Allgemeine Berichte | 26.05.2020

Mit dem BUND in der Hocheifel unterwegs

Neuorientierung beim Schutz von Neuanpflanzungen

Pilz lässt Eschen sterben und Hirsche haben Flatterulmen zum Fressen gern

Andreas Owald kann es kaum glauben:Wildschäden an Bäumchen. Fotos: Winfried Sander/BUND

Adenau. Später Nachmittag ganz oben am Wirftbach in unmittelbarer Nähe zum Nürburgring. Das ferne Röhren von Motoren wird plötzlich übertönt durch ein nahes, kräftiges Bellen im angrenzenden Wald! Ein wildernder Hund? Nein, kurz lässt sich im Gebüsch ein junger Rehbock sehen, der sich mit „Schrecken“ bemerkbar macht. Vielleicht seine Art der Revierabgrenzung, hat er aber nicht nötig. Andreas Owald und Winfried Sander von der BUND-Kreisgruppe Ahrweiler machen es ihm bei ihrer Exkursion am Wirftbach nicht streitig. Seit 2011 hat der Naturschutzverein den Bach in Patenschaft und kümmert sich um seine weitere ökologische Aufwertung. Dazu gehört u.a. die Anpflanzung von standortgerechten Bäumen in der Aue, dem Überschwemmungsbereich des Gewässers. Heimisch und angepasst sind im Wesentlichen drei Baumarten: Weide, Schwarzerle und Esche. Die Weide kommt allerdings in dieser Höhenlage von über 600m nicht gut zurecht, so dass die beiden anderen Baumarten vom BUND seit 2011 inselartig angelegt gepflanzt worden sind. Recht schnell nach der anfänglichen Euphorie mit dem guten Wachstum sowohl der Schwarzerle als auch der Esche kam der Schock: Von ehemals 50 gepflanzten Eschen ist keine einzige mehr wirklich am Leben. Sie wurden von einem aus Asien europaweit vordringenden Pilz („Falsches weißes Stängelbecherchen“) befallen. Wie kommt ein Pilz aus Asien in die Hocheifel? Im Wesentlichen als „blinder Passagier“ beim Import von billigem Paletten- und Feuerholz – Teil der Globalisierung! Der kaum sichtbare Feind dringt mit seinen Sporen über die Luft in die Blätter ein und wandert über die kleinen Zweige in den Baumstamm. Schließlich platzt der Baum an vielen Stellen auf und stirbt so unausweichlich ab. Auch die sogenannten „Nottriebe“ am Stamm werden ihn erfahrungsgemäß nicht retten. Aber nicht nur junge Eschen-Bäumchen sterben, auch Bäume im besten Alter. Der nächste Feind der Bäume ist wesentlich größer: Als Ersatz für den Ausfall der Eschen hat der BUND vor wenigen Jahren Flatterulmen gesetzt. Sie wurden von Baumhülsen von etwa 120cm Höhe gegen den Verbiss von Wild geschützt. Aber sobald die Triebe aus dem Schutz herauswachsen, sind sie ein Leckerbissen für Rehe und Hirsche: Mit dem Geweih werden beim Fegen kleine Äste abgebrochen, die frischen Triebe schmecken naturgemäß besonders und behindern das Wachstum des Baumes. Die Bäume tragen jetzt teils einen „Haarschnitt“ à la Bubikopf. Für Owald und Sander vom BUND wird klar, dass die nächsten Pflanzungen mit höheren Baumhülsen bis zu 180cm versehen werden müssen. So sollen die ökologischen Maßnahmen auch langfristig sicher greifen.

Pressemitteilung

BUND-Kreisgruppe Ahrweiler

Eschen-Mikado: Baumsterben ist kein Spiel.

Eschen-Mikado: Baumsterben ist kein Spiel.

Andreas Owald kann es kaum glauben:Wildschäden an Bäumchen. Fotos: Winfried Sander/BUND

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
Bildergalerien
Neueste Artikel-Kommentare
  • W. Harkort: Danke für diesen Kommentar. Gab es auch Einwendungen wegen seltener Ameisen? Irgendwann in naher Zukunft werden diese Leute ihre Entscheidung bereuen. Dann ist es aber zu spät.
  • Rolf Hohmann: Leider gehen die Rotmilane alle über kurz oder lange kaputt; sie bleiben an den scheußlichen Windkraftanlagen hängen (die ja wie Pilze aus dem Boden schießen!)

