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Zwei Teilnehmerinnen berichten, wie sie ihre Trauer bewältigen konnten

Im Trauercafé gute Zuhörer und Hilfe gefunden

Das Trauercafé findet jeden zweiten Dienstag von 15.30 bis 17.30 Uhr statt

Im Trauercafé gute
Zuhörer und Hilfe gefunden

Wenn ein Trauerfall das Leben ins Chaos stürzt, helfen die Trauerbegleiterinnen Brigitte Metzler, Beatrix Knab, Marion Meffert, den Faden des Lebens wieder aufzunehmen und in geordnete Bahnen zu lenken.Foto: Hospizverein

13.06.2019 - 10:10

Neuwied. Fast zwei Jahre sind vergangen, seitdem sich Susanne Klein das erste Mal auf den Weg gemacht hat, um das Trauercafé des Neuwieder Hospizvereins zu besuchen. Nur wenige Wochen nach dem Tod ihres Mannes hatte sie das Gefühl, dringend mit jemanden reden zu wollen.

„Am Anfang fragten ja noch alle Bekannten, wie es mir geht. Aber das wurde irgendwann weniger und ich hatte das Gefühl, dass sie nicht immer wieder mit meiner Trauer konfrontiert werden wollen“, erinnert sich Klein. Ihre Tochter hatte sie damals auf das Trauercafé des Hospizvereins aufmerksam gemacht.

„Ich kann es ja einmal ausprobieren“, hatte sich Susanne Klein damals gedacht. Aus dem Ausprobieren sind nun zwei Jahre geworden. Zwei Jahre, in denen sie kein Trauercafé versäumt hat. Denn Susanne Klein fand dort genau das, wonach sie gesucht hatte: Menschen, die zuhören und die sie verstehen. Darüber hinaus entwickelten sich noch gute Freundschaften mit zwei anderen trauernden Frauen.

Eine von ihnen ist Regine Fischer. Vor rund drei Jahren hatte sie ihren Mann verloren, ein Jahr später verstarb ihre Mutter, die sie nach dem Tod ihres Mannes zu sich geholt hatte.

„In der Zeit, als meine Mutter bei mir war, hatte ich keine Zeit zu trauern. Es gab so viel zu tun“, erzählt Fischer. Als dann aber auch ihre Mutter verstarb, fiel sie in ein Loch. „Da ging dann gar nichts mehr“ erinnert sich die Neuwiederin. Ihre Pfarrerin hatte sich nach Hilfe für sie umgehört und sie schließlich auf das Trauercafé aufmerksam gemacht.


Aus Helfenden werden Freunde


„Ich wusste, dass es einen Hospizverein gibt. Aber dass dort auch Trauernde hingehen können, das wusste ich nicht“, sagt sie. Also rief sie dort an. „Kommen sie einfach vorbei“, hatte man ihr damals gesagt. Noch heute ist Regine Fischer ihrer Pfarrerin für diesen Tipp dankbar. „Manchmal braucht man jemanden, der einen anschubst“, sagt sie.

Und so lernte Regine Fischer im Trauercafé auch Susanne Klein (beide Namen geändert) kennen. „Ich wusste sofort, dass wir uns verstehen“, erinnert sie sich. Von dort an trafen sich die Frauen zum gemeinsamen Essen, Bummeln und auch, um alle zwei Wochen das Trauercafé zu besuchen.

Wenn Fischer und Klein immer wieder auch von ihrer Trauer eingeholt werden, die Gespräche auf die Verstorbenen kommen, so können sie heute sagen: „Uns geht es jetzt gut“. Der Besuch im Trauercafé hat ihrer Meinung dazu beigetragen. „Es ist jedes Mal anders. Jeder kann zu Beginn sagen, wie er sich fühlt und die Trauerbegleiter haben immer wieder neue Ideen und Methoden, mit denen Emotionen zum Ausdruck gebracht werden können“, berichtet Susanne Klein.

Ihre anfängliche Skepsis, vor fremden Menschen ihr Herz auszuschütten, war schnell verflogen. „Die Männer und Frauen, die hierherkommen, haben ja alle ein ähnliches Schicksal“, sagt sie. Man vertraut sich, weiß, wovon der andere spricht oder wie er sich fühlt. Nicht zuletzt würden die vier Trauerbegleiter Brigitte Metzler, Marion Meffert, Ernst Neumann und Beatrix Knab, die in Neuwied abwechselnd das Trauercafé leiten, die Gespräche einfühlsam lenken und hilfreiche Impulse setzen.

Für Susanne Klein ist es nach zwei Jahren an der Zeit, sich vom Trauercafé zu verabschieden. Sie kann diesen Abschnitt mit guten Gefühl hinter sich lassen. „Es hat mir gutgetan, Zuhörer zu finden und für andere Zuhörer gewesen zu sein“, sagt sie. Und die Sonntage, an denen sie sich seit dem Tod ihres Mannes immer so einsam gefühlt hat, gehören dank Regine Fischer nun auch der Vergangenheit an.

Das Trauercafé findet alle zwei Wochen dienstags von 15.30 bis 17.30 Uhr in der Geschäftsstelle des Neuwieder Hospizvereins, Engerser Straße 55, statt. Weitere Trauercafés bietet der Neuwieder Hospizverein in Dierdorf und in Linz an.

