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Die Erfolgsgeschichte des Andernacher Karnevals wurde fortgeschrieben

Stadtsoldaten nahmen ihr Publikum mit auf eine stimmungsgeladene Reise

Uli Bergmann wurde für sein herausragendes karnevalistisches Engagement der „Große Verdienstorden“ des Festausschusses verliehen

13.02.2019 - 09:09

Andernach. Nahezu 4.000 Närrinnen und Narren verfolgen in diesen Wochen in der Andernacher Mittelrheinhalle das karnevalistische Bühnentheater der vier Traditionscorps. Die Kartennachfrage und ein Blick in die wiederholt voll besetzte „gute Stube“ liefert den Beweis: Die Amateur-Stars der Annenache Faasenacht sind weiterhin angesagt und müssen den Vergleich mit bezahlten Größen in Köln, Mainz und Düsseldorf nicht scheuen. So auch nicht am vergangenen Wochenende bei den Stadtsoldaten, die seit 123 Jahren Garanten für rheinische Fröhlichkeit sind.


Stehende Ovationen und Raketen


Nach dem gloriosen Einzug des uniformierten Korps und des Elferrats ging Kommandant und Sitzungspräsident Heribert „Molly“ Zins nach kurzer Begrüßung gleich zur Tagesordnung über. Noch zu früher Stunde sollte selbstverständlich der Nachwuchs zu seinem Recht kommen. Mit Luftgitarren ausgestattet erfreute das Kinderballett mit seinem herzgewinnenden Bewegungstheater. Puddel Cathrin Ducht begleitete dann „Et Blondche“, Andrea Peters, auf die Bühne. Der Blondine, die Angst vor den Fragen beim Schwangerschaftstest hat, sollte man mal den Unterschied zwischen einem Fernseher und einer Mikrowelle erklären. Doch wer nach dem Motto lebt „lieber dick geplatzt, als dürr verreckt“ und ein Puzzle in drei Wochen zusammensetzt, obwohl auf der Packung „4-6 Jahre“ steht, der ist wohl bildungsresistent. Die „Altstadtrebellen“, Waldemar Thiele, Aaron Friedland, Stefan Fischer und Heribert „Molly“ Zins, behalten auch dann die Nerven, wenn am Akkordeon ein Gurt reißt. Die Stadtsoldaten-Urgesteine plauderten und sangen von Andernacher Skywalk-Plänen, Betonfüllungen in Abflussrohren und vermittelten ihre Sichtweisen im Zusammenhang mit der Dieselaffäre. Mit ihrer Andernach-Hymne, Melodie: „Sweet Caroline“, „Sweet Andernach“ rissen die Musikanten und Humoristen die närrisch gestimmte Saalgemeinde von den Stühlen. Ohrenbetäubender Jubel. Dann: Einzugsmarsch für das Andernacher Tollitätenpaar Prinz Tubak II. „Mit Pinsel und Quast in den Prinzenpalast“ und Prinzessin Jessica I. „Dat Herzchen von Rot-Wieß aus dem Baggerparadies“ und ihrem Gefolge. Das sich anschließende Bühnenzeremoniell, meist als „langatmig“ empfunden, entfaltete sich zu einem Stimmungs-Leuchtturm des Abends. „Mir sein all vom Mosaik en Stäen, hai en Annenach sain mir dehäem“, sang selbst der bereits heisere Jürgen Senft, der mit seinen Festausschuss-Mitstreitern dem waschechten Andernacher und Stadtsoldat Uli Bergmann für sein herausragendes karnevalistisches Engagement den Großen Verdienstorden des Festausschusses verlieh. Mit ihrem bereits zur Proklamation dargebotenen Lied „Ich will jetzt gleich Prinz sein“ schaukelte die närrische Reisegesellschaft die Superstimmung weiter hoch. Die Rakete des Narrenvolkes war da sicher. Johannes Fischer, im Sitzungskarneval bekannt als „Lurch“, überzeugte wieder mit einem Reimvortrag. Der Teenager berichtete von Veganern, die aus Vogelhäusern essen und von Ökofreaks, die ihren Porsche ohne Motor fahren, lästerte aber auch über Fernsehgrößen und Smartphone-Apps. Im Riesenapplaus startete für ihn ebenfalls eine Rakete. Mit Sambarhythmen und erfreulich unmilitärisch tanzte sich die 2. Kompanie beim Regimentstanz mit ihrem Mariechen in die Herzen der Närrinnen und Narren. Die „Vier Kleevkurschte“ waren diesmal, krankheitsbedingt, nur zu dritt erschienen, Erika Schwickert, Andrea Paulmann Vera Zerwas-Schneider. Doch verstärkte diesmal Sebastian Schneider mit seiner „dicke Trumm“ das Vocal- und Instrumentaltrio. Mit ihrem Song „Thank you for travelling“ beklagten sie sich über die ärgerlichen Verspätungen der Deutschen Bahn, vermittelten mit „Schön geht anders“ ihre Vorstellungen von Schönheit und plädierten dafür, im Zusammenhang mit der Stadtentwicklung, Ideen freien Lauf zu lassen: „Am Anfang der besten Geschichten steht immer eine Schnapsidee!“, sangen sie und erhielten sogleich die frenetische Zustimmung des Auditoriums. Das High-School-Musical hatte sich das Jugendballett zum Thema gemacht. Die tanzfreudigen Schulmädchen und -jungs im grün-blauen Farbambiente gewannen die Zuschauer mit gewagten Hebungen und ihrer Schritt- und Bewegungsvielfalt. Matthias „Mättes“ Sabel trat in diesem Jahr erstmals als Solo-„Spitz“ auf. Aufgrund eines gebrochenen Zehs in Sandalen auftretend, tat er seinen Unmut kund zu sorglosen Facebook-Nutzern und Smartphone-Süchtigen und warf auch einen Blick ins politische Berlin - leider weitestgehend ohne zündende Pointe. Gewinnend war die Ausstrahlung des Mariechentanzes der Regimentstochter Tina Ruppert und ihres Tanzoffiziers Aaron Friedland. Freche Gören, die bereits seit närrischen elf Jahren die Lachmuskeln ihres Publikums strapazieren, schlossen den ersten Sitzungsteil ab. „Die Ähn on die Anner“,Nadine Krebs und Nina Ruppert, vergnügten mit ihrem Plausch über Ernährungsumstellungen - „Vegetarisch grillen ist wie Karneval in Neuwied: Es existiert, macht aber keinen Spaß!“. Sie erlebten in Köln eine vegane Sitzung, in der sogar der Tusch verpönt war - Tar-tar. Kennen Sie Städteraten nach Umschreibungen? Beispiele: „Redeverbot für Pegida-Anhänger? Braunschweig!“ oder „Sex auf der Eckbank? Reit im Winkl“. Standing Ovation ließ da nicht lange auf sich warten.


