Allgemeine Berichte | 09.05.2018

Kabarettist Konrad Beikircher präsentierte sein neues Programm iim Schulzentrum Berkum

Geschichten von den Juristen des Glaubens und Gottes eigener Sprache

Konrad Beikircher stellte in Berkum sein neues Programm „Passt schon!“ auf Einladung des katholischen Familienzentrums Wachtberg vor.  JOST

Berkum. „Zusammen sind wir Heimat.“ Dieses Motto hat sich das katholische Familienzentrum Wachtberg für das Jahr 2018 gegeben. Doch was Heimat genau ist, sei nicht einfach zu definieren, erklärte Pfarrer Michael Hoßdorf in der Aula des Schulzentrums Berkum. Deshalb freue er sich ebenso wie die Zuschauer in der voll besetzten Aula schon auf ein „Fachreferat“ von einem, der es wissen müsse. Der Kabarettist Konrad Beikircher präsentierte an diesem Abend nämlich sein aktuelles Programm „Passt schon!“ und stellte dabei einmal mehr unter Beweis, dass er zwar von ganz woanders - nämlich aus Südtirol - kommt, aber den Rheinländer so gut versteht wie kein zweiter.

Auch im mittlerweile „14. Teil meiner Trilogie“, wie er schmunzelnd vorrechnete, beschäftigte sich der Wahl-Bad Godesberger besonders mit der rheinischen Sprache und ihren Besonderheiten. Rheinisch sei schließlich die Sprache Gottes, zitierte er einen gemeinen Witz aus dem Weimarer „Journal der Moden“ des Jahres 1786. Als Gott nämlich einst die Sprachen verteilt hatte, waren nur die Rheinländer leer ausgegangen. Und weil in der göttlichen Sprachschublade rein gar nichts mehr drin war, habe Gott kurzerhand beschlossen: „Dann müsst ihr halt so sprechen wie ich.“

Kein gutes Beispiel

Als gläubiger Christ im „normalen“ katholischen Glauben sei er dennoch nicht immer einverstanden mit dem, was die Kirchenoberen von sich geben. So ließen ihm Rainer Maria Kardinal Woelkis Gedanken zur gemeinsamen Kommunion keine Ruhe, denn er halte sie für falsch. „Es müsste ein armseliger Herrgott sein, der zwischen katholischen und evangelischen Christen unterscheidet.“ Es sei kein gutes Beispiel für die Welt, wenn ausgerechnet ein deutscher Kardinal sage, der katholische Glaube sei besser als der evangelische Glaube. Vielleicht helfe es ja, wenn die Hostie in der Mitte halbiert und farblich gekennzeichnet werde, damit ja niemand die „falsche“ Kommunion erhalte. Manchmal komme es ihm so vor, als seien die Theologen die Juristen des Glaubens. Das rheinische Universum sei jedenfalls voller Geschichten, die erzählt werden wollten, stellte der studierte Psychologe fest und gab zu, sich immer wieder von persönliche Erlebnisse und Gespräche mit Rheinländern inspirieren zu lassen. Daran ließ er die Zuhörer zwei Stunden lang teilhaben. Als Experte für Regionalsprachen blickte er humoristisch auf die unterschiedlichen Regionen und war der Ansicht, Witze und Redensarten würden viel über die Menschen in einer Region verraten: „Jeder hat seinen Kööp, und der Kölner wird nie über eine Büttenrede aus Mainz lachen können.“ Der anarchistische Rheinländer, der nach dem Motto „Vor der Stange Kölsch sind wir alle gleich“ lebt, fasziniert den Kabarettisten bis heute. Doch besonders die Menschen aus der Eifel haben es ihm angetan, „denn die haben viel Leben an den Schuhen. Sind ehrlich und sehr bodenständig.“ Die Gemeinde Wachtberg kam bei ihm ebenfalls gut weg, denn hier werde die Integration vorbildlich gelebt und die Menschlichkeit hochgehalten.

