Allgemeine Berichte | 09.06.2026

Antisemitismus-Prävention 2026

Vortrag am KSG: Antisemitismus in Frankreich

Dr. Carole Billod aus Nizza bei ihrem Vortrag ‚Antisemitismus in Frankreich‘

Koblenz. Dieses Jahr haben die Schüler*innen des Kurfürst-Salentin-Gymnasiums bereits zum zehnten Mal eine neue Konzeption des lebendigen Denkmals vorgelegt, das der gefallenen Schüler der Weltkriege und der im Nationalsozialismus ermordeten jüdischen Mitschüler gedenkt und dabei immer wieder neu und aktuell den ersten Satz des Grundgesetzes ‚Die Würde des Menschen ist unantastbar‘ umsetzt.

Passend dazu eröffnete am 29. Mai 2026 Dr. Carole Billod aus Nizza mit ihrem Vortrag ‚Antisemitismus in Frankreich‘ einen tiefen Blick auf die Situation in unserem Nachbarland. Frau Billod setzte mit ihrem Bericht konkret am 8. Oktober 2023 an, also am Tag nach dem schrecklichen Massaker in Israel; denn bereits da begannen die ersten antisemitischen Taten in Frankreich, die sich bis heute dramatisch gesteigert haben (2022: 436, 2025: 1320). Auch 49% jüdischer Schüler*innen sind nach eigenen Aussagen von antisemitischen Handlungen und Taten betroffen!

Der Staat hat darauf mit einem „Nationalen Plan gegen Rassismus, Antisemitismus und Diskriminierung“ geantwortet, d.h. die Sicherheit jüdischer Einrichtungen verstärkt, der Justiz klare Anweisung zu Null-Toleranz gegeben und in den Schulen für mehr Aufklärung bzw. härteres Durchgreifen gesorgt. Aber das reicht natürlich letztlich alles nicht aus.

Für das Thema Aufklärung über Antisemitismus stellte Frau Billod daher zwei konkrete privat organisierte Projekte vor, zunächst das Kollektiv „NOUS VIVRONS“, gegründet 2024, das mit konkreten Aktionen auf Antisemitismus von links und rechts aufmerksam macht

Vor allem aber wies Frau Billod darauf hin, dass der entscheidende Ansatzpunkt die Jugend ist, die sensibilisiert werden muss.

Der Verein „LE MANIFESTE“, gegründet 2025, deren Mitglieder für Workshops in die Schulen gehen, um dort Aufklärungsarbeit zu leisten. Ein erster großer Erfolg ist dabei die Charta, die von Schülern erarbeitet wurde, die in jeder Region öffentlich von den Jugendlichen der Workshops unterzeichnet wird und die Einladung zur Vorstellung der Initiative in der französischen Nationalversammlung, geplant für den Winter dieses Jahres.

Durch ihre Darlegungen und ihr persönliches Engagement hat Frau Billod dann auch die Zuhörer*innen dafür sensibilisiert, auch in Deutschland wieder genauer hinzuschauen, wo ja ebenfalls antisemitische Äußerungen und Handlungen dramatisch zugenommen haben, wie gerade in Bayern, wo eine Buchung aus Israel abgelehnt wurde mit dem Kommentar: „Sorry, there are no jews allowed in our hotel“, so dass wieder einmal die Aufforderung des römischen Dichters Ovid gilt: Principiis obsta, sero medicina paratur – stelle dich den Anfängen entgegen, ein Heilmittel dagegen kommt zu spät (wenn die Krankheit ausgebrochen ist).

