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Schülerin schrieb Dokumentation über Erinnerungskultur an Verfolgte der NS-Zeit

Maylin Amann erbringt „Besondere Lernleistung“

Maylin Amann erbringt
„Besondere Lernleistung“

Im Beisein von Direktor Rudolf Loch (links), Ferdi Müller (2.v.r.) und Stadtarchivar Bernd Geil (rechts) überreichte Maylin Amann (2.v.l.) ihre Dokumentation an Oberbürgermeister Peter Labonte (Mitte). Foto: Stadt Lahnstein

27.05.2015 - 07:00

Lahnstein. Auf vielen Bürgersteigen in Lahnstein regen „Stolpersteine“ zum Erinnern und Gedenken an die Verfolgten der Zeit des Nationalsozialismus an. Dieses „gedenkende Erinnern“ hat die Lahnsteiner Abiturientin Maylin Amann, Schülerin am Johannes-Gymnasium, in Form einer „Besonderen Lernleistung“ (BLL) im Fach Geschichte auf 40 Seiten dokumentiert. Sich mit historischen Personen und Ereignissen der Lokalgeschichte in der Zeit des Nationalsozialismus zu befassen und auseinanderzusetzen, findet sie nicht nur spannend, sondern auch immens wichtig, um fundiert Stellung beziehen zu können. Ihre Generation, die Enkel der Täter und Opfer, sieht sie in der Pflicht, das Bild „vom Deutschen“ in der Welt aufzubrechen und zu verändern, ohne es zu verfälschen. Indem wir durch „Nicht-Vergessen“ erinnern, sieht Maylin Amann den richtigen Weg und begrüßt damit die Aktion „Stolpersteine“, die die Kolpingfamilie St. Barbara in Lahnstein initiiert hat.

Maylin Amann ist selbst Mitglied der Kolpingfamilie und so lag es nahe, sich näher damit zu befassen. In ihrer Arbeit, für die sie von ihrer betreuenden Lehrkraft, Dr. Martin Hübner, die Bestnote erhalten hat, beschreibt sie zunächst allgemein die nationalsozialistische Rassenideologie, die antisemitische Politik in NS-Deutschland und die sich ständig steigernden antijüdischen Maßnahmen von der Diffamierung bis zur Vernichtung. Anschließend schildert sie die Situation der Juden in Lahnstein und stellt die zwanzig Juden biografisch vor, denen in den Jahren 2012 und 2013 in Lahnstein Stolpersteine verlegt wurden. Auch der „Vernichtung lebensunwerten Lebens“ widmet sich Maylin Amann in ihrer Dokumentation, denn inzwischen wurden auch zwölf Stolpersteine für sogenannte Euthanasieopfer verlegt. Es handelt sich um Christen, die in den „Heil- und Pflegeanstalten“ vergast, durch falsche Medikamente oder mangelhafte Ernährung ermordet wurden.

Dass das Stolpersteinprojekt des Künstlers Gunter Demnig auch viele kritische Stimmen hervorruft, ist Maylin Amann nicht entgangen. Hier stellt sie Pro- und Contra-Argumente gegenüber, begrüßt aber zusammenfassend diese Art des Gedenkens, da sich diese von den anonymen Massenveranstaltungen abhebt, indem die Bürger „unvermittelt, meist zufällig und völlig unvorbereitet, gerade eben dann, wenn sie es nicht erwarten“ über einen der Steine „stolpern“. „Wir müssen aus Fehlern von damals lernen und selbst Konsequenzen daraus ziehen“, so das Fazit von Maylin Amann in ihrer sehr guten Dokumentation, die sie nun Oberbürgermeister Peter Labonte im Beisein von Stadtarchivar Bernd Geil, Ferdi Müller, Vorsitzender der Kolpingfamilie St. Barbara und dem Direktor des Johannes-Gymnasium Lahnstein, Rudolf Loch im Rathaus übergeben hat.

Auch Rudolf Loch hat für die Arbeit der Abiturientin nur Lob: „Die Arbeit von Maylin Amann ist nicht nur eine vorbildliche ’Besondere Lernleistung‘, sondern auch ein pädagogisch ausgerichtetes Projekt in der Verbindung von regionaler Geschichtsforschung und Erinnerung an die Opfer der NS-Zeit.“ Pressemitteilung

Stadt Lahnstein

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An sich ist das Bücherschrank-Projekt ja eine tolle Sache. Das innogy hier jedoch mit einem Lieferanten zusammenarbeitet, der seine Zulieferer nicht bezahlt hat und der wegen Insolvenzverschleppung verurteilt wurde geht gar nicht. Man kann nur hoffen, daß mit dem absehbaren Ende von innogy nun auch dieses Treiben ein Ende hat.

Behauptungen ohne Beispiele

Ulrich Kossak :
Hat jemand überprüft ob nur Sinziger Bürgerinnen und Bürger unterschrieben haben? Und wo konnte man für das NVZ unterschreiben
Roland Janik:
Entschuldigung, ich vergaß, das Abstimmungsverhalten der CDU-Fraktion beim Thema Nahversorgungszentrum als Beispiel zu nennen, als gegen mehr als 3.500 Unterschriften Sinziger Bürgerinnen und Bürger entschieden wurde.
armesDeutschland:
ist ja super, dann haben wir demnächst noch mehr Mitmenschen die Ihr Haus und Hof verspielen, der einzige der hier profitiert der Staat und die Casinos.
Spieler:
Gut das dieses rechtliche Hick-Hack endlich beseitigt wird und die Nutzer nun legal diese Dienste verwenden könen. Ein Stück mehr Rechtssicherheit.
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