Kim Irmgartz aus Lantershofen fährt seit 22 Jahren Motocross

Mit Vollgas und Leidenschaft durch den Schlamm

26.03.2018 - 12:05

Grafschaft-Lantershofen. Die Sportart Motocross ist eigentlich gar nicht so unbekannt: Immer wieder berichten Sportsender im TV über Wettkämpfe und das Bild von mutigen Männern die meterhoch mit ihren Bikes in der Luft hängen und anschließend mit Vollgas in den Schlamm krachen, kennt man. Aber eben ist hier fast ausschließlich von „mutigen Männern“ die Rede. Kim Irmgartz ist das egal. Seit 22 Jahren ist die Lantershofenerin in der von Männern dominierten Sportart Motocross zu Hause. Und das mit Erfolg: Im Jahre 2016 konnte die 27-jährige einen sensationellen fünften Platz bei den Motocross-Weltmeisterschaften in den Niederlanden einfahren. Doch wie kommt man als Frau zum Motocross? „Eigentlich hatte meine Familie mit dem Thema überhaupt nichts zu tun“, weiß Kim Irmgartz, die im normalen Leben Beamtin bei der Autobahnpolizei ist. Irgendwann fing jedoch der zwei Jahre ältere Bruder mit diesem speziellen Motorsport an. Sofort war auch das Interesse der kleinen Schwester geweckt. „Anfangs war mein Vater dagegen, aber meine Mutter konnte ihn überreden“, lacht Irmgartz. Und so kam es, dass die Nachwuchssportlerin im zarten Alter von sechs Jahren das erste Mal auf die Piste ging. Bei dem Premieren-Rennen in Ochtendung lief der Vater aber zur Sicherheit noch neben dem Motorrad nebenher. Schnell war für Irmgartz klar: Motocross soll kein reiner Zeitvertreib bleiben und die Teilnahme an Wettbewerben war das erklärte Ziel. Und die folgten Jahr für Jahr dutzendfach und auch die Erfolge blieben nicht aus. Ein klarer Vorteil lag dabei auch auf der Hand: Da der ältere Bruder praktisch alle zwei Jahre „aus seinem Motorrad herausgewachsen“ ist, konnte Kim Irmgartz immer die Modelle des Bruders „erben“. Schnell wurde das Motocross zur absoluten Leidenschaft und Lebensinhalt, auch im Teenageralter. Wenn wochenends die Freundinnen feiern gingen, ging es für Kim und ihre Familie in den Schlamm. So fuhr die Familie freitags mit dem Wohnmobil los und besuchte diverse Wettkämpfe in ganz Deutschland. Das nahm mitunter kuriose Züge an. Kam man sonntags spät von einem Wettkampf, übernachtete die Familie ganz einfach im Wohnmobil vor der Schule, dem Gymnasium Calvarienberg. Schließlich sollte Kim am Montag nicht zu spät zum Unterricht erscheinen.


Auf dem Motorrad die Welt sehen


Auf ihren Touren hat Kim Irmgartz eine Menge gesehen. In ganz Deutschland, fast allen Länder Europas und auch in den USA bestritt sie Wettkämpfe. Dennoch ist der Motocross-Sport nicht nur abwechslungsreich, sondern vor allem eines: teuer. „Reisekosten, Equipment, Startgelder – das sind alles immense Kosten, die es zu stemmen gilt“, erläutert Irmgartz. Ganz im Gegensatz zu ihren männlichen Motocross-Kollegen kann sie sich nicht in Rennställen organisieren oder Preisgelder kassieren. Die gibt es im Frauen-Motocross schlicht und ergreifend nicht. Dafür sei die Szene nicht weit genug entwickelt, wie Irmgartz erläutert. Auch Irmgartz Sponsoren leisten keine finanzielle Hilfe sondern unterstützen lediglich mit Rabatten beim Einkauf von Equipment. Deshalb ist ständiges Draufzahlen an der Tagesordnung. Grund genug für Kim Irmgartz sich ein zweites Standbein neben ihrem Job aufzubauen. Sie ist für Film- und Fernsehproduktionen als Stuntdouble tätig und arbeitete bereits mit deutschen Filmgrößen wie Matthias Schweighöfer zusammen. Das hört sich übrigens wilder an als es ist, wie Irmgartz lachend erklärt. „Meistens geht es nur darum mit dem Motorrad eine Straße rauf- und runterzufahren“.


