Allgemeine Berichte | 30.08.2022

Das größte deutsche Regional-Wiki wird in diesem Jahr 15 Jahre alt

Das AW-Wiki feiert Geburtstag

Nach der Flutkatastrophe traf sich das AW-Wiki-Team notgedrungen auch an ungewöhnlichen Orten, zum Beispiel auf dem Marktplatz in Ahrweiler.  Foto:privat

Kreis Ahrweiler. Es ist für viele Bürgerinnen und Bürger der Region ein unverzichtbares Nachschlagewerk geworden: Das AW-Wiki. Als streng lokal ausgerichteter Namensvetter der großen Online-Enzyklopädie Wikipedia bildet es das Leben des gesamten Kreises Ahrweiler ab. Die Biografien lokaler Größen sind ebenso nachschlagbar wie viele Ausflüge in die reichhaltige Geschichte einer spannenden Region. Aktuelle Geschehnisse werden aufgearbeitet und mit wissenswerten Details aufpoliert, die nur wahre Rechercheliebhaber aufspüren können. Bereichert wird das Portfolio durch viele erstklassige aktuelle Fotografien und historische Aufnahmen, die hier einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. So hat sich das AW-Wiki für Heimatkundler, Ahr-Touristen und Geschichtsinteressierten zu einem steten digitalen Begleiter entwickelt, das mit seiner Funktion als kollektives Gehirn einer ganzen Region seinesgleichen sucht.

Eine Idee, die elektrisierte

Vor 15 Jahren entstand das regionale Wiki. Die Grundidee kam von dem Bad Bodendorfer Journalisten Anton Simons. „Als „Spiegel“ und „Tagesschau“ im Jahr 2003 erstmals über die Wikipedia berichteten, hat mich das geradezu elektrisiert“, sagt Simons rückblickend. „Und ich dachte, dass wir im Kreis Ahrweiler eine Art Mini-Wikipedia brauchen, die viel genauer hinschaut und die viel detaillierter informiert als die „große Schwester“.“

Bei einem bloßen Gedanken blieb es nicht. Simons startete zunächst ein Versuchsprojekt, eine Art „internes Mini-Wiki“. Als sich die Idee als tragfähig erwies, ging man online: Im Jahre 2017 erblickte das AW-Wiki das Licht des World Wide Web.

Seither gedieh das Wiki ganz prächtig und ist bis auf mehr als 30.000 Artikel angewachsen. Allein das ist ein Rekord: Das AW-Wiki ist das größte Regional-Wiki in Deutschland. Nur die Österreicher machen Anton Simons und seinen Mitstreitern Konkurrenz: Mehr Einträge haben nur die Regional-Wikis von Wien und Salzburg.

Aktuell und detailreich

Alleine wären die Herausforderungen, die die Pflege einer solchen Enzyklopädie mit sich bringen, nicht zu stemmen. Simons freut sich über jeden Autor, der sein Wissen über die Heimat mit einfließen lässt. „Mittlerweile haben sich seit der Gründung der Community mehr als 1300 Autoren angemeldet um dafür zu sorgen, dass das AW-Wiki immer detaillierter wird und auf dem aktuellen Stand bleibt. Darüber hinaus gibt es viele Heimatforscher, -autoren und -interessierte, die nicht selber im AW-Wiki arbeiten, den Betreibern aber Artikel und ganze Bücher, die sie geschrieben haben, zur Auswertung zur Verfügung stellen.

Puzzle mit Spielleitern

„Für mich ist das AW-Wiki ein großes Gesellschaftsspiel, bei dem viele Menschen gemeinsam versuchen, ein riesiges Puzzle zusammensetzen, das Gegenwart und Geschichte unseres Kreises darstellt“, schildert Anton Simons seine Sicht. Aber er weiß auch, dass es für jedes Spiel einen Leiter braucht, damit alles seine geregelten Bahnen geht. Beim AW-Wiki sind dies gleich mehrere Personen: Werner Kathe ist seit zwölf Jahren dabei und überrascht immer wieder mit sensationellen Zufallsfunden aus dem Archiv der Stadt Bad Neuenahr-Ahrweilers. Heike Resch kümmert sich als „Community-Managerin“ um neue Wiki-Autoren und hilft bei Startschwierigkeiten. Wilfried Kluska habe allerdings den interessantesten Job, wie Anton Simons findet: Der Bachemer rekonstruiert bis zurück ins frühe Mittelalter jahrgangsweise die Geschichte des heutigen Kreises Ahrweiler und stützt sich dabei auf eine riesige Zahl von verschiedensten Quellen.

