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Versteigerungsgala der St. Thomas Realschule plus in Andernach

Kreativ für Kinder in Afrika

Junge Künstler erzielten über 12.000 Euro für den Bau einer Schule in Ruanda

11.03.2019 - 12:29

Andernach. „Wir sind die Kinder dieser Erde, die Zukunft unserer Welt“, sagen sich in diesen Zeiten nicht nur die jugendlichen Freitagsdemonstranten, die für klimapolitische Veränderungen auf die Straßen gehen. So beginnt auch das Statement der Schüler der St. Thomas Realschule plus: „Für eine gute und sichere globale Zukunft ist eine schulische Bildung die Voraussetzung. Deshalb wollen wir, dass alle Kinder dieser Welt eine Schule besuchen können. Also bauen wir dort eine Schule, wo es keine Bildung gibt. Kinder für Kinder!“ Und dieser Absichtserklärung folgten Taten: Das Ziel vor Augen, mit dem Gründer und dem Motor der Stiftung „Fly & Help“, Reiner Meutsch, in Afrika eine Schule zu bauen, hatten sich die musischen Profilklassen 5/6 mit ihren Lehrern und Schulleiter Martin Leupold entschlossen, von ihnen geschaffene künstlerische Werke zugunsten von „Fly & Help“ zu versteigern. Dieses Vorhaben reifte am Sonntag zu einem Schulerlebnis par excellence.


Ideenreichtum und künstlerische Gestaltungskraft


Zu einer vierstündigen Versteigerungsgala hatte die St. Thomas Realschule plus in ihre Aula eingeladen – und viele kamen. Schirmherrin Andrea Nahles wünschte per Videobotschaft einen guten Verlauf. Die Schulband, der Gospelchor „Voices of Joy“, die Eifelrocker „Heaven‘s a Beer“ und der aus Köln angereiste Sänger und Songwriter Ova Steel sorgten für die musikalische Auflockerung zwischen den Versteigerungsabschnitten. Die Band-AG präsentierte stolz das Video mit ihrem eigenen Projektsong „For a better Life“, komponiert und produziert von Volker Weber, dem Leiter der AG. Das Stück wurde in Räumen der Schule aufgenommen und anschließend auf CDs kopiert. Insgesamt 60 fantasievolle Exponate zum Thema „Afrika“ wies der Versteigerungs-Katalog aus – alle mit Herzblut und mit verschiedenen Techniken in Acryl auf Leinwand gebracht. Genauso beachtlich waren auch die zahlreichen Kunstwerke aus Keramik, die die jungen Künstler, unterstützt von ihrer Lehrerin Uschi Ternes, dem Publikum präsentierten. In den musischen Profilklassen wird die gestaltende und musikalische Kreativität der Kinder gefördert. Martin Leupold erwies sich als talentierter Auktionator, dem es gelang, die bewundernswerten Werke bis zu einem maximalen Einzelerlös von 500 Euro an die Frau bzw. den Mann zu bringen. Einige Katalogstücke wurden auf Wunsch bereits für bekannte Vertreter der Landes- und Kommunalpolitik reserviert. Insgesamt konnte im Rahmen der Versteigerungsgala ein Erlös von 12.000 Euro erzielt werden. Die Geld- und Sachspenden namhafter Sponsoren ermöglichten die publikumswirksame Umsetzung der Versteigerungsidee. Dagegen glaubte die Klasse 6c, mit ihrer von den Taschengeldern abgezweigten Spende in Höhe von 300 Euro nur etwas „Kleines“ beizusteuern. Reiner Meutsch, der die Andernacher Schule bereits im September vergangenen Jahres besucht hatte, widersprach „Das ist kein kleiner Betrag. Davon können in Afrika 30 Kinder ein Jahr lang die Schule besuchen, eingekleidet und beköstigt werden.“


Von der Weltumrundung zur Weltverbesserung


Das Hauptziel von Reiner Meutsch und seiner Stiftung „Fly & Help“ (www.fly-and-help.de) ist die Förderung von Schulbildung. Mit Hilfe der Spender errichtet die Stiftung hauptsächlich neue Schulen in Entwicklungsländern. Die fünf Projekte, die er während einer der Weltumrundung durch 77 Länder initiierte, waren erst der Anfang einer langfristig angelegten Bildungskampagne der Stiftung. Inzwischen sind bereits 315 Projekte in Afrika, Asien und Lateinamerika abgeschlossen, 58.000 Kinder können dort nun eine Schule besuchen und somit den Grundstein für eine selbstbestimmte Zukunft legen. „Wir bauen immer mit dem ganzen Dorf“, berichtete Meutsch, der zu Beginn der Gala auf seine 100.000 Kilometer lange Reise in Fotos und Videos zurückblickte. Meutsch ist es wichtig, die Projekte persönlich vor Ort zu besuchen und einzuweihen. „Wenn wir mit Eurer Spende die Schule in Ruanda errichten, soll sie ‚St. Thomas Realschule plus Andernach‘ heißen“, stellte der Stiftungsgründer in Aussicht. Die Namen der Schüler würden dann auch in einer Rolle genannt und ins Gebäude eingebracht.

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