Allgemeine Berichte | 19.08.2019

Eröffnung der Ausstellung „Asche oder Feuer“ in Maria Laach

Das Bauhaus bewahren und fortschreiben

Schau zeigt Werke in der Nachfolge der Keramiker Theodor Bogler und Otto Lindig

Bruder Stephan Oppermann (rechts) und Katharina Brellochs (links) freuten sich, die ausstellenden Künstler persönlich begrüßen zu dürfen. Fotos: FRE

Maria Laach. Pünktlich zum Klostermarkt am vergangenen Wochenende hatte die Keramikmanufaktur Maria Laach zu einer Fortsetzung der überaus erfolgreichen Ausstellung von 2018 über den Bauhaus-Keramiker und Laacher Mönch Pater Theodor Bogler (1897-1968) „Vom Bauhaus nach Maria Laach“ eingeladen. Während es sich bei der Schau 2018 um einen Rückblick handelte, richtet die neue Ausstellung unter dem Titel „Asche oder Feuer – Bauhauskeramiker und ihre Erben“ ihren Blick nach vorne.

Rund 150 geladene Gäste hatten bereits am 15. August die Möglichkeit, die von Bruder Stephan Oppermann und Katharina Brellochs besonders einfühlsam „komponierte“ Kunstschau in Augenschein zu nehmen und mit den ausstellenden Künstlern persönlich zu sprechen.

An der Klosterpforte wurden die Gäste zunächst von Prior-Administrator Pater Petrus Nowack mit einer ausführlichen Ansprache begrüßt („Wir feiern heute das Patrozinium, und am 15. August 1923 wurde die erste Bauhaus-Ausstellung im Haus am Horn eröffnet“). Zur allgemeinen Erheiterung trug sodann die Bauhaus-Marionette „Der kleine Bucklige“ bei. Diese ausdrucksstarke kleine Puppe führte die Gästeschar zunächst zum Ausstellungsort, der ehemaligen Schreinerei von Maria Laach, und war später der „Star“ einer amüsanten Performance nach Oskar Schlemmer mit Musik von Paul Hindemith in der Aula des Klosters. Hier spielte Christian Fuchs mit weiteren originalen Bauhaus-Marionetten das Stück „Die Abenteuer der kleinen Buckligen“.

Nach einer weiteren Ansprache von Kai-Michael Sprenger, Referent des Ministeriums für Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur in Rheinland Pfalz („Das Bauhaus, eine Idee aus Deutschland, ist die weltweit wirkungsvollste und erfolgreichste kulturelle Errungenschaft des 20. Jahrhunderts“) berichtete die wissenschaftliche Mitarbeiterin des Bauhaus Museums Weimar, Dr. phil. Anke Blümm, über ihre ersten Begegnungen mit Bauhaus.

Geradezu erfrischend waren die anschließenden Atemübungen mit Katharina Brellochs, die auf der indischen Heilslehre „Maz daz Nan“ beruhen und von Johannes Itten, Begründer der Farbtypenlehre und Kunstmaler am Bauhaus Weimar, praktiziert wurden.

Der Hintergrund für den Ausstellungstitel „Asche oder Feuer“ ist eine Aussage von Gustav Mahler: „Tradition ist nicht die Anbetung der Asche, sondern die Weitergabe des Feuers.“ Hier liegt auch der Bezug zur Abtei Maria Laach, denn diese neue Ausstellung beschäftigt sich damit, was Nachfolger und Nachfahren aus und mit dem Erbe der beiden Bauhaus-Keramiker Theodor Bogler und Otto Lindig gemacht haben. Gezeigt werden zum einen, wie sich die Keramiker Christiane Bernstiel, die Tochter Otto Lindigs Tochter sowie die beiden Schwestern Maria Hokema und Ulrike Könecke, beide Enkelinnen von Otto Lindig, und Ulrikes Sohn Lutz Könecke heute diesem Erbe nähern.

Die Keramiken zeigen nachvollziehbare Verwandtschaft mit den Bogler- und Lindig-Formen, in Déjà-vus, aber auch in klaren Gegenpolen. Die gezeigten Objekte und Gefäße geben Antworten auf die Formensprache des Bauhauses, quasi wie im Zwiegespräch. Die Besucher erwartet eine spannende Schau unterschiedlichster Ansätze und Arbeitsweisen.

Selbstverständlich stehen auch die Werke der Laacher Keramikmanufaktur zur Besichtigung und zum Kauf bereit. Andrea Lange, in Meißen ausgebildete Porzellanmalerin, Gabriele Schönberger, Drehmeisterin, und Bruder Stephan Oppermann, kreativer Kopf der Laacher Manufaktur, stellen ihre aktuellen Arbeiten ebenfalls aus.

