Jürgen Haffke und Bruno P. Kremer bieten ein Kaleidoskop an Kostbarkeiten aus der in Jahrmillionen geformten Eifelnatur
Gefaltet, geschoben und gedrückt, bis die Kruste brach
Region. Auf eine Entdeckungsreise zur „Eifelnatur“ wollen zwei Geowissenschaftler die Leser ihres gleichnamigen, gerade erschienenen Buches mitnehmen. Bei „Natur“ mag manch einer an die Gegebenheiten auf der Erdoberfläche denken, an Wälder und Wiesen, Täler und Anhöhen, Felsen und Maare. Freilich, die sind inbegriffen. Dazu kommen besondere Pflanzenvorkommen, wie etwa in der Kalkeifel Wacholderheiden und Orchideenwiesen oder im Eifeler Bereich des überwiegend belgischen Hohen Venns Narzissenwiesen und Buchenhecken, höher als in jeder anderen mitteleuropäischen Kulturlandschaft. Aber die beiden Autoren, Jürgen Haffke aus Bonn, Historischer Geograph, und Bruno P. Kremer, der Biologie, Chemie und Geowissenschaften studierte, blicken tiefer. Sie machen auch deutlich, was im Innern der Erde geschehen musste, die schob, sich faltete und aus ihrer Kruste brach, damit das überaus abwechslungsreiche Gesicht der westlichsten deutschen Mittelgebirgslandschaft so ausgeformt wurde, wie es heute vorzufinden ist. Der Mensch hat mitgestaltet, indem er die Schätze hob - von Mineralwasser bis Basalt und Bims.
Hohes Venn bis Südeifel
Vielfältig zeigt sich die Landschaft, die von den Städten Bonn, Koblenz, Trier und Aachen begrenzt wird, wobei es die Eifel, wie die Autoren schon in der Einleitung festhalten, gar nicht gibt. „Stattdessen bieten sich mehrere in ihrer Natur und ihrem Erlebniswert grundverschiedene Landschaftseinheiten“. Ihnen gehen Haffke und Kremer die Kreisgrenzen überschreitend auf den Grund, während die Fotografen Gabriele Nohn-Steinicke und Bernd Steinicke optisch einen bunten Bilderbogen faszinierender Ausblicke aufschlagen. Wort und Bild ziehen sich in neun Kapiteln vom Hohen Venn, in dessen vorgelagerte alte Rumpfflächen am westlichen Eifelrand Rur, Urft und Olef Schluchten gegraben haben, bis in die Südeifel, deren Deckgebirge maßgeblich im Erdmittelalter vor etwa 250 Millionen „als Hinterlassenschaft einer längeren Meeresüberflutung“ entstand.
Vier Vulkanfelder
VieI später entwickelte sich in der Osteifel, im Umkreis des Laacher Sees, eines der vier Eifeler Vulkanfelder. Die anderen drei entwickelten sich in der Westeifel mit ihren Maaren, in der Hocheifel und im linksrheinischen Schiefergebirge. Verlassene Osteifeler Steinbrüche zwischen Rieden und Weibern zeugen von der Mächtigkeit einer schon von den Römern abgebauten Tuffdecke, die quartärzeitlicher Vulkanismus zutage förderte. Der See selbst bietet naturkundliche Einblicke in die Landschaftsgeschichte. Vom Lydiaturm blickt der Beobachter auf das Seebecken und sein Umfeld: Im Norden über die breite linksrheinische Hauptterrasse bis zum tertiärzeitlichen Vulkanfeld des Siebengebirges. Am Ostufer des Sees steigen Bläschen auf, vulkanogene Gasaustritte, Mofetten genannt. Die 40 Meter hohe Wingertsbergwand bei Mendig bietet einen Einblick auf die Ablagerungen nach dem Ausbruch des Laacher See-Vulkans vor 13 000 Jahren. Ob der rheinische Vulkanismus damit beendet ist, ist unklar. Bekannt ist nur, dass in der Region bis dato oft die Erde bebt, was damals die Eruptionen auslöste.
Zu Fels gepresst
Ungeheure Kräfte waren auch in der mehr als 400 Jahre währenden Erdgeschichte im Ahrtal am Werk. Ehemals liegende, kilometerdicke Gesteinspakete wurden geschoben, gefaltet und zerrissen. Das Tal, Tor zur Eifel und im Buch charakterisiert als „mal lieblich, mal schroff, aber immer reizvoll“, resultiert aus den „zu Fels gepressten Ablagerungen eines Flachmeeres aus dem Erdzeitalter des Devons“. Erkennbar wird dies an Korallenresten in den Eifelkalkmulden bei Blankenheim und am senkrecht stehenden Meeresboden in Altenahr. Bei Schuld an der Oberahr läuft der Fluss in einer engen Schleife und zeigt unter anderem an der Gesteinsformation Prümer Tor die mächtigen Schichten des Devonmeeres. „Kostbarkeiten einer einmaligen Landschaft“ lautet der Untertitel des Buches. Unterwegs im Naturpark Rheinland gehört Waldland dazu. Und den „Traum vom Eifelwald“ träumt der Besucher auch im Nationalpark Eifel. Die Kostbarkeiten insgesamt bilden eine großartige Eifelnatur-Bühne für „die ‚Kulissen‘ aus Menschenhand“, finden die Autoren. Und durch die von Kenntnis und Begeisterung durchdrungene Lektüre aufs Angenehmste aufgeklärt, öffnen sich dem Leser die Augen, ganz nach dem Goethewort „Man sieht nur, was man weiß“. In diesem Sinne schließt das Buch mit Lese- und Ausflugstipps.
. HG
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