Jules Vernes ließ grüßen


Der Elferrat hatte sich nach der Pause in Kostüme aus dem viktorianischen Zeitalter Jules Vernes gekleidet und fügte sich so themengerecht in das gelungene Bühnenbild „In 80 Tagen um die Welt“ ein. Mit rot-gelb-weißem Liebreiz ertanzte sich das Gardeballett zu Kasalla-Klängen das Zugabe-Verlangen der Sitzungsbesucher. Die inzwischen wieder ausschließlich weiblich besetzte Formation sucht nach männlicher Verstärkung. „Showtime“ für den Spielmannszug unter der Leitung von Tambourmajor Sandra Köster. Auch die Spielleute machten im Einklang mit dem Bühnenbild eine musikalische Reise um die Welt. Symbolisiert wurde das Reiseabenteuer durch Fahnen und Nationalhymnen - von der Marseillaise bis zum Star-Bangled-Banner. Eine wirklich einladende Exkursion. Immer noch einmalig im Andernacher Karneval sind die Fahnenschwenker, die alljährlich konzentriert und geschickt beweisen, dass eine Stadtsoldatenfahne nicht nur getragen werden kann. Wem es zu später Stunde gelingt, die Aufmerksamkeit des unruhiger werdenden Publikums zurückzugewinnen, muss ein wahrer Meister sein. „Kresse“, Michael Krebs, kann’s! Der „Wackelbütt-Stratege“, kann einem leidtun. Er ist nach eigenem Bekunden so einsam, dass er sich selbst bei der Polizei als vermisst meldete. Kein Wunder, wenn man als Jugendlicher dem Rat der Mutter folgt und sich, einen Apfel in die Badehose steckt – auf der falschen Seite! Die Rakete startete inmitten der stehenden Ovationen. Die Männertanzgruppe begab sich zur Freude aller auf eine „Insel mit zwei Bergen“ und ließ Klone von Jim Knopf und dem Lokomotivführer Lukas die Bühne rocken. Kreativität und Schrittvielfalt zeichneten die Choreographie des Damenballetts „Just for Fun Dancers“ aus. Die 18, in grün-silberne Kostüme gekleideten, tanzbegeisterten Mädels gaben zum Sound von Lady Gaga alles und setzten somit den zündenden Schlusspunkt der Prunksitzung.

Als sich der, aus der himmlischen Backform für „echte Annenacher“ gewonnene Heribert „Molly“ Zins und das rot-gelb-weiße Bühnenensemble zu den Klängen des Stimmungstrios „Tusch Express“ von ihrem Publikum verabschiedeten, konnten sie sich von dessen Resonanz bestätigt fühlen: Die Saat der Bühnenakteure und der Tanztrainerinnen sowie Helferinnen und Helfer hinter der Bühne ging auf: Sie ließ rheinischen Frohsinn im Saal erblühen .

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