Begleitet wird die Ausstellung „Asche oder Feuer – Bauhauskeramiker und ihre Erben“ durch zusätzliche Veranstaltungen. Inspiriert durch die Mokka-Maschine Theodor Boglers findet am 25. Oktober und am 29. November in den Ausstellungsräumen je eine Kaffeeverkostung statt. Am 29. September 1919 aß man im Bauhaus das erste Mal vom eigenen Geschirr. Wie damals wird auch am 29. September von Bauhaus-Geschirr gegessen. Dabei werden unter anderem Gerichte nach der Ittenschen Farblehre serviert. Weitere Informationen werden noch bekannt gegeben. Übrigens lädt die von zahlreichen regionalen Unternehmen gesponserte Ausstellung explizit zum Erleben ein. Alles, was nicht hinter Glas geschützt steht, darf und soll angefasst und somit erlebt werden. So wird für die Besucher begreifbar und erfahrbar, wie unbewusst präsent das Bauhaus auch noch heute, nach 100 Jahren, im Alltag ist, sei es Farbenlehre oder Reduzierung auf das Wesentliche, den Bauhaus-typischen Minimalismus. FRE

Johannes Bell, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Brohltal, bewunderte die Arbeiten von Maria Hokema.

Johannes Bell, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Brohltal, bewunderte die Arbeiten von Maria Hokema.

Katharina Brellochs präsentierte die Exponate von Lutz Könecke

Katharina Brellochs präsentierte die Exponate von Lutz Könecke

Gemeinsam mit Katharina Brellochs und Bruder Stephan Oppermann begrüßte Prior-Administrator Pater Petrus Nowack (Mitte) die geladenen Gäste an der Klosterpforte zur Eröffnung der Ausstellung.

Gemeinsam mit Katharina Brellochs und Bruder Stephan Oppermann begrüßte Prior-Administrator Pater Petrus Nowack (Mitte) die geladenen Gäste an der Klosterpforte zur Eröffnung der Ausstellung.

Die Bauhaus-Marionette „Der kleine Bucklige“ führte die Besucher von der Klosterpforte zur ehemaligen Laacher Schreinerei, dem Ausstellungsort.

Die Bauhaus-Marionette „Der kleine Bucklige“ führte die Besucher von der Klosterpforte zur ehemaligen Laacher Schreinerei, dem Ausstellungsort.

Bruder Stephan Oppermann (rechts) und Katharina Brellochs (links) freuten sich, die ausstellenden Künstler persönlich begrüßen zu dürfen. Fotos: FRE

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Bildergalerien
Dienstleistungen
Lampionfest in Weißenthurm
Heimat aktiv erleben
Heimat aktiv erleben
Innovatives rund um Andernach
PR Anzeige Last Christmas Musical in Koblenz
Erzieher / Heilerziehungspfleger / Pflegefachkraft (m/w/d)
Empfohlene Artikel
Die Ehlinger Straße in Heimersheim.  Foto: ROB
225

Bad Neuenahr-Ahrweiler. In der Kalenderwoche 26 vom 22. bis 28. Juni 2026 plant die Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler zur Erhöhung der Verkehrssicherheit mobile Geschwindigkeitskontrollen. Die Messungen sollen im Stadtteil Heimersheim in der Ehlinger Straße sowie im Stadtteil Ramersbach in der Mayener Straße stattfinden.

Weiterlesen

Die Kinder hatten jede Menge Spaß beim Mitmachprogramm.  Fotos:WAMFO.de
64

Andernach. Wenn es darum geht, Kindern klassische Musik auf unterhaltsame und lebendige Weise näherzubringen, gehört Marko Simsa zu den ganz Großen seines Fachs. Der 1965 geborene Wiener, Vater von zwei erwachsenen Söhnen, widmet sich seit mittlerweile 40 Jahren mit großer Leidenschaft der musikalischen Bildung junger Menschen. In dieser Zeit hat er 54 unterschiedliche Konzertprojekte in den verschiedensten Besetzungen entwickelt und auf die Bühne gebracht.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Foto: Polizei
5851

Die Gesuchten sollen einen 24-Jährigen bewusstlos geprügelt haben:

22.06.: Fahndung: Wer kennt diese Männer?

Köln. Die Kriminalpolizei Köln fahndet mit Bildern von Zeugen nach zwei Männern, die am 12. Februar (Weiberfastnacht) einen 24-Jährigen angegriffen und schwer am Kopf verletzt haben sollen.

Weiterlesen

Bei der symbolischen Durchschneidung des „Roten Bandes“.  Foto: WTE
427

Ahrtal/Marienthal. Groß war der Andrang bei der offiziellen Einweihung des neuen Radweges zwischen Walporzheim und Mayschoß oberhalb von Marienthal auf dem Gelände der Firma Weiss. Stefan Schmitt, Leiter des Projektbüros „Wiederaufbau Ahrtal“ Landesbetrieb Mobilität (LBM) Rheinland-Pfalz, konnte hierzu - neben zahlreichen Offiziellen - viele Radfahrer/Inen sowie etliche Mandaträger/Innen und Radfahrgruppen,...

Weiterlesen

Symbolbild.  Foto: pixabay.com
1350

Die Lage hat sich verbessert, aber dennoch soll weiter Wasser gespart werden.

22.06.: Neue Informationen zur Trinkwasserversorgung in Remagen

Remagen. Am Sonntag, den 21. Juni 2026, wurde im Stadtgebiet Remagen ein außergewöhnlich hoher Wasserverbrauch festgestellt. Neben einer insgesamt deutlich erhöhten Wasserabnahme wurden in einzelnen Versorgungsbereichen extreme Entnahmespitzen registriert, die die üblichen Verbrauchswerte vergleichbarer Sommerperioden erheblich überschritten. Ein leichter Trend zeichnete sich bereits am 19. und 20....

Weiterlesen