Wie Seelsorger aus der Pfarreiengemeinschaft Grafschaft den Flutopfern helfen

Ein offenes Ohr und ein Dach über dem Kopf

Ein offenes Ohr und ein Dach über dem Kopf

Die Flut zerstörte viele Orte wie den Friedhof in Bad Neuenahr-Ahrweiler. Foto: Sabine Dettinger

14.09.2021 - 09:51

Grafschaft. In den vergangenen Wochen war Sabine Dettinger aufmerksame Nachbarin, Seelsorgerin und gleichzeitig selbst Betroffene der Hochwasserkatastrophe im Ahrtal. Sie ist Gemeindereferentin in der Pfarreiengemeinschaft Grafschaft und wohnt in der Altstadt von Ahrweiler.


„Materiell geht es mir gut“, lautet ihre Antwort auf die Frage, die ihr immer wieder gestellt wird: „Bist du stark betroffen?“ Betroffen sei hier in der Region jeder. Sie erinnert daran, dass auch in der Pfarreiengemeinschaft Grafschaft Menschen leben, die es schwer getroffen hat. „Manche haben nahe Angehörige verloren, Häuser wurden komplett zerstört – das dürfen wir nicht vergessen.“ Diesen Menschen hat Pfarrer Alexander Burg unmittelbar nach der Flut unkompliziert das Pfarrheim als Wohnmöglichkeit für den Übergang angeboten. Im Pfarrheim Karweiler ist wiederum das „Familiennest“, ein Angebot der Familienbildungsstätte eingezogen und im Pfarr- und Jugendheim in Gelsdorf sind ebenfalls Familien untergebracht. Die Räumlichkeiten der Pfarrgemeinde werden also auf unterschiedliche Weise zur Unterstützung genutzt. Auch Gruppenangebote für Kinder sollen stattfinden, allerdings können aufgrund der Corona-Pandemie noch keine konkreten Aussagen getroffen werden.


Zuerst das Nötigste getan


In den ersten zwei Wochen ist Sabine Dettinger durch die zerstörten Straßen gelaufen und hat Wasser und Brot verteilt, hat nachgehört, wie es den Menschen geht und gleichzeitig Kontakt mit ihren Familienmitgliedern gehalten, deren Häuser zum Teil sehr stark zerstört sind. „Im Pfarrhaus hier auf der Grafschaft habe ich zusammen mit der Sekretärin und einer Obermessdienerin täglich zehn bis zwölf Kannen Kaffee gekocht und diese in die Stadt gebracht“, berichtet sie. Hinzu kamen die Koordination von Hilfsangeboten, die stete Aktualisierung der Homepage und der Facebook-Seite und in enger Absprache mit dem Dechanten hat sie gottesdienstliche Angebote in Ahrweiler übernommen.

„Mir graut es vor dem Winter. Es wird kalt und dunkel und Bad Neuenahr-Ahrweiler ist jetzt schon eine Art Geisterstadt, weil viele Menschen nicht vor Ort sind“, sagt sie. Ihr Eindruck lautet, dass die Menschen immer noch unter Schock stünden und traumatisiert seien. Da sei es gut, dass es viele Angebote gebe und Seelsorgerinnen und Seelsorger in den Straßen präsent sind. Weiterhin hat auch das Seelsorgeteam von der Pfarreiengemeinschaft selbstverständlich ein offenes Ohr für die Betroffenen der Hochwasserkatastrophe.

Weitere Informationen zur Hochwasserhilfe von Bistum Trier und Caritas und die Spendenkonten sind zu finden unter https://t1p.de/hochwasser-hilfe. Näheres zur Pfarreiengemeinschaft Grafschaft gibt es auf www.kk-grafschaft.de und unter Tel.: 02641-913942-0.

Pressemitteilung

Bistum Trier

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Kommentare
G. Friedrich:
Das sieht aus wie Garagen und sonst gar nichts.Wenig würdig und mal wieder ohne Fantasie. Und wieviel Spendengelder sind nun dafür drauf gegangen? Wieviel m² hat jemand zur Verfügung, was ist mit Küche und kochen? Wenn die Regenzeit kommt und Weihnachten dann werden die Senioren in den Kästen depressiv. Mehr...
Ulla Witsch:
Einfach nur Spitze !!...
Hans-Müller:
Noch immer frage ich mich wie man mit reaktionären Mitteln die Verkehrswende schaffen möchte. Wer ernsthaft glaubt durch die Reaktivierung einer nunmehr seit fast 20 Jahren stillgelegten Bahn auch nur ansatzweise eine Verkehrswende zu schaffen, irrt. Vielmehr wird hier Steuergeld verbraten, weil ein...
Gerd Tierbach:
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Die CDU mal wieder - Verkehrsplitisches Mittelalter - richtig, das diese Partei die Wahl verloren hat!...

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