Bericht: Prof. Dr. Tamara Choitz

Foto: Evelyn Höfer

Weitere Themen

Dr. Carole Billod aus Nizza bei ihrem Vortrag ‚Antisemitismus in Frankreich‘ Foto: Evelyn Höfer

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
Bildergalerien
Neueste Artikel-Kommentare
  • Gerhard Stotzem: Die einzige mir bekannte Brückenbaustelle in Hönningen berührt zwar den Ahrradweg, aber sie unterbricht ihn nicht. Es handelt sich dabei um eine Ahrquerung vom Radweg in die Ortschaft. Der Radweg zwischen...
  • Jörg Kasper: Habe zehn Jahre rumgedocktert, war schon als Simmulant abgestempelt, dann 2021 war es soweit. Im November links, Hüfttep und weil es so schön war, sieben Monate später rechts, da hatte mein Arzt dann gemerkt das ich nicht simuliert habe.
  • Horst Peschell: Manschmal isch aber auch der Bein und der Knie inschgeschamt im Arrrrgehnnnn, ich hab Krääääätze und Schoooorf, Schnooooorrrrr!!! ESCH juckt so seeeehr, ob eine Prothese da hilft ? mit freundlichen Grüßen Eure Schorfkrätze
  • Heruete: Holt euch auf jeden Fall eine Zweit- oder Drittmeinung ein. So schnell wie in Deutschland wird in keinem anderen Land operiert und der Patient über den OP Tisch gezogen
  • Hans Peter Wolf: Der Bambini-Prinz Emil Lichtenberg fehlt leider im Text.
Monatliche Anzeige
Kirmes in Königsfeld
Sonderseite Jahn Eleven
Sonderseite Jahn Eleven
Anzeigensponsoring Sommerbunt - o.B.
Empfohlene Artikel
Dr. Carole Billod aus Nizza bei ihrem Vortrag ‚Antisemitismus in Frankreich‘
9

Koblenz. Dieses Jahr haben die Schüler*innen des Kurfürst-Salentin-Gymnasiums bereits zum zehnten Mal eine neue Konzeption des lebendigen Denkmals vorgelegt, das der gefallenen Schüler der Weltkriege und der im Nationalsozialismus ermordeten jüdischen Mitschüler gedenkt und dabei immer wieder neu und aktuell den ersten Satz des Grundgesetzes ‚Die Würde des Menschen ist unantastbar‘ umsetzt.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Auch Ehrengäste kamen zum Gratulieren vorbei.  Foto:Stadtverwaltung / Wolfgang Horrmann
12

Bad Neuenahr-Ahrweiler. In Beisein der Pflegekräfte des Seniorenheim St. Maria-Josef gratulierten die Beigeordneten der Stadtverwaltung, Wolfgang Horrmann (l.), und des Kreises Ahrweiler, Horst Gies (r.), der Jubilarin Annedore Hildebrandt zum 100. Geburtstag und überbrachten ihr die besten Wünsche. Ihre Freude darüber war sehr groß, dass sowohl die Stadt als auch der Kreis sie mit einem Präsentkorb sowie einer Orchidee überraschten.

Weiterlesen

Symbolbild.
53

Astrologische Vorschau für die KW 25: Gesundheit, Liebe und Erfolg im Fokus bei den Sternzeichen

Sterne im Blick: Horoskop für die Woche 15. bis 21. Juni 2026

Mit dem Übergang in den Frühsommer verdichten sich die Energien: Die Tage werden länger, Entscheidungen klarer und Beziehungen intensiver. Rund um die Sommersonnenwende am 21. Juni zeigt sich für viele Sternzeichen eine Phase zwischen Aufbruch und innerer Standortbestimmung. Während berufliche Themen Fahrt aufnehmen, verlangen persönliche Beziehungen nach Aufmerksamkeit und ehrlichen Gesprächen.

Weiterlesen

Symbolbild.
30

Mehr Qualität im Schienenpersonennahverkehr

Profitester des SPNV-Nord sind im Einsatz für die Fahrgäste

Region. Der Zweckverband Schienenpersonennahverkehr Rheinland-Pfalz Nord (SPNV-Nord) erweitert seine Maßnahmen zur Qualitätssicherung im Schienenpersonennahverkehr (SPNV): Ab Mitte Juni kommen erstmals sogenannte Profitester*innen zum Einsatz, um die Qualität der Verkehrsleistungen anhand objektiver Kriterien überprüfen zu können. Bereits heute enthalten die Verkehrsverträge umfangreiche Qualitätsvorgaben.

Weiterlesen