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- Anzeige - Hohe Auszeichnung für den Bio Hof Bölingen beim Apfelfest

Auszeichnung der Vereinten Nationen für die Erhöhung der Biodiversität im Obstbau

Als offizielles Projekt der UN-Dekade Biologische Vielfalt geehrt - Pionier im Anbau von biologischem Tafelobst und Vorreiter beim Errichten von Biodiversitätsräumen

Auszeichnung der Vereinten Nationen für die Erhöhung der Biodiversität im Obstbau

Der Bio Bölingen wurde als offizielles Projekt der UN-Dekade Biologische Vielfalt ausgezeichnet. Darüber freuten sich (v. l.) kreisbeigeordneter Friedhelm Münch, Präsident Dr. Hanns-Christoph Eiden von der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Forsten, Betriebsleiter Bert Krämer, Elke Inden-Krämer und Dr. Andrée Hamm von der Uni Bonn.Foto: JOST

17.09.2019 - 11:06

Bölingen. Hohe Auszeichnung für den Bio Hof Bölingen. Der Bioland-Betrieb aus der Grafschaft wurde jetzt für seine Leistungen im Bereich „Erhöhung der Biodiversität im Obstanbau“ als offizielles Projekt der UN-Dekade Biologische Vielfalt ausgezeichnet. Im Rahmen des jährlichen Apfelfestes überreichte Dr. Hanns-Christoph Eiden, Präsident der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung, die offizielle Urkunde und ein Auszeichnungsschild an Betriebsleiter Bert Krämer und seine Frau Elke Inden-Krämer.

„Mit dieser Auszeichnung wird das Engagement von Bio-Obstbauer Bert Krämer vom Bio Hof Bölingen für seine herausragenden Leistungen für die biologische Vielfalt gewürdigt“, so Eiden in seiner Laudatio. „Das freut mich umso mehr, weil der Bio Hof Bölingen auch einer der Demonstrationsbetriebe Ökolandbau ist.“ Der Betrieb sei seit 1985 Pionier im Anbau von biologischem Tafelobst und heute Vorreiter in der Errichtung von Biodiversitätsräumen im Obstbau. Der Bioland-Betrieb habe es geschafft, in seinen Obstplantagen neue Lebensräume für Insekten, Wildbienen, Schmetterlinge, Vögel und Pflanzen zu schaffen. Durch genaue Beobachtungen, langjährige Versuche und Ausdauer unter dem Leitgedanken „Wirtschaften in Harmonie mit der Natur“ sei es Krämer gelungen, viele Insekten und Pflanzenarten inmitten der Obstreihen anzusiedeln.


17 Kilometer Grünstreifen in den Plantagen


Heute dienten etwa 17 Kilometer Grünstreifen mit etwa 80 verschiedenen Pflanzen den Insekten als Nahrungsquelle. Damit das Nahrungsangebot durch Pollen und Nektar ganzjährig zur Verfügung steht, werden sowohl einjährige wie auch mehrjährige Grünstreifen angelegt. Dazu gibt es für die Vögel unterschiedliche Nesthilfen. Das führt zu Erfolgen, die ihresgleichen suchen und von der Uni Bonn nachgewiesen wurden: derzeit leben mindestens 25 seltene Wildbienenarten in den Obstplantagen. Verschiedene Schmetterlinge wie die spanische Flagge, bläuliche und Edelfalter haben sich ebenso angesiedelt wie Turmfalken, die in den Obstplantagen brüteten. „Der Bio Hof Bölingen zeigt in seinen Obstplantagen, wie Biodiversität im Obstbau funktionieren kann“, lobte Eiden den Betrieb weiter. Heute sei Bert Krämer eine wichtige Anlaufstelle für Obstbauern aus Deutschland und Europa. Im Rahmen des Netzwerks der Demonstrationsbetriebe Ökologischer Landbau kämen auch Verbraucher und interessierte Gruppen zu Besichtigungen, um Bio live vor Ort kennenzulernen und zu erleben. „Diese Aktivitäten haben die UN-Dekade-Fachjury beeindruckt“, begründete Eiden die Auszeichnung als Projekt der UN-Dekade Biologische Vielfalt. Neben der offiziellen Urkunde und dem Auszeichnungsschild erhält der Bio Hof Bölingen in Kürze einen „Vielfalt-Baum“, der symbolisch für die Naturvielfalt stehe.


