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Unverständnis in Leutesdorf und Erpel über neuen Winterfahrplan

Pendler sind stocksauer auf die Bahn

Demonstration gegen „unzumutbare“ Abfahrtszeiten für Schüler und Pendler

03.12.2019 - 08:28

Leutesdorf/Erpel. Stocksauer sind Leutesdorfer und Erpeler Bürger auf die Bahn, weil die in ihrem Winterfahrplan „unzumutbare“ Abfahrtszeiten festgelegt hat.

Gegen die Änderungen protestierten jetzt am Leutesdorfer Bahnhof etwa 50 Bürger, Kommunalpolitiker und die CDU-Landtagsabgeordnete Ellen Demuth in Form einer Demonstration.

Dazu aufgerufen hatte die CDU-Fraktion im Leutesdorfer Gemeinderat mit Beate Kerres an der Spitze: „Der neue Winterfahrplan der Bahn gilt ab dem 15. Dezember und bringt für die Rheinanliegergemeinden Leutesdorf, Leubsdorf und Erpel gravierende Änderungen“, kritisierte sie.

Derzeit fährt die Regionalbahn 27 um 7.17 Uhr ab Leutesdorf und ist um 7.23 in Neuwied, sodass Schüler und Pendler locker um 8 Uhr in der Schule oder am Arbeitsplatz sind.

Das ändert sich mit dem Winterfahrplan ab Sonntag, 15. Dezember: Dann fährt der Zug um 7.52 Uhr ab und ist um 7.57 Uhr in Neuwied, sodass Schul- oder Arbeitsbeginn um 8 Uhr nicht pünktlich erreicht werden kann. Ein Abfahrtstermin früher ist bereits um 6.52 Uhr.

„Der zu den Kernzeiten funktionierende halbstündige Bahntakt wird ohne Ankündigung an den Haltestellen und ohne Rücksicht auf Pendler und Schüler komplett abgelöst“, beklagt Beate Kerres und fügt hinzu, dass es bei den Heimfahrten nicht anders ist.

Da der Kreis Neuwied an der Finanzierung des Schienennahverkehrs finanziell beteiligt ist, wurde auch Kreisbeigeordneter Michael Mahlert aktiv. Gegenüber BLICK aktuell erklärte er: „Im Moment bestehen Engpässe auf den Schienen, deren Kapazität ausgelastet ist. Das ist also kein böser Wille von den Machern bei der Bahn, sondern eine Notwendigkeit. Man versucht aber, durch den Ausbau des Gleises 104 in Koblenz, die Engpässe zu beseitigen, was jedoch erst mittelfristig möglich sein wird, eine kurzfristige Lösung sehe ich da nicht. Ich kann aber verstehen, dass die Bürger protestieren und demonstrieren.“

So ist von Leutesdorf aus zu den Kernzeiten der Haltepunkt Koblenz-Mitte (Löhrcenter) nur noch über den Hauptbahnhof durch umsteigen oder wie in den Fahrplänen ausgedruckt in 5 Minuten zu Fuß erreichbar. Und pünktlich in ein Koblenzer Gymnasium kommt man per Bahn von Leutesdorf auch nicht mehr beklagen Eltern.

„Am Schlimmsten betroffen ist Erpel“, gibt Michael Mahlert zu. Denn in diesem Ort hält zu den Kernzeiten überhaupt kein Zug mehr. „Betroffen sind“, so erklärte Claudia Hirzmann bei der Demo in Leutesdorf, „viele Pendler und mehr als 40 Kinder und Jugendliche, die Gymnasien in Bad Honnef und Königswinter besuchen.“

Die DB Regio hat nach einem Protestschreiben der Familie Hirzmann vorgeschlagen mit dem Bus nach Unkel zu fahren und dort in den Zug einzusteigen. „Das kommt aus Sicherheitsgründen auf keinen Fall in Betracht, liegt die Bushaltestelle doch an der zu Kernzeiten stark befahrenen Bundesstraße 42“, ereifert sich Claudia Hirzmann und fügt hinzu, dass es für die Heimfahrten der Schüler kaum anders ist.

„Der Schienennahverkehrszweckverband sucht für Erpel nach einer kurzfristigen Lösung, da gibt es Hoffnung“, meint Michael Mahlert.

