Ein besonderes Kooperationsprojekt zum Deutschlernen

Bessere Chancen für Mütter mit Kindern

Mutter-Kind-Kurse in der Schatzkammer Oberwinter

Bessere Chancen für Mütter mit Kindern

Siglinde Hornbach-Beckers (Mitte) Leiterin des Fachbereichs II der Kreisverwaltung Ahrweiler neben dem 1. Vorsitzenden des Vereins Schatzkammer Oberwinter e.V., Mario Messer, gemeinsam mit Kursteilnehmerinnen und ihren Kindern sowie der Dozentin, Anzhelika Petri (stehend ganz rechts). Foto: privat

03.09.2019 - 10:36

Remagen-Oberwinter. Vater lernt fleissig Deutsch, macht den Integrationskurs, besteht die Prüfungen und findet Arbeit. So sieht momentan der Regelfall in vielen Remagener Flüchtlingsfamilien aus Sicht der Männer aus. Für die Frauen aber stellt sich das ganz anders dar. „Ich möchte so gerne Deutsch lernen.“ sagt Asmarina (alle Namen geändert) aus Eritrea. Ihr Mann Dawit bringt morgens die ältere Tochter noch zur Kita, dann kann er sich nicht mehr um die Kinder kümmern, da er bis zum Abend arbeitet. Also kümmert sich Asmarina um Haushalt und Baby, nachmittags um beide Kinder. Gelegenheit zur Kursteilnahme? Fehlanzeige.

Deutschkurse, die speziell auf die Belange von jungen Müttern wie Asmarina zugeschnitten waren, gab es bisher im Kreis kaum. Das ist jetzt entscheidend anders. In der Schatzkammer Oberwinter hat der erste Deutschkurs für geflüchtete Mütter mit Kleinkindern begonnen.

Die intensive Kooperation vom Verein Schatzkammer Oberwinter e.V., der Kreisverwaltung des Landkreises Ahrweiler, der Kreisvolkshochschule Ahrweiler e.V. (KVHS), dem Deutschen Kinderschutzbund und der Ökumenische Flüchtlingshilfe Rhein-Ahr e.V. (ÖFH) machte dies möglich.

Schon im ersten Halbjahr 2019 konnten die ÖFH und der Deutsche Kinderschutzbund positive Erfahrungen mit dem Projekt „Integratives Kochen“ sammeln. Frauen aus verschiedenen Nationen trafen sich mit Babys und Kleinkindern, kochten gemeinsam in der Schatzkammer und lernten zusammen erste wichtige deutsche Worte und Redewendungen. Und da Eritreerinnen die Sprache Tigrinya, Gambierinnen Mandinka und Syrerinnen Arabisch sprechen, blieb als gemeinsame Sprache nur Deutsch übrig. Die Kursleiterinnen Annette Predeek und Marjam Beyg waren begeistert von der Lebendigkeit der Kommunikation, der Lernbereitschaft und der Vielfalt der Kochrezepte aus den jeweiligen Heimatländern der Frauen.


Es ist beeindruckend, wie schnell die Frauen lernen


„Die Schatzkammer ist ideal für solche Mutter-Kind-Kurse,“ sodass einhellige Urteil der beiden Leiterinnen. Es gibt ausreichend Raum für ungestörtes Lernen, die Krabbelkinder haben Platz zum Spielen, die Babys können in Nebenräumen in Ruhe schlafen und Mütter, die noch stillen, können sich problemlos zurückziehen. „Immer, wenn ich die Gruppe besuchte, herrschte eine außergewöhnlich schöne Atmosphäre“, fand Gabriele Fischer-Wilms, die von Seiten der Schatzkammer das Projekt betreute.

Mit diesen positiven Erfahrungen im Hintergrund entstand das innovative Konzept für den Deutschkurs der Kreisvolkshochschule Ahrweiler e.V. (KVHS) in den Räumen der Schatzkammer. Auch für die Dozentin Anzhelika Petri ist ein solcher Kurs Neuland und eine große Herausforderung. „Die Ernsthaftigkeit, mit der die Frauen in diesem Kurs arbeiten und lernen, beeindruckt mich sehr,“ ist ihr Fazit der ersten Kursstunden. Vierzehn Frauen aus der Stadt Remagen nehmen am Kurs teil. Eine Fortführung ist bereits ins Auge gefasst.

