Tag des offenen Denkmals in Ahrweiler

Ein letzter Blick in den „alten“ Calvarienberg

Landmarken AG bot zwei gut besuchte Führungen durch das ehemalige Kloster an

12.09.2017 - 09:16

Bad Neuenahr-Ahrweiler. Die Ereignisse rund um den Calvarienberg in Ahrweiler haben in den vergangenen Monaten viele Menschen bewegt, bedeutete doch der Abschied von den Ursulinen-Schwestern, die fast 180 Jahre lang auf dem „Berg“ gewirkt hatten, eine tiefe Zäsur. Inzwischen sind die Schwestern aus dem Kloster ausgezogen, der Großteil von Interieur und Mobiliar wurde im Rahmen mehrerer Flohmärkte verkauft und die berühmte Klosterkirche profaniert. Veräußert wurde der Gebäudekomplex samt Areal an die Landmarken AG, ein Investor, der bereits einige Erfahrungen mit dem Erwerb historischer und denkmalgeschützter Immobilien vorweisen kann.


Als jetzt die Stiftung Denkmalschutz zum alljährlichen „Tag des Denkmals“ aufrief, war, neben anderen historischen Denkmalen im Kreisstadtgebiet, auch das inzwischen ehemalige Kloster Calvarienberg mit von der Partie. Im Rahmen zweier Führungen, die von Leonie Heuschäfer (Projektentwicklerin Landmarken AG) und Kolja Linden (Marketing/Pressesprecher Landmarken AG) geleitet wurden, bestand für die Besucher die Möglichkeit, noch einmal ganz besondere Einblicke in das Innere dieser ganz besonderen Stätte zu erhalten und zu erleben. Eine Chance, die sich viele nicht entgehen lassen wollten: Mehr als 120 Personen nahmen an den beiden Führungen teil – weit mehr als vorher angemeldet. Von der Krypta ging es hinauf zur inzwischen säkularisierten Klosterkirche, die sich im Vergleich zu den meisten anderen Räumen auf dem „Berg“ optisch noch nicht sonderlich verändert hat, in den ehemaligen Internatsspeisesaal mit seiner beeindruckenden Holzdecke und den kunstvollen Sakralfenstern. Neben geschichtlichen Aspekten gingen die Vertreter der Landmarken AG teilweise auch auf die eventuelle spätere Nutzung der Räumlichkeiten ein, die sich jedoch noch vollständig im Planungs- und Entwicklungsstatus befindet.


Spätere Nutzung als Gastronomie und Wohnbereich möglich


So könne man sich, wie Leonie Heuschäfer ausführte, für den Bereich des Internatsspeisesaals beispielsweise eine gastronomische Nutzung vorstellen.

Ebenso fast schon gespenstisch leer wie der Internatsspeisesaal präsentierte sich auch der Schwesternspeisesaal eine Etage höher. Wo einst Schüler zu Mittag aßen oder die Schwestern ihre Tischgebete sprachen, hallten jetzt nur noch die Schritte der Besucher durch die riesigen Räume. Auch hier sind künstlerisch wertvolle Fenster zu finden, müssen in nahezu allen Bereichen Denkmalschutzauflagen beachtet werden. Dennoch, so Kolja Linden, sei für den früheren Klosterbereich nach entsprechender Aufteilung eine spätere Wohnnutzung absolut denkbar.

Ebenfalls komplett ausgeräumt ist das riesige Ursulinen-Archiv, in dem nur noch der Panoramablick über das Ahrtal über die gähnend leeren Bücherschränke hinwegtrösten kann. Weitere Stationen der Führung waren der Kranken- und Pflegebereich der Schwestern sowie der frühere Klosterwohnbereich der Ursulinen. Alle Besucher waren sich darin einig, dass die weitere Entwicklung auf und rund um den Calvarienberg für sie von größtem Interesse ist. In den kommenden Wochen wird ein professionelles Auflösungsunternehmen die letzten, noch verbliebenen Möbelstücke und Einrichtungsgegenstände aus den zahlreichen Räumen des ehemaligen Klosters Calvarienberg entfernen.

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Kommentare
Peter Busse:
Bildung tut nicht weh Herr Schmidt. Allgemein bekannt ist der Spruch „Der größte Lump im ganzen Land, das ist und bleibt der Denunziant“. Die Urheberschaft wird oft Hoffmann von Fallersleben zugeschrieben, seit dieser Vers in die Zitatensammlungen von Daniel Sanders (1906) und Richard Zoozmann (1911)...
S. Schmidt:
Dazu möchte ich August Heinrich Hoffmann von Fallersleben zitieren: „Der größte Lump im ganzen Land, das ist und bleibt der Denunziant“. ...
Thomas S.:
Ob von der CDU, SPD, ... oder wie hier von der AfD. Das Geld ist bei unseren Kleinen immer ein gutes "Investment". ...
juergen mueller:
Jahrelang ausdiskutiert, wie das so in Koblenz üblich ist. Dann Toilettencontainer hingestellt - fertig. Alles andere regelt sich dann von selbst. Denkste. Ratlos - Tatenlos. Nicht zu Ende gedacht. Was woanders funktioniert - in Koblenz noch lange nicht. Nie daran gedacht, dass hunderte Zweibeiner...
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