Musikverein Weidenhahn feiert 50. Geburtstag

Grandiose Jubiläumsfeier

Grandiose Jubiläumsfeier

Der MV Weidenhahn begleitete den Gottesdienst.Fotos: WR

Grandiose Jubiläumsfeier

Frank Eulberg (l.) und Edgar Deichmann (r.) gratulieren Thomas Heibel zum Jubiläum.

Grandiose Jubiläumsfeier

Die „Great Glen Pipe Band“ während ihres Konzertes.

Weidenhahn. Einen besseren Ort als den Pfarrgarten von Weidenhahn, hätte sich der Musikverein nicht ausdenken können, um die Jubiläumsfeierlichkeiten anlässlich des 50-jährigen Bestehens zu begehen. In der traumhaften Kulisse des Pfarrgartens, unter Tannen und Linden, inmitten Gottes freier Natur, empfingen die Jubilare die Einwohner ihrer Heimatgemeinde zu einem „Serenaden-Abend“.

Der Name des Programms klang höchst anspruchsvoll, konnte aber halten, was er versprach, da neben dem Musikverein Weidenhahn, auch noch die „Great Glen Pipe Band“ einen großen Auftritt absolvierte.

Der festliche Abend begann mit einem katholischen Gottesdienst, Open Air, den Pfarrer Stephan Neis und Diakon Dieter Wittemann von der Kirche St. Anna aus Herschbach, zelebrierten. Beide Diener des Herrn ließen sich von der fröhlichen Stimmung unter freiem Himmel anstecken, so wurden die Gebete und Gesänge hin und wieder durch sehr weltliche Sprüche und Geschichten aufgelockert.

Es ist wohl eher selten, dass am Ende eines Gottesdienstes die Besucher den Geistlichen lebhaften Beifall spenden. Begleitet wurde der Gottesdienst durch den Musikverein, der wesentlich zum Gelingen des Gottesdienstes beitrug. Viele Besucher fragten sich, warum Gottesdienste nicht immer in einer lebhaften Form abgehalten werden können, ohne dabei den Ernst der Sache zu vergessen.

„Great Glen Pipe Band“ als Überraschung des Abends

Bevor der „Serenaden-Abend beginnen konnte, waren einige Begrüßungssätze von Thomas Heibel vom Vorstand des MV unerlässlich. Er schilderte kurz die Entwicklung des MV in den letzten 50 Jahren, ließ dabei auch einige Anekdoten und „Steckelcher“ von Stapel, die für große Heiterkeit bei den Besuchern sorgten.

Dann war es endlich soweit, der MV Weidenhahn startete in einen genialen Konzertabend. Dominik Misterek hatte mit seinem Dirigentenstab das Heft des Handelns jederzeit in der Hand. Als einmal ein Teil des Orchesters, es wird nicht verraten, um wen es sich handelte, führte der Dirigent mit kaum merklichen, energischen Bewegungen, seine Musiker wieder an das richtige Tempo heran.

Eine bunte Mischung

Mit dem gewaltigen Intro „Also sprach Zarathustra“ begann ein abwechslungsreicher Ritt durch die Klangwelten der Orchestermusik. Es folgten Märsche und Filmmusiken, aber auch Rock & Pop kam nicht zu kurz. Ein Medley der Hits von Robbie Williams, unter der Überschrift „Let me entertain you“, war nur der Beginn, denn im Anschluss wippten die Beine zu den Hits von Coldplay „Viva la Vida“ und „When I ruled the World“ setzte allem noch die Krone auf.

Mit „Bridge over troubled water“, dem Welt-Hit von Simon & Garfunkel, übrigens Oscar und Grammy-Preisträger, holte der Musikverein die Besucher etwas runter, denn die orchestrale Interpretation forderte Dirigenten und Orchester gleichermaßen.

Mit „Über sieben Brücken“ von Karat, und „Skyfall“, dem James Bond-Song von Adele, wurde der erste Teil des Jubiläumskonzertes beendet. Die nun anstehende Pause hatten sich die Künstler auf der Bühne redlich verdient, ebenso den großen Applaus des dankbaren Publikums. Thomas Heibel stellte zwischen den einzelnen Stücken jeden Song vor, und lieferte dazu interessante Informationen zum Text und zu den Interpreten.

Auch Vertretung aus der Kommunalpolitik war vor Ort

Natürlich durften die Vertreter der Kommunalpolitik nicht fehlen: Ortsbürgermeister Frank Eulberg und Edgar Deichmann, als 1. Beigeordneter der VG Selters, in Vertretung des verhinderten VG-Bürgermeisters Klaus Müller, überbrachten Grüße und Glückwünsche des Ortes und der Verbandsgemeinde. Freudig erregt konnte sich Thomas Heibel über einige Umschläge freuen, in denen sicherlich kein Falschgeld zu finden war.

Nach der Pause drehten die Besucher irritiert ihre Köpfe in Richtung Kirche, weil von dort schrille Töne zu hören waren. Des Rätsels Lösung war schnell gefunden: Die „Great Glen Pipe Band“ marschierte unter dem Beifall der Besucher ein. Die Band begab sich schnurstracks, im Gleichschritt, auf die extra für sie errichtete Bühne. Dort gaben sie ein sensationelles Konzert, immer wieder mit lautem Beifall der überraschten Besucher belohnt.

Hilfreich waren die Informationen von Ruth Ohlemann, der Ehefrau eines Musikers, die zwischen den Konzertstücken die Instrumente beschrieb, dazu die Herkunft der Lieder aus den schottischen Highlands beschrieb. Großes Gelächter erzeugte Ruth Ohlemann, als sie schlagfertig auf den Zwischenruf eines Zuhörers, was die Musiker unter ihren Kilts tragen würden, reagierte: „Die Zukunft Schottlands“.

Gemeinsam spielt

es sich am Besten

Nach dem Konzert der „Schotten“ wurde den Besuchern ein im Westerwald wohl einmaliges Spektakel geboten: Der Musikverein und die „Great Glen Pipe Band“ spielten gemeinsam einige Zugaben, unter anderem „Amazing Grace“ und „Highland Cathedral“. Die Besucher bekamen vor Staunen kaum den Mund zu, denn eine solche Klangfülle, dazu in atemberaubender Intensität vorgetragen, sucht seinesgleichen. Das kann man kaum beschreiben, das muss man erlebt haben, frenetischer Beifall belohnte Band, Dirigent und den Musikverein.

Den wahrlich krönenden Abschluss eines fantastischen Abends, bot erneut der MV Weidenhahn, der bei einbrechender Dunkelheit das Kinderschlaflied „Der Mond ist aufgegangen“ anstimmte. Es gab wohl niemanden, der dieses Lied in seiner Kindheit nicht gehört hatte, entsprechend kräftig ertönte der gemeinsamen Gesang.

Doch der Musikverein hatte noch nicht fertig, mit großer Emotionalität wurde die Deutsche Nationalhymne angestimmt, die meisten Besucher erhoben sich und sangen den Text von Hoffmann von Fallersleben mit. Ein gänsehauterzeugender Moment, der tief beeindruckte Besucher hinterließ.

Nach einem fast dreistündigen Konzert, bei dem alle Genres der Musik bedient wurden, konnte bei angenehmen, milden Temperaturen, bei kühlen Getränken und ausgezeichneten Speisen, in den Feiermodus geschaltet werden. So wurde aus dem „Serenaden-Abend“ noch ein richtiges Dorffest, Ende unbekannt.