Mehr Infos im Internet unter www.neuwieder-hospiz.de oder unter Tel. (0 26 31) 34 42 14.

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Kommentare
Uwe Klasen:
Durch eine (theoretisch mögliche) weltweite Ökolandwirtschaft lasse sich ca 2,5 bis 3 Milliarden Menschen ernähren. Wie sollen also demnächst 8 Milliarden Menschen, ohne grüne Gentechnik und moderne Landwirtschaft, ausreichend ernährt werden (ein Menschenrecht!)?
juergen mueller:
Die Antworten der Parteien sollte man sich wirklich einmal verinnerlichen. Das Ergebnis: "Nichts Beeindruckendes - aber viel Skurriles".Die immerwährende Leier von sozialverantwortlich u.ökologisch - der Wunsch nach einer ressourcenschonenden,nachhaltigen u.emissionsarmen Lebens- u.Wirtschaftsweise.Klima-/Umwelt-/Natur-/Artenschutz = Doppel 00.Wer sich als Politiker einen SUV Porsche Cayenne-DIESEL zulegt,für eine Erweiterung des GVZ und eine Förderung von Koblenz als Wirtschafts-,Industrie- u.Gewerbestandort etc. gestimmt hat,hat KEIN Recht davon zu reden.Solche Diskussionsrunden sind eine Farce,wobei hier der vom BUND Koblenz gezeigte gute Wille nicht in Abrede gestellt werden soll.
Uwe Klasen:
Zu welchem Zweck werden die Kinder in diesem Land instrumentalisiert und dadurch missbraucht? Die Temperaturdaten zeigen eindeutig (!), dass seit Januar 2016 eine globale Abkühlung stattfindet!
PJ.Arnold:
Das bedeutet doch, das er geschossen werden darf sobald er sich blicken lässt. Da freuen sich doch die Jäger. Endlich mal einen Wolf schießen und der Held sein. Aus diesem Grund wurde ja auch der letzte illegal geschossene Wolf getötet. Und wahrscheinlich war es da nicht der Vater, sondern der Sohn der ihn geschossen hat. Nur der Vater war schon überaltert und hat seinen Jagdschein geopfert. Die Politiker gehören hier wirklich geprügelt. Sie folgen den Wünschen der Lobbyisten. Und es würde mich nicht verwundern wenn die Klöckner auch noch die Hand dafür aufhält. Und so politische Kleinhirne wie Rüddel und Co. hängen sich da an um ihre Wähler zu bekommen und zu beruhigen. Aber wann wurde in Deutschland ein Mensch von einem Wolf getötet. So ein Fall ist mir nicht bekannt. Der Mensch isst wenn er Hunger hat. Das macht der Wolf und jedes andere Tier auch. Gäbe es mehr Wölfe, könnte man auch mal die Anzahl der Jäger dezimieren. Schließlich fallen derzeit auf 280 Einwohner 1 jagdberechtigter
A.Paduch:
Aus dem Mund von Rüddel kam noch nie was anderes als gegen den Wolf zu sprechen. Er tut so als spreche er für das Volk. In Wirklichkeit schleimt er sich bei der Bevölkerung ein, die auf seine wirklich dummen Sprüche reinfallen. Typisch Politiker. Alleine der Satz "Nunmehr erlaubt beispielsweise das Entstehen eines ernsten Schadens durch den Wolf bereits das Töten des Tieres." bedeutet doch nichts anderes als das jeder Wolf geschossen werden darf, der sich in die BRD verläuft. Der Wolf wird von den meisten Menschen als böse und als Menschenfresser gesehen. So wie sie es aus den alten Märchen kennengelernt haben. In Wirklichkeit haben die wenigsten je einen in der freien Natur gesehen. Weil er bleibt unauffällig, meidet den Menschen. Er tötet um zu überleben und nicht einfach so. Der oben angeführte Satz sollte man auch für Politiker anwenden können. Da gäbe es auf einem Schlag große Lücken in deren Reihen. Und Rüddel wäre auf jedem Fall dabei.
juergen mueller:
Ja, Herr Klasen. Diese Option gibt es schon seit Jahrhunderten, ist dort angebracht, wo sie von Nöten ist - nur nicht mit solch einer gezielt gesteuerten Panikmache. Polarisierer u.Schwätzer wie Rüddel,der unter dem Deckmantel einer angeblichen Fürsorge für`s gemeine Volk schon immer für einen Abschuss von Wolf plädiert hat,obwohl es hierfür (noch) keinen Grund gab,hat sich einer Abwägung alternativer Möglichkeiten schon immer verschlossen,Möglichkeiten,die bis dato nicht ausgeschöpft wurden.Der Einfachheithalber hat man sich nun zu einer schon lange vorbereiteten gesetzlich geregelten "Lösung" entschlossen u.kommt damit dem Willen derjenigen entgegen,sichert sich damit Wählerstimmen,die einen Abschuss von Anfang an gefordert haben u.für die Artenvielfalt/Artenschutz ein Fremdwort ist.Die Politik ist das Fallbeil für alles,was unbequem ist,reagiert lobbyistisch auf Forderungen,die an ihrer Macht kratzen.Klöckner ist das beste Beispiel dafür.
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