Allgemeine Berichte | 08.09.2018

Neuigkeiten zur römischen Besiedlung des Ahrtals

Ausstellung und Fachvortrag

Der Vortrag „Das römische Dernau“ von Matthias Bertram begeisterte das Publikum.  Bernd Schreiner

Dernau. Der Ausstellungsraum in den Räumlichkeiten der Akademie Altenahr in der Bachstraße 37 in Dernau konnte die vielen Besucher kaum fassen. Angekündigt war ein Vortrag zur römischen Vergangenheit Dernaus. War dies vom Grundsatz her seit langem bekannt, so haben sich in der Öffentlichkeit und im Ortsbild keine erkennbaren römischen Spuren erhalten, obwohl seit 150 Jahren immer wieder auf einer Siedlungslinie entlang der gesamten heutigen Wingertstraße, über die Ortslagen „Op der Ortes“, „Am Pläntze“ bis zur alten „Brantesjass“ Grabungsfunde lokalisiert werden konnten. Viele davon kamen ins Ahrgaumuseum, andere zu Privatleuten im Ort. Im Zusammenhang mit dem Vortrag von Matthias Bertram aus Ahrweiler kam eine umfangreiche Ausstellung zustande, in der viele der seit 1885 gesammelten Fundstücke aus privaten Sammlungen erstmals der interessierten Öffentlichkeit gezeigt werden konnten. Bedauerlicherweise konnte das Original eines für den Ahrkreis in dieser Form einmaligen Grabsteines aus dem 1. Jahrhundert n. Chr., der 1885 geborgen wurde, nicht gezeigt werden. Stattdessen wurde eine Gemäldeabbildung des Grabsteines ausgestellt.

Der einzigartige Bronzeguss eines Kriegers, noch nie der Öffentlichkeit vorgestellt, mit seinen typischen römischen Ausrüstungsmerkmalen fand ebenso die Bewunderung der Besucher, wie die 2000 Jahre alten gemufften Wasserleitungsrohre, die Lüftungsziegel zur Warmluftführung in den Hauswänden, eine Reihe römischer Dachziegel oder die vielen Einzelfunde aus Räumen, die mit Hypokaustenanlagen versehen waren. Kosmetiktöpfchen, römisches Tafelgeschirr (Terra sigillata), welches als Beilage aus einem der römischen Gräber in Dernau 1957 geborgen und sorgfältig aufbewahrt worden war, ergänzten die Ausstellung. Eine der römischen Münzen aus Dernau, die ein Dernauer zum Vortrag mitbrachte, konnten von Fachleuten der Direktion für Landesarchäologie Rheinland Pfalz als ein sogenannter „Minimus“ aus der Zeit des Gallischen Sonderreiches (260-274 n.Chr., Köln) identifiziert werden. Wahrscheinlich handelt es sich hierbei um die „Barbarisierung“ einer Münze aus der Zeit des Kaisers Tetricus I. Einige der Zuschauer wunderten sich, dass diese Vielzahl der Funde nicht eher einmal der Öffentlichkeit gezeigt wurde, um dadurch ein besseres geschichtliches Heimatbewusstsein in der Region zu fördern.

Die beiden Organisatoren der Ausstellung versprachen sich darum zu kümmern, dass die Funde in Zukunft in Dernau an einem sicheren Ort den Gästen, Besuchern und Einwohnern permanent gezeigt werden können. Die meisten Besitzer der Fundstücke begrüßten diese Vorgehensweise und waren bereit, bei der Umsetzung mitzumachen.

Der Vortrag „Das römische Dernau“ von Matthias Bertram begeisterte das Publikum. Foto: Bernd Schreiner

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
Neueste Artikel-Kommentare
  • Daniela Jacobs: Auch Fußgänger ????? sollten beachtet werden!Wenn jeder nur ein bisschen, wäre vieles einfacher!
  • K. Schmidt: Die nächste Demo, gerade wenn sie sich an Familien richtet, sollte dann mal unter dem Motto stehen: "Fahrradhelme für alle!"

