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25. Jubiläum der Dingelgruppe St. Laurentius zusammen mit Gastvereinen gefeiert

„Dingelfestival“ in Ahrweiler stieß auf große Resonanz

„Dingelfestival“ in Ahrweiler
stieß auf große Resonanz

Andreas Bergmann ist mit einer kleinen Leiter weiter in den Glockenstuhl hinaufgestiegen und befestigt ein Seil an einem Glockenklöppel. Foto: BÜN

06.05.2013 - 15:30

Ahrweiler. Im Glockenstuhl ist es arg beengt, nur mühsam kann man sich am Nebenmann vorbeiquetschen, wenn man seinen Platz wechseln will. Dazu der ohrenbetäubende Klang der kleinen und großen Glocken, wenn sie anschlagen, gegen den nur ein guter Ohrschutz hilft.

Das alles ist für die Dingelbrüder von St. Laurentius aber Gewohnheit, mehrmals jährlich schlagen sie das Geläut der Pfarrkirche per Hand an - Dingeln oder Beiern genannt - und entzaubern ihm so Melodien: Ostersonntag und -montag sowie in der Zeit bis Fronleichnam, zum Zapfenstreich vor Fronleichnam und während der Fronleichnamsprozession, zu Weihnachten und Neujahr sowie zum Patronatsfest.

Doch an diesem Samstag war auch für sie einiges anders. Denn die zehnköpfige Gruppe spielte nicht nur eigene Stücke wie die Osterlieder „Das Grab ist leer“ und „Christ ist erstanden“, sondern hatte zu ihrem 25. Jubiläum auch einige Gastvereine eingeladen, darunter die Dingelgruppen aus Lantershofen, Dernau, Bachem und Walporzheim.

Denn Anfang aber machten an diesem Samstag die Jubilare aus Ahrweiler. Bevor sie loslegen konnten, galt es erst einmal über die Wendeltreppe von der Sakristei viele Stufen emporzusteigen. Über sie gelangt man zunächst in einen Raum über dem Gewölbe des Kirchenschiffs, das man auf Stegen überquert, bevor es über zwei rund 5 m hohe Holzleitern in den Turm geht.

Vor dem eigentlichen Dingeln erklangen die acht Glocken zunächst elektrisch betätigt. Den Anfang machten die älteren Glocken der Laurentiuskirche: der 1,4 t schwere „Große St. Laurentius“ mit einem Durchmesser von 132 cm (Ton g), „St. Josef“ (119 cm, f) und „St. Maria“ oder „Muttergottes“ (110 cm, fis), alle aus dem Jahre 1694, außerdem „Kleiner St. Laurentius“ (1731, 63 cm, e) und „St. Severin und St. Johannes Ev.“ (1751, 57 cm, fis). Es folgten danach die im Jahr 2000 gegossenen neuen Glocken, die seit 2003 im Einsatz sind: die mit 2 t schwerste Glocke „Sebastianus“ (148 cm, cis), „Cäcilia“ (93 cm, a) und Selige (70 cm, cis).


Anstrengende Arbeit


Mit geschickten und schnellen Händen galt es danach, Lederriemen und Bänder an den Klöppeln der Glocken anzubringen. Denn für die Osterlieder standen nur weniger als 15 Minuten zur Verfügung, bevor die Glocken zur Messe wieder elektrisch läuten sollten. Mittels schnellen, ruckartigen und kräftezehrenden Ziehens ließen sich den Glocken dabei Melodien entzaubern. Gespielt werden kann allgemein aber nur über zwei Oktaven. Gefühl zu entwickeln ist wichtig, ebenso wie auf die Zeichen der anderen Dingler zu achten. Natürlich gibt es auch Notenblätter. Diese haben aber keine Noten, sondern geben lediglich in Form von Zahlen die Reihenfolge der anzuschlagenden Glocken an.

Für die passende Moderation im Turm zwischen den Stücken sorgte Dingelbruder Peter Ropertz. Seine Kommentare wurden auf Lautsprecher auf dem Marktplatz übertragen, wo sich zahlreiche Einheimische und Touristen eingefunden hatten, um dem Spektakel beizuwohnen. Kräftiger Beifall, der bis in den Turm hoch oben zu hören war, kündete am Ende davon, dass die Zuhörer sehr angetan waren von der Darbietung.

