Allgemeine Berichte | 20.11.2018

Gefahrenpunkt Bahnübergang Dernau „Steinbergsmühle“ wird beschrankt

Modernisierung der Bestehenden Bahnübergänge in Kreuzberg und Dernau

Das Elektronische Stellwerk (ESTW) hingegen liegt weiter auf Eis

Der Bahnübergang „Steinbergsmühle“ erhält eine Schrankenanlage. WITE

Dernau / Kreuzberg. Die Bahnübergänge (BÜ) in Kreuzberg und Dernau / Ortsmitte werden erneuert, der bislang ungesicherte Bahnübergang in Dernau „Brückermühle“ erhält eine Schrankenanlage. Damit werden die beiden bestehenden Übergänge auf den neuesten technischen Sicherheitsstandard versetzt. Die Planfeststellungsverfahren für diese Projekt liegen derzeit zur Genehmigung bei den zuständigen Behörden. Auf Rückfrage von Blick Aktuell teilte die Pressestelle der Deutschen Bahn (DB) hierzu jetzt mit: „Die Planungen für die Maßnahmen auf der Strecke Remagen - Ahrbrück sind abgeschlossen und wurden übergeben. Die Veröffentlichung der Planfeststellungsunterlagen wurden durch den zuständige Landesbetrieb Mobilität Rheinland-Pfalz durchgeführt. Im Ergebnis wurden uns Stellungnahmen und Einwendungen der Träger öffentlicher Belange und private Einwendungen übergeben. Die vorliegenden Stellungnahmen werden nun geprüft und entsprechend bewertet. Anschließend erfolgt eine Stellungnahme zum Sachverhalt. Durch den zuständigen Landesbetrieb werden abschließend im Rahmen eines Erörterungstermins die Belange abgewogen und entsprechende Festlegungen für das weitere Vorgehen gemacht. Nach erfolgter Abstimmung wird durch das zuständige Eisenbahnbundesamt ein Beschluss gefasst und die Maßnahme kann umgesetzt werden. Aktuell gehen wir davon aus, dass das Feststellungsverfahren bis zum Frühjahr des nächsten Jahres abgeschlossen werden kann.“ Der bislang unbeschrankte Bahnübergang „Steinbergsmühle“ (an der alten Ahrbrücke) zwischen Dernau und Rech ist bis dato nur durch ein „Andreaskreuz“ gesichert und damit ein latenter Gefahrenpunkt. Zudem müssen die Treibwagenführer dort vor dem Ein- und Ausfahren jeweils Pfeifsignale geben. Diese entfallen durch den geplanten Umbau, ebenso wie die damit zusammenhängende Langsamfahrstelle. Unter anderem diese Zeiteinsparung könnte auf der Ahrtalbahn für weitere Fahrplanverbesserungen- beziehungsweise Vertaktung genutzt werden. Während die Deutsche Bahn die Kosten für die Umgestaltung der beiden bereits beschrankten Übergänge übernimmt, ist dies beim Projekt „Steinbergsmühle“ anders. Hierzu teilte Dernaus Ortsbürgermeister Alfred Sebastian auf Anfrage mit, dass die Kostenteilung dem Eisenbahnkreuzungsgesetz entspreche: Dort gebe es die klassische Drittelteilung (DB/Bund/Straßenbaulastträger). „Ich hoffe, dass unser Anteil in Höhe von 130 bis 140.000 Euro durch das Land im I-Stock-Programm gefördert wird (circa 60 bis 70 Prozent). Der Antrag ist gestellt,“ so Sebastian weiter. Die Deutsche Bahn führt in einer ausführlichen Maßnahmenbeschreibung unter anderem aus, dass eine Änderung der BÜ-Anlagen notwendig ist, da sie nicht mehr den aktuellen Regeln der Technik und öffentlichen Richtlinien entsprechen. Auch aufgrund des hohen Instandhaltungsaufwandes und der erhöhten Störanfälligkeit wären diese Erneuerungen erforderlich. Mit der Anpassung der BÜ-Anlagen wird eine Erhöhung der Verkehrssicherheit aller Verkehrsteilnehmer erreicht (unter anderem Verbreiterung des BÜ inklusive Gehwegüberführung). Da diese in allen drei Fällen nicht oder nur mit unverhältnismäßig hohem Aufwand überbrückt werden könnten, sollen jetzt die geplanten Maßnahmen durchgeführt werden. Alle drei Projekte erhalten damit eine Leit- und Sicherungstechnik, der Elektrotechnik und Telekommunikation einschließlich der Kabelanlage an die neuen baulichen Erfordernisse.

