Ein römischer Blick von Rheinbrohl nach Köln
Ein archäologisches Juwel in NRW
aus Homburg
Rheinbrohl/Köln. Wer die militärische Grenze des Römischen Imperiums am „caput limitis“ in der Rheinbrohler „RömerWelt“ erlebt hat, findet im Römergrab Köln-Weiden an der Aachener Straße das perfekte zivile Gegenstück im Hinterland. Nur rund eine Autostunde entfernt, direkt an der antiken Fernstraße Via Belgica gelegen, verbirgt sich hier ein archäologisches Juwel von europäischem Rang. Das im Jahr 1843 entdeckte, unterirdische Grabmal aus dem 2. Jahrhundert nach Christus zeigt eindrucksvoll den Luxus einer wohlhabenden römischen Gutsfamilie. Dass diese beiden historischen Stätten hervorragend miteinander harmonieren, zeigte jüngst der Besuch von Andreas Kossmann. Der gebürtige Rheinbrohler, den es vor einigen Jahren privat nach Homburg an der Saar gezogen hat, zeigte sich begeistert von der magischen Aura des „Ewigen Hauses“: „Ein faszinierender Erlebnisort, den ich jedem Geschichtsinteressierten nur empfehlen kann!“
Ein ausgewiesener Experte
Vor Ort wurde der Gast aus dem Saarland vom damaligen Vorsitzenden des Fördervereins, Prof. Dr. Heinz Günter Horn, persönlich empfangen und fachkundig geführt. Als ehemaliger Leiter der Bodendenkmalpflege Nordrhein-Westfalen gilt Horn als ausgewiesener Experte für die römische Epoche. Kossmann nutzte das Treffen für einen freundschaftlichen Brückenschlag in seine alte Heimat: Er überbrachte herzliche Grüße von Frank Wiesenberg, dem Leiter der Rheinbrohler RömerWelt, und überreichte zudem aktuelle Flyer der Limes-Institution. Diese liegen nun im Römergrab aus, um die Kölner Besucher auch auf das spannende Angebot am Limes-Startpunkt aufmerksam zu machen.
Einzigartige Einblicke in sechs Metern Tiefe
In sechs Metern Tiefe fasziniert die Grabanlage mit einer prachtvollen originalen Ausstattung, die nahezu vollständig erhalten geblieben ist. Detailreiche Porträtbüsten aus Carrara-Marmor blicken aus den Wandnischen, während zwei kunstvoll in Stein gehauene Korbsessel von antikem Handwerk auf höchstem Niveau zeugen. Das Zentrum des Raumes wird von einem monumentalen Hauptsarkophag aus weißem Marmor beherrscht, der von drei weiteren Kalksteinsarkophagen ergänzt wird – ein eindrucksvolles Zeugnis für den immensen Wohlstand der einstigen Villa-Rustica-Besitzer.
Ende einer Ära
Das Treffen markiert gleichzeitig das Ende einer Ära: Bei der jüngsten Mitgliederversammlung des Fördervereins hat Prof. Dr. Horn sein Amt aus persönlichen Gründen nach vielen erfolgreichen Jahren seit der Vereinsgründung abgegeben. Als neue Vorsitzende führt nun Gudrun Schmitz die Geschicke des Vereins weiter und sichert die Zukunft dieses einzigartigen Denkmals.
Großes Engagement
Dank des engagierten Fördervereins ist das Römergrab mitsamt dem historischen preußischen Wärterhaus, einem modernen, multimedialen Lernkonzept und einem mediterranen Garten heute ein lebendiger Erlebnisort. Infos zu Öffnungszeiten und Führungen unter www.roemergrab.de.
Grüße aus der RömerWelt. Foto: Andreas Kossmann