Doch für die gebeutelten Eltern und auch für die Pendler in Erpel ist das nur ein schwacher Trost. Sie müssen erst mal sehen, wie sie mit dem neuen Fahrplan zurechtkommen. Da dies wohl nicht funktioniert, bleibt also nur das Auto, das man eigentlich wegen Klimaschutz, Parkplatzmangel und Einschränkungen vor den Schulen stehen lassen will. HEP

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03.12.2019 08:44 Uhr
Uwe Klasen

Gemäß Wnschdenken vieler Politkdarsteller in Bund und Ländern soll die Deutsche Bahn ein wichtiger Baustein der sogenannten Verkehrswende sein!



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jueren mueller:
Und doch wäre es ein Akt der Humanität, christlich und sozial gedacht, wenn man der Aktion "Gabenzäune" eine Chance geben würde, zumal diese nur für eine begrenzte Zeit vonstatten ginge.Die von der Stadt als "zusätzlich" deklarierten Hilfen von Mampf u.Schachtel finden übrigens ganzjährlich als Normalität statt. Mir drängt sich der Verdacht auf,als wolle die Stadt nur von ihrem engstirnigen von endlosen Vorschriften behafteten Denken ablenken,da sie sich - es ist ja wieder Frühling - herausputzt ... da passen nun einmal "blaue Tüten" an öffentlichen Einrichtungen nicht in`s Bild - schon garnicht mit Menschen,die eh am Rande unserer Gesellschaft leben. Hinzukommt,dass man ja gerade in der jetzigen Krisenzeit allzu sehr mit sich selbst beschäftigt ist (wie aber ansonsten auch).
jueren mueller:
Da zeigt sich wieder dieser immerwährende sture Bürokratismus, der die Stadt fest im Griff hat. SONDERNUTZUNG!!! Was hier an einer NOTWENDIGKEIT in Krisenzeiten von Nöten ist bestimmt nicht der Bürokratismus,schon garnicht die Politik, sondern Menschlichkeit u.Hilfsbereitschaft. Großkotzige Reden führen,selbst satt sein u.im warmen hocken hat anderen noch nie geholfen. In diesen sogen.Tüten sind NICHT nur Lebensmittel,sondern auch (warme) Kleidung. Was hier die STADT mal wieder umtreibt ist ihr krankhafter Ordnungsfimmel,das Festhalten an Vorschriften.Schadet es z.b. dem Ansehen der STADT,wenn für eine begrenzte Zeit/Aktion auch an öffentlichen Zäunen "Hilfsartikel" hängen?Eine humanitäre Aktion u.Hilfe für diejenigen,die auf der Straße damit leben müssen,dass für sie nur noch eingeschränkt (oder garnicht) öffentliche Toiletten,Aufwärmmöglichkeiten u.Verpflegungsmöglichkeiten vorhanden sind. Das steht im Widerspruch zu den Phrasen von CDU/SPD christlich u.sozial zu handeln. Schämt EUCH
jueren mueller:
"WIR" - das Unwort des Jahres 2020 (nicht nur) der SPD. Dass die Corona-Krise Auswirkungen auf alle Lebensbereiche hat,dafür bedarf es keines gesonderten Hinweis der SPD.Es soll unter der Bevölkerung tatsächlich Menschen geben,die selbstständiges,realistisches Denken beherrschen. AUSSETZUNG der Gebühren für Außenbestuhlung/bei Wiedereröffnung Ermäßigung - AUSSETZUNG der Gebühren für Wochenmarktstände.Widersinniger können solche Gedankengänge nicht sein.In einer solchen existenzbedrohenden Situation Gebühren für etwas zu erheben,was überhaupt NICHT stattfindet rechtfertigt bereits den Fingerzeig,sich an den Kopf zu fühlen.Von Unterstützung kann hier wohl keine Rede sein.Nicht mögliche,sondern KONKRETE Maßnahmen sind gefragt.Die politische Arbeit des Rates ist eingeschränkt.Bedeutet dies auch für z.B.einen Fraktionsvorsitz,der monatlich 600 EURO erhält AUSSETZUNG oder ERMÄSSIGUNG?Ich glaube kaum,da man die fortlaufende Zuwendung ja damit begründet,dass die Arbeit ja weiter gehe.
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