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Blaue Funken beendeten stimmungsvoll den diesjährigen Sitzungsreigen

In der fröhlichen Funkenfamilie steht wohl eine Veränderung an

17.02.2020 - 11:59

Andernach. Wie aus angeblich gut unterrichteten Kreisen verlautet, muss die Funkenartillerie ihre Kanone künftig nicht mehr mitführen. Während der beiden Prunksitzungen des ältesten Andernacher Traditionskorps stellte sich nämlich heraus, dass die KG Fidelitas 1893 „Blaue Funken“ auch schon ohne ihr karnevalistisches „Kriegsgerät“ ein Knaller ist. Büttenredner, Musikanten, Tanzensembles und gut gelaunte blau-weiß uniformierte Soldatinnen und Soldaten kehrten wieder ihr rheinisches Herz nach außen und gestalteten mit ihrem Kommandanten und Präsidenten Hans-Peter Klein eine über fünfstündige, amüsante Kurzweil. Diese nahm in der Mittelrheinhalle mit dem Funkenlied, gesungen von den „Evergreens“ und begleitet vom Stimmungsduo „Tusch-Express“ ihren Auftakt.


Annenache Faasenacht: Amateure geben alles


Nach dem Einzug der Uniformierten, dem traditionellen Wibbeltanz und der Verleihung des Bubbelatiusordens an das, seit über 40 Jahren im Verein engagierte, Funkenmitglied Michael König, überzeugten Funkenmariechen Victoria Huckriede und Tanzoffizier Maximilian König zu kölschen Gassenhauern mit der Ausstrahlung und Exaktheit ihres Mariechen-Tanzes. Prinz Albert I., „Der Küchenbulle mit Tatütata“, Prinzessin Katja I. „Der Blue Star mit klingender Lyra“ und ihren Hofstaat hatte wohl der vertraute Funkenflug ihrer blau-weißen Artillerie in die Halle geführt. Vom Heimatverein umjubelt, beschrieben sie musikalisch, auf sympathische und inzwischen vertraute Art, wie es ist, „wenn en Annenach die Jecke danze“. Nach ihrer Zugabe verfolgte die närrische Reisegesellschaft den weiteren Sitzungsverlauf von ihrer Loge aus oder wirkte gar im Programm mit. Das Nachwuchspotenzial von 84 Kindern der Jugendfunkengarde spielte dann wohlklingend im Kinderspielmannszug auf, schwebte und tanzte als „Minis“ wie „völlig losgelöste“ Sternreisende über die Bühne, bewies als „Fünkchen“ und Solo-Mariechen (Elisa Thieme) seine Gardetanz-Qualifikation oder begeisterte als „Kometen“ bei einem Schautanz im Camouflage-Style. Zum Vergnügen des Publikums vermittelte „Nachtwächter“ Bernd Schwickert in Reimform seine Verachtung von Autokraten und Rechtspopulisten und war letztlich der Meinung: „Windeln und Politiker müssen öfters gewechselt werden – aus dem gleichen Grund.“ Philipp, Maximilian und Simon König stellten sich musikalisch als „die Königs von Annenach“ vor, die schließlich, mit schelmischem Blick auf Neuwied, der Meinung waren: „Was Gott durch einen Fluss getrennt hat, soll der Mensch nicht durch Brücken verbinden.“ Viel Spaß verbreitete auch der frisch dekorierte Bubbelatius-Ordensträger Michael König, der hin und wieder mit seiner Frau Senioren-Memory spielt – dabei gewinnt der, dem im Keller zuerst einfällt, was er eigentlich dort holen wollte. Seit 2012 sorgen Daniel Schwarz-Heintges und seine Puppe Otmar für Lachsalven im Auditorium. Wenn die beiden z.B. die Folgen des Klimawandels musikalisch auf den Punkt bringen („Wenn bei Aachen die rote Sonne im Meer versinkt“), bleibt kein Auge trocken. Zackig und flott ertanzte sich die Gardetanzgruppe ihre Zugabe, bevor die „Funkenboyz“ einen amüsanten Einblick in die Agentur für Arbeit gewährten. Paul Erdmann, arbeitsuchender Baggerführer (Thomas Klein) machte es dem Arbeitsvermittler (Martin Zschiesche) wahrlich nicht leicht, eine geeignete Tätigkeit für seine Kunden zu finden. Ohrenbetäubender Jubel für die Show des, als Micky Mäuse kostümierten, Spielmannzuges (Tambourmajor Tobias Koch / musikalischer Leiter Philipp König). Zu im Hintergrund projizierten Filmplakaten versetzten die Spielleute mit ihrem Vortrag von Melodien aus Disney-Produktionen die Närrinnen und Narren im Saal geradezu in Verzückung. Auf der Bühne, mittendrin, das Prinzenpaar, der Musikminister, die Hofdamen und die Hofnärrin.