Für die Fotografien ist Heinz Grates der Fachmann und legt für seine Motive rund 8000 Kilometer im Jahr im Ahrtal zurück, wahlweise mit Auto oder E-Scooter. Technischen Support gibt es ganz unlokal aus der Hauptstadt. Karsten Hoffmeyer deckt von Berlin aus die technische Seite ab und schaut das alles rund und schnell läuft. Und um den „Papierkram“, der auch noch gemacht werden muss, kümmert sich Ulrike Simons, die Ehefrau des AW-Wiki-Gründers Anton Simons.

Flut war eine Zäsur

Bis zum Sommer 2021 lief es beim Online-Lexikon rund. Aber dann kam die Flut und auch für das AW-Wiki bedeutete die Katastrophe eine Zäsur. Denn der Betrieb und die Pflege der Plattform ist nicht kostenlos, im Gegenteil: Sie verschlingt Zeit und Geld. Für Simons, der selbst von der Flut betroffen war, sah es zunächst so aus, als könnten diese notwendigen Ressourcen zunächst nicht mehr aufgebracht werden. Und tatsächlich: Das AW-Wiki war, erstmalig in der Geschichte der Enzyklopädie, längere Zeit vom Netz. Aber die sprichwörtliche Welle der SolidAHRität ebbte auch beim AW-Wiki nicht ab. Denn das Wiki hat das Prädikat „erhaltenswert“ und diese Ansicht teilen und teilten viele: „Wir wurden von einer Welle aus Zuspruch, Wertschätzung und Hilfsangeboten überrollt“, blickt Simons heute zurück. „Dass das AW-Wiki nach etwa zehn Wochen wieder online gehen konnte, verdanken wir insbesondere der Unterstützung durch namhafte Firmen aus dem Kreis Ahrweiler.“

Flut und Weinkönigin

Die Flut hat aber auch in Bezug auf die Seitenaufrufe einen Effekt gehabt. Themen, die mit der Katastrophe zu tun haben, wurden im letzten Jahr besonders häufig angeklickt. Bei den meistgelesenen Seiten sticht der Artikel zur Ahr als solches hervor. Aber auch die Beiträge zum Lebenshilfehaus in Sinzig, dem Ahrtorfriedhof in Ahrweiler und der Nepomuk-Brücke in Rech werden oft gelesen. Doch nicht alles im Kreis muss mit der Flut zu tun haben. Ganz oben in der Hitliste rangiert der Artikel mit dem Titel „Weinkönigin“. Insbesondere nach der Wahl von Mandy Großgarten (2010) und Julia Baltes (geb. Bertram, 2012) zur deutschen Weinkönigin schoss der Artikel in der Abrufstatistik des AW-Wiki ganz nach oben.

Mitstreiter gesucht

Auch wenn das Team um die lokale Wikipedia gut aufgestellt ist, suchen Simons und seine Mitstreiter immer neue Autoren. Der Bedarf ist vielfältig, wie Anton Simons erklärt. „Wir suchen Spezialisten für einzelne Themen sowie Generalisten, die das große Ganze im Blick halten“, sagt Simons. Außerdem halte man Ausschau nach „Volontären“, die nach einer Möglichkeit suchen, in die Wiki-Welt und in den Lokaljournalismus im Kreis Ahrweiler einzusteigen.

Weitere Informationen gibt es unter www.aw-wiki.de.

ROB

Oft geklickt: Der AW-Wiki-Artikel zur Nepomuk-Brücke in Rech wurde nach der Flut überaus viel gelesen.  Foto: ROB

Oft geklickt: Der AW-Wiki-Artikel zur Nepomuk-Brücke in Rech wurde nach der Flut überaus viel gelesen. Foto: ROB

Nach der Flutkatastrophe traf sich das AW-Wiki-Team notgedrungen auch an ungewöhnlichen Orten, zum Beispiel auf dem Marktplatz in Ahrweiler. Foto:privat

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