Förderung für den Nachwuchs


Mit 27 Jahren gilt Irmgartz in der Szene fast schon als alt. Und irgendwann wird sie auch die aktive Teilnahme an Wettbewerben einstellen müssen. Dem Motocross-Sport, ihrer großen Leidenschaft, möchte sie jedoch weiterhin treu bleiben. Dann aber eher im Hintergrund, zum Beispiel als Trainerin. Denn für Irmgartz ist das Motocross und das „Durchbeißen“ bei Wettkämpfen auch im Alltag prägend. „Der Sport formt den Charakter und man lernt, niemals aufzugeben“, so Irmgartz. Diese Werte will sie auch dem Nachwuchs vermitteln. Bereits in naher Zukunft wird Irmgartz bei ihrem Heimatverein, dem MSC Euskirchen-Euenheim, Schnupperkurse für interessierte Motocross-Kids anbieten. Zum Beispiel am 28. und 29. April. Hier können alle Interessierten Kinder im Alter zwischen vier und zwölf ganz unverbindlich Einblicke in diese interessante Sportart erhalten. Weitere Informationen und Neuigkeiten zu Kim Irmgartz gibt’s im Internet bei Facebook:

www.facebook.com/KimIrmgartz/ -ROB-

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30.03.2018 11:54 Uhr
J. Baumann

Guter Bericht Ich kenne die Kim noch als kleines Mädel die beim Papa auf der Arbeit schöne Bilder malte



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Kommentare
Patrick Baum:
@Antje Schulz, es ist völlig richtig, daß in der AfD Rheinland-Pfalz das Chaos herrscht. Nicht ohne Grund liegt die AfD in Rheinland-Pfalz in den aktuellen Umfragen zur Landtagswahl zum Glück deutlich unter ihrem Wahlergebnis von 2016. Der Grund dafür liegt in der katastrophalen Arbeit des AfD-Landesvorstands um die Führungspersonen Michael Frisch und Jan Bollinger. Inhaltlich hat die AfD Rheinland-Pfalz außer abstrusen Forderungen nichts zu bieten. Zum Leserkommentar von Natalie Bleck ist zu schreiben, daß diese auch eine AfD-Funktionärin ist. Sie ist auch die Ehefrau des AfD-Abgeordneten Andreas Bleck, der fast 20 Semester Semester erfolglos auf Lehramt studiert hat und jetzt ohne jeglichen Berufs- oder Studienabschluß im Bundestag sitzt.
Natalie Bleck:
Es nicht richtig, dass Herr Frisch die Maskenpflicht in Schulen befürwortet hat. Er sprach sich Ende April - als es noch deutlich weniger Daten zu Covid-19 gab - für eine Maskenpflicht im ÖPNV und beim Einkaufen aus. Und er hat kritisiert, dass die Landesregierung es versäumt hat, flächendeckend professionelle Schutzmasken für die Bevölkerung zu beschaffen. Und damit hat er Recht! Denn diese sind nun mal besser als selbstgenähte Baumwollmasken, wie erste Studien zeigen. Im Übrigen hatte die Regierung in den letzten Monaten ausreichend Zeit, Masken zu beschaffen und hat es wieder einmal versäumt.
Michael Friscg:
@Antje Schulz: Die Forderung nach einer Maskenpflicht stammt von Anfang März. Zu diesem Zeitpunkt war sie durchaus berechtigt. Und vor allem war sie auf professionelle Masken bezogen. Das, was die meisten Leute jetzt benutzen, wird auch von Experten als wenig bis gar nicht hilfreich bezeichnet. Heute sogar vom Präsidenten der Bundesärztekammer:https://www.welt.de/vermischtes/article218369132/Corona-Aerztepraesident-zweifelt-an-Alltagsmasken-Kritik-von-Lauterbach. (Link von der Redaktion entfernt) Hinzu kommt, dass das Tragen im Unterricht noch einmal eine ganz andere Frage ist. Denn es ist eine enorme Belastung für unsere Kinder, stundenlang mit einer Maske in der Schule sitzen zu müssen, obwohl nachgewiesen ist, dass die Schulen keine Infektionstreiber sind. Das grenzt an Körperverletzung! Den Widerspruch, den Sie zu konstruieren versuchen, gibt es jedenfalls definitiv nicht!
Gabriele Friedrich:
In Deutschland gibt es zumindest derzeit keinen Grund zum feiern. Es ist mir unbegreiflich, das die Leute nicht die Zeit nutzen um zu Hause mal was zu machen. Es gibt so viel zu tun ...packt es an und bleibt daheim. Egoismus schlägt irgendwann zurück, wenn die Feiernasen selber dran kommen und krank werden.

Kleiderhaus schließt

Gabriele Friedrich:
Das ist ja klar, die Leute bekommen nun die finanzielle Unterstützung im ALGII und können prima damit zu KiK und Co. Ich würde weiter sammeln für Obdachlose, der Winter kommt !!! Kindersachen kann man ja ebenso in Flüchtlingsunterkünften abgeben oder einschweißen und aufheben- das geht ja weiter und hört nicht "heute" auf.
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