Nach der Messe folgten die Gastauftritte der befreundeten Dingelgruppen. Mit dabei waren auch die „Bemmschläger“ aus Rheinbrohl, mit denen die Dingelbrüder von St. Laurentius schon seit längerer Zeit in freundschaftlicher Verbindung stehen, die sich seit Jahren in wechselseitigen Besuchen und gemeinsamen Spielen der Glocken ausdrückt. Ähnlich wie die Ahrweiler‘ läuten auch die Rheinbrohler mit insgesamt drei Glocken, wobei die taktgebende Glocke schwingt, was das Dingeln auch vom eigentlichen Beiern unterscheidet, das im ganzen Rheinland bekannt ist. Die Bemmschläger können übrigens auf eine zehnmal so alte Tradition wie die Ahrweiler zurückblicken, sie sind erstmals in einer kirchlichen Kostenrechnung von 1763 erwähnt und feiern damit in diesem Jahr ihr 250. Jubiläum.

Auf eine so lange Geschichte können die Ahrweiler Dingelbrüder noch nicht zurückblicken. Am Ostersonntag 1988 versammelten sich während des Hochamts vier Männer in der Sakristei von St. Laurentius erwartungsvoll um Franz Steffes, den bis dahin letzten „Dingelmann“. Aus gesundheitlichen Gründen hatte er etwa 15 Jahre zuvor seinen Dienst im Kirchturm aufgeben müssen. Er war jedoch froh, als sich Nachfolger für ein Wiederaufleben dieses überlieferten Brauchtums fanden, die er über die Dingeltechnik aufklären konnte.

Heute ist die Gruppe auf zehn Mitglieder angewachsen: Hermann Adams, Andreas und Werner Bergmann, Oliver und Werner Knieps, Franz-Josef Küpper, Peter Ropertz, Frank Rost, Andreas Schmitt und Hermann Striebel.

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Uwe Klasen:
Angeblich werden in Deutschland 869 Millionen t/a CO² erzeugt, wovon die Atmung der 83 Millionen Einwohner bereits über 80 Prozent (747 t/a CO²) dieser Emissionen ausmacht! Um die selbstgesetzten Einsparungsziele umsetzen müsste das Land also Entvölkert werden, hierin ist die Fauna noch nicht eingerechnet!
Uwe Klasen:
Wenn die, bewusst geschürte, Klimahysterie eines geschafft hat, dann ist das die vollständige Destruktion der Lern- und Denkfähigkeit bei denen, die sich als Aktivisten bezeichnen oder deren Mitläufer sind. Sie sind nicht willens oder in der Lage, vermeintliche Studien, die jenseits des wissenschaftlich Diskutablen sind und nur zur Lenkung der auf diese Weise beeinflussten benötigt werden, zu hinterfragen!
K. Schmidt:
Und wieder eine Meldung zur AfD, mit Leserkommentaren zur AfD, bei der mir dutzende Beispiele der anderen Parteien einfallen die es keinen Deut anders, geschweige denn besser machen. Und das ist dann auch der Grund, wieso die AfD überhaupt noch gewählt wird. Ein Bollinger kann sich so doof anstellen und darstellen wie er will, solange genug andere Politiker schlicht nicht mehr gewählt und angesehen werden (können) weil sie sich auch nur doof anstellen und darstellen werden sie weiterhin zu viele Wähler zu Bollinger und Co. verjagen.
Karsten Kocher:
Den Worten im Leserkommentar von Frau Schulz ist zuzustimmen: Der Hang zur immer wiederkehrenden eitlen Selbstdarstellung bei Jan Bollinger ist an Peinlichkeit kaum noch zu überbieten.
Uwe Klasen:
„Das Betreiben von Parteiausschlußverfahren …. Ein äußerst seltsames Demokratieverständnis“ --- So wie in der SPD gegen Herrn Sarrazin oder in der CDU gegen Frau Schirdewahn oder die Forderungen bei den Grünen bezüglich Herrn Palmer. Einem liberalen Demokraten wird dabei Angst und Bange!
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