Allgemeine Berichte | 18.01.2019

Eifel in Gefahr?

Es brodelt unterm See

Seit der letzten Woche schaut so mancher Besucher besorgt auf den Lieblings-See der Rheinland-Pfälzer. BE

Maria Laach. Still liegt der See. Auch heute ruht er wieder ganz in sich. Nur selten hört man die Rufe der Vögel, die auf dem Wasser schwimmen oder im Schilf und in den Bäumen Schutz suchen. Jogger drehen ihre Trainingsrunden, Spaziergänger führen ihre Hunde aus, der See-Fischer wartet darauf, dass die berühmten Felchen in sein Netz schlüpfen. Eine Idylle. Also alles wie immer am Laacher See?

Nicht ganz. Seit der letzten Woche schaut so mancher Besucher besorgt auf den Lieblings-See der Rheinland-Pfälzer. Und das liegt an einer Studie, die Wissenschaftler jetzt vorgelegt haben. Und über die die renommierte F.A.Z. berichtet hat. Demnach ist die Erde unterm See in Bewegung.

Ist die schöne Eifel etwa in Gefahr?

Und die Benediktinerabtei Kloster Maria Laach am See? Spirituelles und religiöses Zentrum der Region. Ziel Zehntausender Touristen im Jahr. Was braut sich da unterm See zusammen? Tatsache ist, dass Wissenschaftler des Heimholtz-Zentrum Potsdam, Deutsches Geoforschungszentrum (GFZ) gemeinsam mit Experten des Erdbebendienstes Südwest, dem Landeserdbebendienst NRW und dem Karlsruher Institut für Technologie (KIT) Ergebnisse von seismischen Messungen ausgewertet haben, die seit 2013 durch das modernisierte seismische Netzwerk des Landeserdbebendienstes aufgezeichnet werden. Demnach finden in einer Tiefe von 8 bis 43 Kilometern regelmäßig niederfrequente Erdbeben statt. Menschen spüren diese Bewegungen nicht.

Was bedeuten die Forschungsergebnisse für die Region?

Für die Region besteht weder akut noch mittelfristig Gefahr. Darin sind sich die Experten trotz der Aussage von Prof. Dr. Torsten Dahm, Sektionsleiter des GFZ Potsdam, die aktuellen Ergebnisse könnten zu einer Neubewertung der Gefährdungssituation in der Eifel führen, einig.

Allerdings will die Wissenschaft den schlafenden Vulkan in Zukunft noch intensiver im Blick behalten und die seismischen Aktivitäten sorgsam beobachten. Ein wichtiges Forschungsziel der Experten: Sie wollen feststellen, ob sich bereits ein Aufstiegskanal aus tieferen Erdschichten bis in die möglicherweise noch existierende Magmakammer in fünf bis acht Kilometer Tiefe gebildet hat, die Ausgangspunkt für den letzten gewaltigen Vulkanausbruch war. Bisher liegen dafür keine wissenschaftlichen Belege vor. Die Bewegungen, die registriert werden, finden allesamt in größeren Tiefen statt.

Geschmolzenes Gesteinsmaterial wird derzeit in einer Tiefe von etwa 45 Kilometern vermutet. Aber, so Dahm und seine Forscherkollegen, die Ergebnisse zeigen eindeutig, „dass magmatische Fluide unter dem Laacher See aufsteigen.“

Aber selbst wenn Magma nachweisbar aufsteigt, würde es schätzungsweise mehrere zehntausend Jahre dauern, bis sich eine Magmakammer gefüllt und eine Eruption unmittelbar bevorstünde. Darin sind sich die Wissenschaftler einig.

Also viel Lärm um nichts?

Ein sicheres Anzeichen für Magmabewegungen in die flachere Erdkruste wären sogenannte hochfrequente Erdbebenschwärme. Die aber wären auch für den Menschen spürbar. Also viel Lärm um nichts? Das sicher nicht. Johannes Bell, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Brohltal, kann der Diskussion um den dem Vulkanismus in der Region auch Gutes abgewinnen. „Vulkanismus ist das Kernthema unserer „Sagenhaften Vulkanregion Laacher See“. Er hat unserer herrlichen Landschaft sein unverwechselbares Gesicht gegeben und uns viele Bodenschätze beschert. Die aktuellen Meldungen zu den Magmabewegungen in sehr großen Tiefen unter dem See erreichen derzeit eine hohe Aufmerksamkeit. Die Fachleute sind sich jedoch einig, dass die erst mit neuartigen Messungen feststellbaren Bewegungen nicht auf einen unmittelbar bevorstehenden Vulkanausbruch hindeuten. Sie sind zwar ein weiterer Beleg für bekannte vulkanologische Aktivitäten, mit einer Eruption ist aber erst in mehreren Tausend Jahren zu rechnen. Wir müssen daher keine Warnungen herausgeben, im Gegenteil: Wir laden Einheimische und Gäste ausdrücklich zu einem Besuch unserer wunderschönen Landschaft ein. Hier lassen sich die Spuren des Vulkanismus hautnah entdecken und sie zeigen, dass unser Laacher See immer ein Besuch wert ist!“

Dem ist nichts hinzuzufügen!

Seit der letzten Woche schaut so mancher Besucher besorgt auf den Lieblings-See der Rheinland-Pfälzer. Foto: BE

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