Die Welt könnte so schön sein


„Die Welt könnte so schön sein, wenn alle alles richtig machen würden“, wusste Dr. Andrée Hamm vom landwirtschaftlichen Institut der Uni Bonn. Da seine Studenten bereits eine ganze Reihe von Master- und Bachelor-Arbeiten auf dem Hof gemacht hätten, könne er mit Fug und Recht sagen: „Hier wird alles richtig gemacht.“ Es sei nachgewiesen, dass die Aktivitäten tatsächlich etwas bringen. Schon weit, bevor die Politik sich das Thema der Biodiversität auf die Fahnen geschrieben habe, sei die Familie Krämer hier aktiv geworden und habe dafür gesorgt, dass Lebensräume für verschiedene Tier- und Pflanzenarten geschaffen würden und erhalten blieben. Dabei müsse man bedenken, dass die Grünstreifen nicht ohne Risiken sein, denn es sei durchaus möglich, dass sich dadurch auch unerwünschte Lebewesen in den Plantagen ausbreiteten. „Aber die Krämers haben es einfach gemacht“, freute er sich. Und sie hätten erkannt, wie wichtig der Wissenstransfer sei, deshalb trügen Sie die Informationen in die Bevölkerung über alle Zielgruppen hinweg hinein. Etwa indem sie klar machten, dass Insekten nicht nur in manchen Situationen lästig seien, sondern auch eine wichtige Funktion in ihrem Ökosystem besäßen. „Wir brauchen Menschen wie Sie und Projekte wie dieses“, fasste er zusammen.


Gesunde und nachhaltige Landwirtschaft


Der Kreisbeigeordnete Friedhelm Münch gratulierte in seinem Grußwort zu dieser besonderen Auszeichnung und erinnert daran, dass die Familie Krämer als eine der ersten im Westen der Bundesrepublik sich intensiv um den biologischen Obstanbau bemüht und dort Pionierarbeit geleistet habe. Darüber hinaus öffne der Bio Hof Bölingen bereits seit über einem Vierteljahrhundert seine Türen für interessierte Besucher und biete Führungen und Veranstaltungen an, zu denen auch das beliebte Apfelfest gehöre. Nicht unerwähnt blieb die Aktion „Lernort Bauernhof“, die von Elke Inden-Krämer geleitet wird und bei der seit 2008 Kinder, Jugendliche und Erwachsene den Zusammenhang von gesunder und nachhaltiger Landwirtschaft bewusst erleben können. „Auch dem Kreis Ahrweiler ist das Thema Biodiversität ein besonderes Anliegen“, betonte Münch und wies auf das Projekt „Artenreiche Wiese - Lebensraum für Biene, Schmetterling und Co.“ hin, dass der Kreis im vergangenen Jahr aufgelegt hatte. Ziel des Programms sei es, mehr biologische Vielfalt in der hiesigen Landschaft zu ermöglichen und die regionstypischen Grünflächen auszuweiten. „Wir sehen in dem Projekt eine große Chance, die Attraktivität unserer einzigartigen Landschaft im Interesse der kommenden Generationen, des Natur- und Umweltschutzes sowie der Lebensqualität nachhaltig und dauerhaft zu steigern.“


Dem Rückgang der Naturvielfalt entgegenwirken


Die Vereinten Nationen haben den Zeitraum von 2011 bis 2020 als UN-Dekade Biologische Vielfalt ausgerufen, um dem weltweiten Rückgang der Naturvielfalt entgegenzuwirken. Ein breit verankertes Bewusstsein in der Gesellschaft für den großen Wert der Biodiversität sei eine wichtige Voraussetzung, so Eiden. Mit der Auszeichnung vorbildlicher Projekte lenke man den Blick auf den Wert der Naturvielfalt und auf die Chancen, die sie biete. Gleichzeitig zeigten diese Modellprojekte, wie konkrete Maßnahmen zum Erhalt biologischer Vielfalt, ihre nachhaltige Nutzung und der Vermittlung praktisch aussehen könnten.

