Adventskonzerte des Stadtorchesters Andernach füllten dreimal die Mittelrheinhalle

Musikalische Einstimmung auf die Weihnachtstage

30.12.2019 - 08:37

Andernach. Frühlingskonzerte, Festkonzert zum Tag der Deutschen Einheit, Adventskonzerte – wie schön ist es, alljährlich von einem herausragenden Musikensemble beschwingt und gefühlvoll durch das Kalenderjahr geführt zu werden. Für viele Andernacher sind die musikalischen Events „ihres“ Stadtorchesters inzwischen zuverlässige und erbauende Wegmarken im ansonsten hektischen Alltag. Anders ist es wohl nicht zu erklären, dass es den über 60 Instrumentalisten unter der Leitung des Musikdirektors Bertram Kleis am vierten Adventswochenende gleich dreimal gelang, die Mittelrheinhalle zu füllen.


Festlich, emotional, fröhlich und nicht aufgesetzt weihnachtlich ließen die Hobby-Musiker mit ihrer anspruchsvollen sinfonischen Blasmusik die Konzertsaison 2019 ausklingen. Ihr dankbares Publikum stimmten sie erstmals am Freitagabend mit internationalen weihnachtlichen Melodien auf die Weihnachtstage ein.


Besinnliches und Fröhliches


„Ich kann ihnen zwei Dinge versichern: Wir spielen heute nicht ‚Last Christmas‘ und es gibt ein Wort, das kommt nur ein einziges Mal vor, nämlich jetzt, und dieses Wort heißt ‚Klimawandel‘“, moderierte Helmut Jäger humorvoll und in angenehm routinierter Weise in den Konzertabend, der mit Glockenklang und weihnachtlicher Fanfare seinen festlichen Auftakt nahm.

In Guido Rennerts weihnachtlicher Eröffnungsmusik klang manche bekannte Melodie auf. Ein mächtigeres Orchesterwerk ist die 120 Jahre alte „Polonaise From Christmas Eve“ des russischen Komponisten Nicolai Rimsky-Korsakov. Er hatte die festlich wie frisch und fröhlich klingende Polonaise für eine Oper komponiert. Tiefgehend die Blasorchester-Interpretation des berühmten Chorals Nr. 10 „Jesu bleibet meine Freude“ aus der Bach-Kantate „Herz und Mund und Tat und Leben“. Eher märchenhaft und verspielt kam die Präsentation des Szenenmusik-Arrangements aus dem Filmerfolg „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ daher, der 1973 in Kooperation der damaligen CSSR und DDR gedreht wurde und mittlerweile Kultstatus erreicht hat.

Begeisterungsrufe mischten sich in den Beifall des Publikums nach dem imaginär fallenden Kino-Vorhang. Karibikträume, Urlaubsgefühle und Weihnachten kamen klingend zusammen im Orchesterwerk „Mary’s Boy Child“ (Jester Hairstone), das später von Frank Farian für seine Pop-Gruppe Boney M. zu einem zeitlosen Popsong verarbeitet wurde. Die dargebotene Version von Philip Sparke beginnt feinfühlig mit den Holzbläsern und wächst dann zum Zusammenspiel aller Register.


Weihnachtliches Rudelsingen inklusive


Nach der Pause weckte das Ensemble mit „A Festive Christmas“ so richtig die Freude auf das bevorstehende Weihnachtsfest. In dem Medley aus Weihnachtsmelodien verdeutlichte der amerikanische Komponist Kenny Bierschenk sowohl glänzend wie mysteriös, mittelalterlich wie orchestral strahlend den Facettenreichtum weihnachtlicher Musik. Die Sehnsucht nach einer „weißen Weihnacht“ erwachte beim frech-fröhlichen Hörgenuss „Santa Claus Is Comin‘ To Town“ von John Frederick Coots aus dem Jahr 1933. Hatte der Song hinsichtlich seiner Popularität zunächst Anlaufschwierigkeiten, so sollte er sich später als überaus erfolgreich erweisen. „Machen Sie die Mittelrheinhalle zu einer Gospelkirche“, forderte Helmut Jäger das Auditorium zum Mitklatschen bei „Go Tell It!“ auf.

Langanhaltender Applaus für die Darbietung des Orchesters, insbesondere der verschiedenen Solisten.

„Das ging ja richtig ab“, freute sich Bertram Kleis, der sich dann als Dirigent den Zuhörerinnen und Zuhörern zuwandte, die er zum „Rudelsingen“ einlud. Bei „Macht hoch die Tür“ und „Leise rieselt der Schnee“ stellte das Publikum dann vernehmbar seine Stimmbandqualitäten unter Beweis. Der Japaner Satoshi Yagisawa orientierte sich in „Christmas Fantasia“ ohne Scheu am europäischen Komponisten Gustav Holst und streute in seinem Werk auch bekannte Weihnachtslieder ein. Kurzzeitig waren die Blasmusiker darin auch vocal vernehmbar. Rhythmischer Applaus signalisierte dem Ensemble die Begeisterung im Saal. Nach den Zugaben „Guten Abend, gute Nacht“ (Johannes Brahms), vom Komponisten Robert Kuckertz in ein unvergessliches Weihnachtslied verwandelt, sowie dem tonmalerischen Winterlandschaftserlebnis „Sleigh Ride“ (Leroy Anderson) endete das Adventskonzert traditionell mit dem bekannten Lied der biblischen „Tochter Zion“.

Stehend applaudierten die begeisterten Besucher dem musikalischen Aushängeschild der Bäckerjungenstadt. Nun dürfen sie sich auf die Frühlingskonzerte am 28. und 29. März freuen, in denen es heißen wird „50 Jahre Rock- und Popgeschichte“.

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