Die Maßnahmen an den verschiedenen Bahnübergängen

Am Bahnübergang bei DB-km 18,337 Dernau/Mitte (Posten 6) sind folgende Maßnahmen geplant: Errichtung einer Vollschrankenanlage mit Gefahrenraumfreimeldung, Fußgängerakustik und Straßensignalen / Rückbau der vorhandenen Vollschrankenanlage - Straßenausbau im Bahnübergangsbereich aufgrund der erforderlichen Schleppkurven - Ergänzung des vorhandenen Gehweges im III. / IV. Quadranten im Bereich des Bahnübergangs und Lageanpassung an die neue Straßenbreite - Ersatz des vorhandenen Bahnübergangsbelages - Errichtung eines Schalthauses zur Aufnahme der Sicherungstechnik der neuen Bahnübergangssicherungsanlage inklusive Zuwegung und Rückbau des vorhandenen Schalthauses - Anpassung der Anlagen der Leit- und Sicherungstechnik, der Elektrotechnik und Telekommunikation einschließlich der Kabelanlage an die neuen baulichen Erfordernisse. Bei diesem Bahnübergang, so die DB in dem umfangreichen Planwerk weiter, könne es derzeit wegen des geringen Abstandes zwischen dem Bahnübergang und der „Schmittmannstraße“ zu Konflikten kommen. Von der Ahrbrücke kommende Fahrzeuge, insbesondere Lastzüge, passierten den BÜ und müssten dann an der „Schmittmannstraße“ die Vorfahrt gewähren. Und weiter: „Dabei besteht die Gefahr, dass das wartende Fahrzeug teilweise auf dem Bahnübergang zum Stehen kommt. Die richtlinienkonforme Aufstelllänge für Lastzüge ist dort im Bestand nicht vorhanden. Die Gemeinde beabsichtigt die Aufstellung einer 12-Meter-Längenbegrenzung im Bereich der Weinbaubrücke. Dafür ist eine einheitliche Vorrangregelung erforderlich, um wiederum mögliche Konflikte durch wartende Fahrzeuge auf dem Bahnübergang zu vermeiden.“ Für den Bahnübergang bei DB-km 19,120 Dernau/Brückermühle gibt es folgende Planungen: Änderung des nicht technisch gesicherten Bahnübergangs in einen Bahnübergang mit technischer Sicherung - Einrichtung einer automatischen Lichtzeichenanlage mit Halbschranken und Straßensignalen - Straßenausbau im Bahnübergangsbereich auf Grund der erforderlichen Schleppkurven - Ersatz des vorhandenen Bahnübergangsbelages - Errichtung Schalthaus mit Stellfläche zur Aufnahme der Sicherungstechnik - Anpassung der Anlagen der Leit- und Sicherungstechnik, der Elektrotechnik und Telekommunikation einschließlich der Kabelanlage an die neuen baulichen Erfordernisse. Bahnübergang bei km 26,329 Kreuzberg: Hier sind geplant die Einrichtung einer automatischen Lichtzeichenanlage mit Halbschranken, Fußgängerschranken, Fußgängerakustik und Straßensignalen / Rückbau der vorhandenen Halbschrankenanlage - Straßenausbau im Bahnübergangsbereich und regelkonforme Herstellung der Gehwege - Verbreiterung des bestehenden Bahnübergangsbelages - Errichtung eines Schalthauses zur Aufnahme der Sicherungstechnik der neuen Bahnübergangssicherungsanlage inklusive Zuwegung und Rückbau des vorhandenen Schalthauses.

Wie bereits berichtet, liegen die bereits begonnen Arbeiten für ein Elektronisches Stellwerk (ESTW) zwischen Walporzheim und Kreuzberg hingegen aus finanziellen Gründen weiter auf Eis. Dieses sollte ursprünglich im II. Halbjahr 2018 in Betrieb gehen. Durch diese moderne Technik wäre es möglich, dass Züge in Blockbildung fahren. Ist heute ein Zug von Dernau nach Ahrbrück unterwegs, darf auf dieser Strecke kein weiterer Zug fahren, ehe der erste Triebwagen Kreuzberg erreicht hat. Durch die ESTW-Technik wären künftig verkürzte Abstände und damit mehr Züge möglich. Freuen werden sich hingegen die Fahrdienstleiter an den noch personell besetzten Bahnhöfen in diesem Bereich. Diese sorgen dort mit einer zuverlässigen Technik bereits seit Jahrzehnten für die Sicherheit von Fahrgästen und Zugpersonal.

Der Bahnübergang „Steinbergsmühle“ erhält eine Schrankenanlage. Foto: WITE

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