Wer Sketche liebt, ist bei den Funken richtig


Unter dem Motto „Einer wird immer der Dumme sein“ stand nach der Pause eine Musikschau der besonderen Art an. Bei ihrer Polonaise durch den Saal sammelten „de Offze“ Unbeteiligte ein, die dann in unterschiedlichen Rollen als Überrumpelte auf der Bühne aktiv werden mussten. Da paarte sich Originalität mit kindlicher Schadenfreude. Die vortragserfahrene „Doof Noß“, Heinz-Jürgen Wiss, sorgte im Saal einmal mehr für eine belebende Lachmuskelmassage, hingegen erschwerte der zitternde Multisymptom-Patient (Peter Zschiesche) seinem Arzt (Bernd Schwickert) die Diagnose und Therapiewahl. Wenn der Herzschrittmacher beim Nachbarn das Garagentor öffnet, ist wahrscheinlich sowieso alles zu spät. Zu „Kids in America“ tanzte sich die Schautanzgruppe auf die Bühne und begeisterte im Stars-and-Stripes-Outfit mit einer kreativen Schritt- und Bewegungsvielfalt. Immer wieder beeindruckend und mitreißend: „Drumline“- der Trommlerkorps des Spielmannzuges, der als Putzfrauen verkleidet, Wassereimer zu Schlaginstrumenten umfunktionierte. Der Saal tobte. Die Wibbelgruppe lud in Ponchos und Sombreros nach Mexiko ein. Nach einem kurzen Kostümwechsel feierten sie dann mit dem „Dia de Muertos“, den mexikanischen „Tag der Toten“.


Originell und ins Herz gehend


Dann, vor dem Finale der Mitwirkenden: ein Rückblick auf die Lieder der Funken-Prinzenpaare ab dem Jahr 2000. Da wurde von Bärbel König und Tobias Koch nicht nur musikalisch und mit Fotos an die ehemaligen närrischen Regenten erinnert. Sofern möglich, erschienen die ehemaligen Protagonisten auch auf der Bühne. „Ratsch Bumm“ und ein abschließendes Handy-Leuchtfeuer für einen Funkenknaller-Abend. Nach 16 Jahren nahm Sitzungspräsident Hans-Peter Klein am Sonntagabend seinen Abschied. Der BDK (Bund Deutscher Karneval) verlieh ihm anerkennend seine höchste Auszeichnung: den Verdienstorden in Gold mit Brillanten.

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Kommentare
Jean Seligmann:
Das zwanghafte und angestrengte Bemühen, die AfD zu diskreditieren, produziert Widerspruch und Lächerlichkeit am laufenden Band.
Siegfried Kowallek:
Beim Komplex AfD, Spenden und Geheimnistuerei denke ich eher an die verdeckten Zahlungen von rund 132.000 Euro an die AfD-Politikerin Alice Weidel, bei denen die Bundestagsverwaltung wegen möglicher Verstöße gegen das Parteiengesetz Sanktionen gegen diese Partei prüft. Es stehen Strafzahlungen in dreifacher Höhe der Spenden aus der Schweiz im Raum, also rund 396.000 Euro. Jetzt will aber die AfD-Fraktion im Neuwieder Stadtrat einen Teil ihrer Aufwandsentschädigungen für einen guten Zweck spenden, was auf jeden Fall sympathisch ist im Gegensatz zu einer verdeckten Entgegennahme großer Spenden von jemandem, der etwas zu verbergen hat. Der angekündigte Verzicht auf eine medienöffentliche Bekanntgabe von Empfängern dieser Spenden befremdet mich jedoch aus zwei Gründen. Zum einen wirkt das heimliche Spenden an gemeinnützige Vereine oder Organisationen dadurch vergleichbar anrüchig wie etwa ein heimlicher Bordellbesuch, den man auch nur dann selbst öffentlich macht, wenn man erfolgreicher Kommunalpolitiker in Ochtendung ist. Zum anderen überzeugt die Begründung nicht, in der Vergangenheit sei vielerorts Druck auf Organisationen ausgeübt worden, die von der AfD eine Spende angenommen hätten. Wäre das der Fall gewesen, hätte diese Partei das doch auf jeden Fall laut und heftig angeprangert. Dieses Liebäugeln mit einem Opfermodus erinnert an den bisherigen geheimnistuerischen Umgang der AfD mit ihren Freitagsveranstaltungen im Kreis, deren Veranstaltungsort man nur auf Nachfrage mitgeteilt bekam. Dabei weiß nicht nur ich, in welcher Neuwieder Gaststätte diese Veranstaltungen stattfanden. Zudem stand deren Name sogar in einem ausgewogenen Artikel über eine AfD-Freitagsveranstaltung. Und als ich die letzte Veranstaltung dieser Partei vor den Corona-Einschränkungen in Oberbieber zum Thema „Wald und Wild“ besuchte, sah ich dort keinen einzigen Gegendemonstranten, obwohl die Partei den Veranstaltungsort zuvor sogar hinreichend öffentlich bekanntgegeben hatte. Siegfried Kowallek, Neuwied
S. Schmidt:
Das ganze Geschäftsmodell um einen „unnatürlichen“ Klimawandel beruht auf Modellberechnungen und den Verlautbarungen des IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change). Nun hat die „University of Michigan“ in einer Pressemeldung vom 30.04.2020 die Katze aus dem Sack gelassen: Etliche der IPCC-Klimamodelle prognostizieren eine unrealistisch hohe Erwärmung für die Zukunft! Wie die „Berechnungen“ für die zu erwartenden „Corona-Opfer“ (es wurden bis zu 560.000 Tote prognostiziert), vollkommen falsch!
Heinrich Heine:
Dort wo man Bücher verbrennt, verbrennt man auch am Ende Menschen.
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