Der Begriff „biologische Vielfalt“ umfasse die Vielzahl der Tier- und Pflanzenarten sowie die Vielfalt der Mikroorganismen und Pilze. Einbezogen werde auch die genetische Vielfalt innerhalb der Arten, die sich bei Pflanzen in den verschiedenen Sorten widerspiegelten und sich bei Tieren mit den Rassen verbinde. Aber auch die verschiedenen Lebensräume und komplexe ökologische Wechselwirkungen seien Teil der biologischen Vielfalt. „Die Biodiversität ist Voraussetzung für das Fusionieren der Ökosysteme“, wusste Eiden.

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Kommentare
Heinrich Heine:
Dort wo man Bücher verbrennt, verbrennt man auch am Ende Menschen.

Koblenzer Schulen

juergen mueller:
Etwas anderes war von Herrn Roos auch nicht zu erwarten - zumindest öffentlich - als das man mit dem Krisenmanagement u.sogen.Stellschrauben,wenn überhaupt,das macht man dann unter sich aus.
Siegfried Kowallek:
Beim Komplex AfD, Spenden und Geheimnistuerei denke ich eher an die verdeckten Zahlungen von rund 132.000 Euro an die AfD-Politikerin Alice Weidel, bei denen die Bundestagsverwaltung wegen möglicher Verstöße gegen das Parteiengesetz Sanktionen gegen diese Partei prüft. Es stehen Strafzahlungen in dreifacher Höhe der Spenden aus der Schweiz im Raum, also rund 396.000 Euro. Jetzt will aber die AfD-Fraktion im Neuwieder Stadtrat einen Teil ihrer Aufwandsentschädigungen für einen guten Zweck spenden, was auf jeden Fall sympathisch ist im Gegensatz zu einer verdeckten Entgegennahme großer Spenden von jemandem, der etwas zu verbergen hat. Der angekündigte Verzicht auf eine medienöffentliche Bekanntgabe von Empfängern dieser Spenden befremdet mich jedoch aus zwei Gründen. Zum einen wirkt das heimliche Spenden an gemeinnützige Vereine oder Organisationen dadurch vergleichbar anrüchig wie etwa ein heimlicher Bordellbesuch, den man auch nur dann selbst öffentlich macht, wenn man erfolgreicher Kommunalpolitiker in Ochtendung ist. Zum anderen überzeugt die Begründung nicht, in der Vergangenheit sei vielerorts Druck auf Organisationen ausgeübt worden, die von der AfD eine Spende angenommen hätten. Wäre das der Fall gewesen, hätte diese Partei das doch auf jeden Fall laut und heftig angeprangert. Dieses Liebäugeln mit einem Opfermodus erinnert an den bisherigen geheimnistuerischen Umgang der AfD mit ihren Freitagsveranstaltungen im Kreis, deren Veranstaltungsort man nur auf Nachfrage mitgeteilt bekam. Dabei weiß nicht nur ich, in welcher Neuwieder Gaststätte diese Veranstaltungen stattfanden. Zudem stand deren Name sogar in einem ausgewogenen Artikel über eine AfD-Freitagsveranstaltung. Und als ich die letzte Veranstaltung dieser Partei vor den Corona-Einschränkungen in Oberbieber zum Thema „Wald und Wild“ besuchte, sah ich dort keinen einzigen Gegendemonstranten, obwohl die Partei den Veranstaltungsort zuvor sogar hinreichend öffentlich bekanntgegeben hatte. Siegfried Kowallek, Neuwied
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