Auszeichnung: Verbandsgemeinde Adenau ist Fairtrade-Gemeinde
Adenau bekennt sich zu fairem Handel
Adenau trägt dazu bei, dass Produzenten überall in der Welt ohne Ausbeutung von ihrer Arbeit leben können
Adenau. „ Ab heute spielt Adenau in der Champions-League zusammen mit Amsterdam, London, Paris, Rom, Madrid und München“, gab Fairtrade Ehrenbotschafter Manfred Holz bei der Urkundenübergabe im Adenauer Rathaus bekannt. Damit meinte Manfred Holz aber nicht die Fußball Liga, sondern diese Metropolen zählen wie Adenau zu den Gemeinden, die faire Handelsbedingungen in Entwicklungs- und Schwellenländer umsetzen, damit Bauern und Arbeiter in eine bessere Zukunft für sich und ihre Gemeinden investieren können. In Deutschland ist Adenau auf Platz 589 und in Rheinland-Pfalz die 33. Gemeinde, die diese Auszeichnung bekommen hat.
Bürgermeister Guido Nisius hob hervor, dass diese Auszeichnung als Fairtrade Gemeinde ein Signal setzt, um darauf aufmerksam zu machen, dass wir ein Teil dieser Welt sind und uns nicht nur für uns selbst verantwortlich fühlen. „Wir wollen dafür sensibilisieren, dass es Zusammenhänge gibt zwischen unserem Wohlstand und der Not anderer. Wir möchten klar aufzeigen, dass wir alle etwas tun können“, Appellierte der Bürgermeister an die Anwesenden. Das ist nämlich der Sinn des fairen Handels: Bauern, Landarbeitern und ihren Familien die Chance zu geben, ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen um weitgehend unabhängig von dritten zu sein. Eine Existenz aufzubauen, die auch für die nächsten Generationen eine sichere Zukunft bietet. Der besondere Dank von Guido Nisius und auch vom Kreisbeigeordneten Friedhelm Münch galt der Steuerungsgruppe „Millenium 2015 (Heute UN Agenda 2030)“, die Pionierarbeit geleistet hat und die erforderlichen Partner wie Einzelhändler, Gastronomen, Vereine, das Erich Klausener Gymnasium und die Kirchengemeinden, die sich zu fairen Produkten bekennen, mit ins Boot genommen und so die von Fairtrade Deutschland gesetzten Kriterien erfüllt.
Im Rathaus wurde Dezember 2013 die Ehrenordnung dahingehend geändert, dass bei Alters- und Ehejubiläen statt der bisherigen Blumengebinde jetzt Präsentkörbe mit Fairtrade-Produkten überreicht werden und darüber hinaus im Bürgermeisterbüro Kaffee aus fairem Handel angeboten wird. Außerdem werden seit 2015 bei allen Sitzungen und Veranstaltungen Fairtrade Kaffee und Zucker verwendet. Auch im Erich Klausener Gymnasium, seit 2015 Fairtrade-School, gehört der faire Handel zum festen Bestand.
„Wenn auf der Welt so viel geteilt würde wie auf Facebook, gäbe es keine Armut“, sagte Ehrenbotschafter Manfred Holz. Dann gab er einige Daten bekannt. So kennen 85% der Deutschen das Fairetrade-Siegel und 96% halten es für vertrauenswürdig; Bewerten die Qualität der Produkte gleich gut oder sogar besser als die konventionellen. Bundesweit bieten derzeit 360 Partner mehr als 5.000 gesiegelte Produkte, in den 800 Eine-Welt-Läden, 42.000 Geschäften und in den 30.000 Gastro-Betrieben an. Kaffee ist mit über 18.000 Tonnen das wichtigste Produkt, gefolgt von Bananen und Blumen, so ist jede vierte Rose fair gehandelt. Der Bioanteil liegt bei über 70 %.
Zum Abschluss der Feier, die von Annabel Thiesen musikalisch begleitet wurde, lud Bürgermeister Guido Nisius alle Bürgerinnen und Bürger, alle Gewerbetreibenden aus der Verbandsgemeinde Adenau ein, am Fairtrade-Gedanken teilzunehmen. Jeder kleine Beitrag, jede faire Banane, jede Tasse Kaffee, jedes Stück Schokolade hilft. Nisius schloss mit einem afrikanischen Sprichwort „Wenn viele kleine Leute viele kleine Schritte tun, kann das Antlitz der Erde verändert werden“. SES
Fairetrade-Ehrenbotschafter Manfred Holz bei seiner Laudatio. Foto: HEINZ TONI SESTERHEIM
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