Allgemeine Berichte | 08.11.2022, 16:36 Uhr

In Rheinland-Pfalz ragen die Rastanlagen Brohltal-West und Heiligenroth negativ heraus

Erhebung des ADAC: Falschparkende LKWs an Raststätten eher die Regel

Symbolbild.  Foto: pixabay.com
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Wenn Lkw-Fahrer auf Rastanlagen falsch parken, tun sie das wohl nicht aus bösem Willen - das lassen zumindest folgende Zahlen vermuten: Es fehlen nach offiziellen Zählungen noch mehr als 20.000 Lkw-Stellplätze. Nacht für Nacht müssen sich damit die Brummifahrer nach Alternativen umsehen. Die suchen sie oft im Umfeld der regulären Abstellflächen, was mitunter ein großes Sicherheitsrisiko darstellt. Der ADAC hat nun erstmals bundesweit untersucht, wie groß das Problem dieser gefährlichen Abstellpraxis ist.

Das Gefühl vieler Autofahrer, dass Lkw entlang der Autobahn ständig falsch parken, konnte der ADAC in beeindruckende Zahlen fassen: An fast jeder zweiten Rastanlage (46 von 96) waren Lkw im hochsensiblen Ein- oder Ausfahrtbereich oder auf dem Seitenstreifen der Autobahn geparkt (Gefahrenkategorie „rot“). Auf 86 Rastanlagen (rund 90 Prozent) waren Lkw im absoluten Halteverbot oder auf nicht für sie freigegebenen Parkflächen abgestellt, z.B. auf Pkw-Parkplätzen (Kategorie „orange“). Das Parken außerhalb markierter Flächen, etwa in den Fahrgassen zwischen den Stellplätzen (Kategorie „gelb“) war dann schon fast die Regel: Nur eine einzige Anlage (Lüneburger Heide West, A7, Niedersachsen) war ganz frei von falschparkenden Lkw.

Zwei Anlagen waren so zugeparkt, dass sie nicht ausgezählt werden konnten, weil der Tester nicht einmal eine Möglichkeit fand, um seinen Pkw abzustellen. Auch eine ernüchternde Erkenntnis der Zählung zu den drei Erhebungszeitpunkten 22, 23 und 0 Uhr: Um 22 Uhr sind die Anlagen in der Regel bereits voll, danach steigt der Parkdruck eher noch weiter. Den traurigen Rekord an Falschparkern in der Erhebung hält die Autobahnraststätte Kassel Ost Lohfelden (A7, Hessen): Mit maximal 55 Parkverstößen in der Gefahrenkategorie „gelb“, 66 in „orange“ und zehn in „rot“ liegt hier eindeutig ein Risiko-Schwerpunkt. Auch an der Autobahnraststätte Wildeshausen Nord (A1, Niedersachsen) ist Vorsicht geboten. Hier standen in unserer Erhebung bis zu acht Lkw im „roten“ Gefahrenbereich.

Neben der oben erwähnten Autobahnraststätte Lüneburger Heide West auf der A7 fielen bei der Erhebung noch drei weitere Anlagen positiv auf: Fliegwiese West an der A5 (BadenWürttemberg) mit „nur“ vier „gelben“ Falschparkern, Bönningstedt West an der A7 (Schleswig-Holstein) mit fünf „gelben“ sowie Plater Berge West an der A14 (MecklenburgVorpommern) mit nur einem „orangefarbenen“ falsch parkenden Lkw.

Der Schwerlastverkehr rollt grenzüberschreitend durch Europa, deshalb hat sich der ADAC bei benachbarten Automobilclubs erkundigt, wie dort mit dem Problem falsch parkender Lkw entlang der Autobahnen umgegangen wird. Von fehlenden Parkplätzen für Laster berichteten auch die Partnerclubs in Österreich, Dänemark und der Schweiz; Italien kennt dieses Problem dagegen offenbar nicht. Österreich und Italien bekämpfen das Falschparken mit Videoüberwachung an den Rastanlagen, verbunden mit drakonischen Strafen. Immerhin ermöglicht der Bußgeldrahmen dort sogar vierstellige Geldbußen.

Zum Vergleich: In Deutschland zahlen Lkw-Fahrer für Parken im absoluten Halteverbot im besten Fall nur 35 Euro. Bei längerem Falschparken oder gar Halten auf dem Standstreifen der Autobahn wird es aber deutlich teurer, vor allem können auch Punkte in Flensburg dazukommen. Langfristig setzen Dänemark, Österreich und die Schweiz auf den Ausbau der (bestehenden) Parkflächen für Lkw, Österreich und Italien zudem auf Parkleitsysteme und die stärkere Verlagerung des Güterverkehrs auf die Schiene, z.B. durch den Brennerbasistunnel.

Pressemitteilung des ADAC Mittelrhein

Symbolbild. Foto: pixabay.com

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