Kruft: Zwischen Dauerkritik und Tatendrang

  • Rolf Stern : Der Text wirkt weniger wie eine Einordnung, sondern eher wie der Versuch, berechtigte Kritik abzuwürgen. Gerade bei öffentlichen Geldern ist Nachfragen keine Dauerschleife, sondern demokratische Pflicht.
  • Andreas Lung: Liebe Frau Schumacher, Sie haben offensichtlich überhaupt nicht verstanden, worum es geht.
  • Thomas Sebastian Napp: Ich kann der Gemeinde zu dieser Aktion nur gratulieren. Vor allem den Bauhofmitarbeitern muss ich hier ein Lob aussprecheb. Gleichzeitig kann ich es nicht verstehen, dass eine große Naturfläche auf dem...
Dauerauftrag 2026
Essen auf Rädern
Alles rund ums Haus
Innovatives rund um Andernach
Imageanzeige Dauerauftrag 04/2026
Tag der offenen Tür
Kreishandwerkerschaft - Anzeige Pool
Rund ums Haus
Innovatives rund um Andernach
Rund ums Haus
Empfohlene Artikel
Auf der Bühne herrschte bei den Spielen eine lockere Atmosphäre.  Foto:WAMFO.de
17

Nürburgring. Ally-Pally-Atmosphäre am Nürburgring: Tausende Fans der fliegenden Pfeile haben die Ringarena am vergangenen Samstag erneut in einen Darts-Tempel verwandelt. In den Trikots ihrer Lieblingsspieler oder kreativ verkleidet als Zwerg oder Zielscheibe, erlebten rund 4.000 Besucher bereits im fünften Jahr spannende Partien zwischen den bekannten Größen des (Dart)Sports. Auf der Bühne der „Darts-Arena“ lieferten sich die Darts-Stars spannende Duelle.

Weiterlesen

Die Erwachsenengruppe ist weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt.  Foto: privat
24

Remagen. Die Magic Dancers Remagen sind ein traditionsreicher Verein mit Herz, Leidenschaft und einer besonderen Geschichte. Gegründet im Jahr 1993, gingen sie ursprünglich aus einer Aerobic-Gruppe hervor. Über die Jahre entwickelten sie sich stetig weiter und sind seit 2025 als eigenständiger Verein organisiert. Heute stehen die Magic Dancers für Gemeinschaft, Kreativität und tänzerische Vielfalt – und das generationenübergreifend.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Symbolbild.
342

Aufgrund von Wartungsarbeiten muss´die Stromversorgung zeitweise eingestellt werden

Kein Strom in Sinzig-Westum und Löhndorf

Sinzig. Am Dienstag, 14. April, führt die Rhein-Ahr-AöR Arbeiten an der Wasserversorgung in Sinzig-Westum durch. Zur Sicherheit der Arbeiter muss dazu ein Mittelspannungskabel der Energienetze Mittelrhein (enm) zeitweise abgeschaltet werden.

Weiterlesen

Pfarrer Dr. Arno-Lutz Henkel.  Foto:privat
15

Allgemeine Berichte

EIN-Spruch: Fest(e) der Befreiung

Vom 01.-09. April wird die jüdische Pessach Woche begangen, die nahezu zeitgleich zusammenfällt mit der von den Christen begangene Kar- und Osterwoche. Durch Jesus bedingt hängen beide Festtraditionen, auch inhaltlich, miteinander zusammen.

Weiterlesen

Symbolbild. Foto: pixabay.com
419

Leserbrief zu „HeimatCheck: Bad Neuenahr: Zu viele unangeleinte Hunde im Stadtgebiet?“

Leserbrief: „Das ist keine Tierliebe, das ist Egoismus!“

Ich bin fast 75 Jahre alt. Seit meinem 17. Lebensjahr habe ich Hunde. Zwei dieser Hunde wurden von unangeleinten Hunden angefallen, und so schwer verletzt, dass sie nur durch hohe tierärztliche Kunst gerettet werden konnten. Beide hatten ihr Leben lang mit den Folgen zu kämpfen.

Weiterlesen

Rund um´s Haus
Anzeige Haushaltsauflösungen und Ankauf
Rund ums Haus
Kreishandwerkerschaft
Kreishandwerkerschaft
Kreishandwerkerschaft
Dauerauftrag 2025
Holz Loth-Entsorgung
Mülltonnen -Reinigung, bis auf Widerruf
Anlagenmechaniker
SB Standesamt
Koblenz blüht // Frohe Ostern 2026
Feierabendmarkt Bad Neuenahr / o.B. Sponsoring
Unterstützeranzeige
Mitarbeiter IT-Administrator
Imageanzeige - Ostern
Stellenanzeige Personalsachbearbeiter/in