einer solchen Pressemeldung lächerlich zu machen?
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