Deutsch-Amerikanische Familienzusammenführung

100 Jahre nach Kriegsende des Ersten Weltkrieges

Westerwälder trifft nach 100 Jahren Verwandten aus den USA

19.11.2018 - 16:31

Wirges. Amerikanische Besatzung in Deutschland – jeder denkt dabei an die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg. Doch es gab schon nach dem Ersten Weltkrieg eine amerikanische Besatzungszone an Rhein, Mosel und im Westerwald. Diese historische Episode aus den Jahren 1918 bis 1923 ist fast völlig in Vergessenheit geraten – überdeckt durch die harte Besatzung der Franzosen und den Zweiten Weltkrieg. Am 1. Dezember 1918 marschierten die alliierten Truppen ins linksrheinische Deutschland ein. Die Amerikaner besetzten das Gebiet zwischen Trier, Koblenz und Montabaur. Schon bald gab es typisch amerikanische Kulturimporte: Donuts, Coca-Cola, Baseball, Kaugummi, horseshows und anderes, was den Deutschen sehr fremd vorkam. Das preußisch dominierte Kaiserreich hatte sich gerade aufgelöst und die Lässigkeit der „doughboys“, wie sich die amerikanischen Infanteristen nannten, erstaunte die Deutschen. Die negativen Begleiterscheinungen einer militärischen Besetzung bleiben auch bei den Amerikanern nicht aus: Trunkenheitsdelikte, Schlägereien, Raub und Sexualdelikte finden sich in den Akten. Trotz Fraternisierungsverbot kamen sich deutsche Frauen und amerikanische Besatzungssoldaten sehr nah. In den Archiven gibt es Belege für viele deutsch-amerikanische Eheschließungen, aber auch über uneheliche Kinder, die die Besatzer zurückließen. Auch im Westerwald. Johannes Heibel aus Siershahn ist der Enkel eines solchen amerikanischen Besatzungssoldaten. Durch neue Methoden und genealogische Datenbanken der Firma ancestry war es ihm möglich, hundert Jahre nach dem Ersten Weltkrieg, seinem amerikanischem Großcousin zu begegnen. Weitere Familien im Westerwald wissen dagegen noch gar nicht, dass sie eine amerikanische Familiengeschichte und Verwandte in den USA haben. Was kann man heute noch über diese Besatzungszeit herausfinden? Mit dem Mainzer Historiker Dr. Kai-Michael Sprenger vom Institut für Geschichtliche Landeskunde an der Universität Mainz e. V. hat sich der Filmemacher Utz Kastenholz für den SWR auf Spurensuche im Land begeben und eine Dokumentation über die Amerikanische Besatzung gedreht. Stummfilme und Fotos lassen die Periode der ersten amerikanischen Besatzung in Deutschland wieder auferstehen. Familienzusammenführungen, überraschende Liebesgeschichten, bewegte Schicksale – Geschichten aus einer Zeit, als die Amerikaner die Wacht am Rhein hielten und das Sternenbanner überm Deutschen Eck wehte. Film, Vortrag und Diskussion geben Gelegenheit, mehr über dieses Thema und die Recherchemöglichkeiten für betroffene Familien zu erfahren.



Veranstaltungsreihe mit Filmvorführung, Vortrag und Diskussion


Am Samstag, 1. Dezember, um 19.30 Uhr findet im Dorfgemeinschaftshaus in Bannberscheid eine Filmvorführung statt. Begrüßung durch Ortsbürgermeister Gerd Hommrich, Vortrag: Dr. Kai-Michael Sprenger, Institut für geschichtliche Landeskunde an der Universität Mainz e. V., Filmvorführung: „Stars and Stripes am Deutschen Eck. Die Amerikanische Besatzung nach dem Ersten Weltkrieg“, Autor Utz Kastenholz, SWR-RP.

Am Mittwoch, 12. Dezember, findet im Bürgerhaus in Siershahn um 19.30 Uhr ein weiterer Abend zu dem Thema statt. Begrüßung durch Ortsbürgermeister Alwin Scherz, Vortrag: Dr. Kai-Michael Sprenger, Institut für geschichtliche Landeskunde an der Universität Mainz e. V., Filmvorführung: „Stars and Stripes am Deutschen Eck. Die Amerikanische Besatzung nach dem Ersten Weltkrieg“, Autor Utz Kastenholz, SWR-RP.“

Pressemitteilung von

Johannes Heibel

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Gabriele Friedrich:
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juergen mueller:
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