„Der Rheinländer liebt Bayern, aber diese Liebe wird nicht erwidert“, konnte Beikircher die seit Jahrhunderten feststellbare Sehnsucht nach einem erholsamen Urlaub in Süddeutschland nur schwer nachvollziehen. Die Kommunikation zwischen einem Bayern und einem Rheinländer sei nämlich überaus schwierig und funktioniere nur selten. Das sei auch der Grund, warum viele Bayern einen Kropf hätten: „Wenn die mit einem Rheinländer reden, kriegen die immer sooo einen Hals - und irgendwann bleibt der Hals dann stehen.“ Von Beikircher jedenfalls bekommt der Rheinländer nie genug, und mit Sicherheit wird auch der 15. Teil seiner Trilogie wieder ein Erfolg. JOST

Konrad Beikircher stellte in Berkum sein neues Programm „Passt schon!“ auf Einladung des katholischen Familienzentrums Wachtberg vor. Foto: JOST

BLICK aktuell bei Google bevorzugen
Erhalte mehr Inhalte von uns in deinen Google-Suchergebnissen.
Täglich exklusive Inhalte
Täglich exklusive Inhalte

Das digitale Magazin für Rhein, Ahr und Eifel — jeden Tag eine neue Ausgabe, optimiert fürs Smartphone.

  • 30 Tage gratis
  • Neue Ausgabe jeden Tag
  • Für unterwegs gemacht
Heutige Ausgabe lesen
Blick aktuell
Regio MAGAZIN

Bildergalerien
Titel - Alles für die Schule
China Wellness Massage Andernach
Kirmes in Kettig - KW33
Kirmes in Nickenich
80 Jahre Sportverein 1946 Kripp e. V.
schlüsselfertiger Badausbau /
Anzeige KW 33
Titelanzeige
Empfohlene Artikel
Natürlich war auch Weinkönigin Catharina Orthen (Mitte) mit ihren Prinzessinnen Lea Holy und Anne Orthen bei der „WeinZeit“ mit von der Partie.  Fotos: DU
11

Heimersheim. Schon im letzten Jahr hatte man das Heimersheimer Weinfest kompakter und schlanker gestaltet, als in der Vergangenheit. Sozusagen vom opulenten Mittelalter-Spektakel, das sich einst fast durch den gesamten Ortskern zog, hin zum gemütlich-familiären Fest, bei dem Geselligkeit und Genuss ebenso gepflegt werden, wie ausgelassene Party-Stimmung. Unter dem Motto „Heimersheimer WeinZeit“ waren...

Weiterlesen

: Action Pur auf dem „Break Dancer“.  Fotos: DU
12

Sinzig. Dafür, dass die Sinziger Kirmes eine der größten und beliebtesten ihrer Art in der Region ist, sprechen allein schon die Besucherzahlen: wer am Samstag- oder Sonntagabend über die Kirmes schlenderte und sich vom Schein der tausend Lichter verzaubern ließ, erlebte die starke Frequentierung live. Und auch als „BLICK aktuell“ am Sonntagnachmittag über die Festmeile ging, war trotz sommerlicher Hitze einiges los.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Die Niederhutstraße in Ahrweiler. Foto: ROB
706

Nach den umfassenden Arbeiten nach der Flut lädt die Stadt zu einem großen Fest ein

03.09.: Ahrweiler: Niederhutstraße wird feierlich wiedereröffnet

Bad Neuenahr-Ahrweiler. Anlässlich des vorläufigen Abschlusses der Wiederaufbauarbeiten und der Wiedereröffnung der Niederhutstraße im Zentrum von Ahrweiler laden die Stadtverwaltung sowie die Aufbau- und Entwicklungsgesellschaft am Donnerstag, 3. September, von 17 bis 21 Uhr zu einem Eröffnungsfest ein. Die Veranstaltung findet zeitgleich mit dem Shopping-Genuss-Abend statt.

Weiterlesen