Natürlich ließ es sich Siglinde Hornbach-Beckers, Leiterin des Fachbereichs II - Jugend, Soziales und Gesundheit - in der Kreisverwaltung Ahrweiler, nicht nehmen, eines der ersten Kurstreffen zu besuchen. Zufrieden stellt sie fest: „Da haben sich unsere Bemühungen in der Arbeitsgemeinschaft Migration aber wirklich gelohnt.“

Viele Köche verderben angeblich den Brei, so das Sprichwort. Diesmal ist es anders: Das Projekt „Deutschkurs für Mütter mit Kleinkindern“ wäre überhaupt nicht zustandekommen, wenn nicht die vielen „Köche“ als Initiatoren und Realisierer zusammengewirkt hätten.

Und so haben die vielen Köche etwas auf die Beine gestellt, das modellhaft sein kann für weitere Mutter-Kind-Kurse.

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Kommentare
Patrick Baum:
@Antje Schulz, es ist völlig richtig, daß in der AfD Rheinland-Pfalz das Chaos herrscht. Nicht ohne Grund liegt die AfD in Rheinland-Pfalz in den aktuellen Umfragen zur Landtagswahl zum Glück deutlich unter ihrem Wahlergebnis von 2016. Der Grund dafür liegt in der katastrophalen Arbeit des AfD-Landesvorstands um die Führungspersonen Michael Frisch und Jan Bollinger. Inhaltlich hat die AfD Rheinland-Pfalz außer abstrusen Forderungen nichts zu bieten. Zum Leserkommentar von Natalie Bleck ist zu schreiben, daß diese auch eine AfD-Funktionärin ist. Sie ist auch die Ehefrau des AfD-Abgeordneten Andreas Bleck, der fast 20 Semester Semester erfolglos auf Lehramt studiert hat und jetzt ohne jeglichen Berufs- oder Studienabschluß im Bundestag sitzt.
Natalie Bleck:
Es nicht richtig, dass Herr Frisch die Maskenpflicht in Schulen befürwortet hat. Er sprach sich Ende April - als es noch deutlich weniger Daten zu Covid-19 gab - für eine Maskenpflicht im ÖPNV und beim Einkaufen aus. Und er hat kritisiert, dass die Landesregierung es versäumt hat, flächendeckend professionelle Schutzmasken für die Bevölkerung zu beschaffen. Und damit hat er Recht! Denn diese sind nun mal besser als selbstgenähte Baumwollmasken, wie erste Studien zeigen. Im Übrigen hatte die Regierung in den letzten Monaten ausreichend Zeit, Masken zu beschaffen und hat es wieder einmal versäumt.
Michael Friscg:
@Antje Schulz: Die Forderung nach einer Maskenpflicht stammt von Anfang März. Zu diesem Zeitpunkt war sie durchaus berechtigt. Und vor allem war sie auf professionelle Masken bezogen. Das, was die meisten Leute jetzt benutzen, wird auch von Experten als wenig bis gar nicht hilfreich bezeichnet. Heute sogar vom Präsidenten der Bundesärztekammer:https://www.welt.de/vermischtes/article218369132/Corona-Aerztepraesident-zweifelt-an-Alltagsmasken-Kritik-von-Lauterbach. (Link von der Redaktion entfernt) Hinzu kommt, dass das Tragen im Unterricht noch einmal eine ganz andere Frage ist. Denn es ist eine enorme Belastung für unsere Kinder, stundenlang mit einer Maske in der Schule sitzen zu müssen, obwohl nachgewiesen ist, dass die Schulen keine Infektionstreiber sind. Das grenzt an Körperverletzung! Den Widerspruch, den Sie zu konstruieren versuchen, gibt es jedenfalls definitiv nicht!
Gabriele Friedrich:
In Deutschland gibt es zumindest derzeit keinen Grund zum feiern. Es ist mir unbegreiflich, das die Leute nicht die Zeit nutzen um zu Hause mal was zu machen. Es gibt so viel zu tun ...packt es an und bleibt daheim. Egoismus schlägt irgendwann zurück, wenn die Feiernasen selber dran kommen und krank werden.

Kleiderhaus schließt

Gabriele Friedrich:
Das ist ja klar, die Leute bekommen nun die finanzielle Unterstützung im ALGII und können prima damit zu KiK und Co. Ich würde weiter sammeln für Obdachlose, der Winter kommt !!! Kindersachen kann man ja ebenso in Flüchtlingsunterkünften abgeben oder einschweißen und aufheben- das geht ja weiter und hört nicht "heute" auf.
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