BLICK aktuell-Bilderrätsel: Folge 2

  • Jörg: Das Foto ist an der Heins Mühle im Hellenpfad 132, 56170 Berndorf gemacht werden.
  • Karl-Heinz Tzschentke: Das Bild ist aus Bendorf Sayn am Brexbach und zeigt die alte Mühle
Dienstleistungen
Familienfest freiwillige Feuerwehr Ringen-Bölingen am 01.05.26
Anzeigenauftrag #PR106350-2026-0253#
Angebotsanzeige (April)
Innovatives rund um Andernach
Verwaltung Immobilien
125 Jahre Kaufhaus Moses in Bad Neuenahr
125 Jahre Kaufhaus Moses in Bad Neuenahr
125 Jahre Kaufhaus Moses in Bad Neuenahr
Empfohlene Artikel
Die Stadt Andernach beteiligt sich auch in diesem Jahr an der bundesweiten Aktion „Mähfreier Mai“ und setzt damit ein weiteres Zeichen für eine nachhaltige und naturnahe Stadtentwicklung.Foto: Stadtverwaltung Andernach / Regina Unruh
365

Andernach. Die Stadt Andernach beteiligt sich auch in diesem Jahr an der bundesweiten Aktion „Mähfreier Mai“ und setzt damit ein weiteres Zeichen für eine nachhaltige und naturnahe Stadtentwicklung. Gleichzeitig verfolgt die Stadt einen ganzheitlichen Ansatz in der Grünflächenpflege.

Weiterlesen

Die Kreisverwaltung in Koblenz. Foto: ROB
145

Kreis MYK. Im Mai 2026 findet im Kreis Mayen-Koblenz die Bundeswehrübung „Gelber Merkur 2026“ unter der Leitung der Teilstreitkraft Cyber- und Informationsraum statt. Der Zeitraum dieser Übung erstreckt sich vom 8. bis 22. Mai, und die Aktivitäten sind nicht nur auf Standort- oder Truppenübungsplätze beschränkt. Die beteiligten Kräfte bewegen sich auch im öffentlichen Raum, was dazu führen kann, dass Schussgeräusche durch den Einsatz von Platzpatronen wahrnehmbar sind.

Weiterlesen

Weitere Artikel
3

- Anzeige -„First Friday“ bringt „A-Town“ auf Hochglanz

Auf die Plätze - Motorfans, „Pit-Stop-Walker“ und „Silver Shopper“

Andernach. Die Pole-Position in Sachen Style und Energie sichern sich die Besucher:innen der nächsten langen Einkaufsnacht. „Chrome City“ lautet das Motto am 08. Mai. In frühlingshaftem Flair verschmelzen legendäre Fahrzeuge, Turbo Beats und Spiegellooks zu einem glänzenden Motorenpanorama.

Weiterlesen

Symbolbild.
38

Ochtendung. Am späten Sonntagnachmittag des 26. April 2026 ereignete sich in Ochtendung ein Verkehrsunfall, bei dem ein Fahrradfahrer beteiligt war. Die Polizeiinspektion Mayen erhielt die Meldung und stellte vor Ort fest, dass der Unfallverursacher die Bahnhofstraße in Richtung Oberpfortstraße befuhr. Dabei geriet er auf die Gegenfahrbahn und kollidierte mit zwei entgegenkommenden Fahrradfahrern. Alle drei Beteiligten erlitten Verletzungen und wurden vom Rettungsdienst versorgt.

Weiterlesen

Imageanzeige
Dauerauftrag 2026
Gesundheit im Blick
Maifest in Gönnersdorf
Handwerker im Außendienst
Tank leer?
Erzieher
125 Jahre Kaufhaus Moses in Bad Neuenahr
125 Jahre Kaufhaus Moses in Bad Neuenahr
Gesundheit im Blick
Innovatives rund um Andernach
Innovatives rund um Andernach
100 Jahre Eifelverein Dernau
125 Jahre Kaufhaus Moses in Bad Neuenahr
Shopping Genuss Abend Ahrweiler / o.B. Sponsoring
T-Roc & R-Line / Meckenheim
125 Jahre Kaufhaus Moses in Bad Neuenahr