Allgemeine Berichte | 01.08.2018, 08:23 Uhr

Jagdgenossenschaften „Eigenjagd Unkel“ und Rheinbreitbach finanzierten Projekt

Heimatverein Rheinbreitbach übergab die sanierte Eulenfeld-Raste

Mit Adalbert Fuchs und Egon Roos von der „Eigenjagd Unkel“ stießen Heike Riznar, Dankward Heinrich und Jürgen Fuchs auf das gelungene Projekt an.DL

Rheinbreitbach. In einem mehr als maroden Zustand hatte die alte Raste an der Einmündung des Eulenfeld-Pädchens in die Straße „Auf Staffels“ ihr Dasein gefristet.

Mit Metallbändern, die längst rostig geworden waren, hatte man bei einer notdürftigen Reparatur die beiden Tragsteine stabilisiert und zusätzlich an der Platte fixiert. Außerdem war der Bürdestein, der beim Straßenbau von der anderen Seite an den heutigen Standort versetzt worden war, so aufgestellt worden, dass die Vorderseite vom Weg abgewandt und damit die Inschrift nicht zu sehen war.

Bedauernswerten Zustand klar angesprochen

„Der Bruchhausener Johannes Hartmann hat unseren Bergbauspezialisten, Jürgen Fuchs, schon vor einigen Jahren auf den bedauernswerten Zustand angesprochen“, erinnerte der Vorsitzende des Rheinbreitbacher Heimatvereins, Dankward Heinrich, der zusammen mir seiner Stellvertreterin Heike Riznar ganz weit in Westen des Ortes an Wendehammer der Straße „Auf Staffels“ eingeladen hatte, um dort der Öffentlichkeit in Anwesenheit von Adalbert Fuchs und Egon Roos als Sponsorenvertreter die nun endlich restaurierte „Eulenfeld-Raste“ zu übergeben.

Projekt aus Geldmangel lange verschoben

„Jürgen Fuchs hatte uns damals zwar darauf aufmerksam gemacht, wie sehr der Zahn der Zeit an der Raste genagt hatte und gemahnt, dass es dringen angesagt sei, etwas zu unternehmen. Aber wir mussten dieses Projekt aus Geldmangel immer wieder zurückstellen“, erinnerte der Vorsitzende.

Dann aber sei die Jagdgenossenschaft „Eigenjagd Unkel“ auf den Verein zugekommen, weil sie ein förderwürdiges Objekt gesucht habe. Und als sich dann auch noch die Rheinbreitbacher Jagdgenossenschaft um Dieter Kral an dem Projekt beteilige, konnte der Heimatverein den Restaurator Andreas Hartmann beauftragen, das Kleindenkmal aus dem Jahr 1758 wieder in einen ansehnlichen und vor allem sicheren Zustand zu versetzen.

Steinerne Bänke haben historische Funktion

„Wahrscheinlich wissen heute die meisten gar nichts mehr mit den eigenartigen, rund zwei Meter langen und über einen Meter hohen steinernen Bänken anzufangen, von denen es im Ort noch fünf gibt. Aber als in Rheinbreitbach südlich des Siebengebirges noch intensiv Landwirtschaft betreiben wurde, hatten die Bürdesteine als alltägliche Gebrauchsgegenständen eine wichtige Funktion“, berichtete Dankward Heinrich.

Früher wurden schwere Lasten, wie etwa Feldfrüchte, Weintrauben, Obst, Getreide und Holz nicht nur mit einer „Schütteskaar“, sondern auch auf dem Kopf, häufiger in Kiepen auf dem Rücken transportiert. Bei einer Rast konnten die schweren Körbe für kurze Zeit auf den oberen knapp 30 Zentimeter breiten Steinplatten abgesetzt werden, ohne sie umständlich komplett vom Rücken zu nehmen und sie sich anschließend wieder mit enormen Schwierigkeiten aufzubürden.

„Die Jahreszahl 1758 mit einer schnörkeligen 1 sowie dem vorgestellten Alpha und Omega für anno, die nach der Überarbeitung deutlich zu erkennen sind, legt nahe, dass diese Raste hier zeitgleich mit der im Hof unseres Heimatmuseums aufgestellt wurde, die früher „Im Brüchen“ gestanden hatte“, so der Vorsitzende.

Bedeutung der Initialen

Wie bei dieser sind auch bei der Eulenfeld-Raste die Initialen B, M und F, G deutlich zu erkennen. Lotte Perpeet, die sich im 15. Heimatheft des Vereins mit diesen Kulturdenkmälern beschäftigt hat, sieht in den ersten beiden Buchstaben Hinweise auf Baumeister aus der Unkeler Gemarkung, die über „Errichtung und Erhalt von Einrichtungen des Kirchspiels zu wachen und Rechenschaft abzulegen“ hatten.

„Die Buchstaben F und G könnten sich möglicherweise auf Stifter beziehen“, mutmaßte Jürgen Fuchs, bevor er mit den beiden Vorsitzenden und den beiden Spendern auf die sanierte Raste anstieß.

DL

Mit Adalbert Fuchs und Egon Roos von der „Eigenjagd Unkel“ stießen Heike Riznar, Dankward Heinrich und Jürgen Fuchs auf das gelungene Projekt an.Foto: DL

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