Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen

Andernachs beliebter Schwimmmeister steht kurz vor dem Ruhestand

Niemals geht man so ganz- auch nicht vom Beckenrand

21.11.2019 - 10:35

Andernach. Wer kennt ihn nicht: Den sonnengebräunten und gut aufgelegten „Annenacher Jung“, der immer dann, wenn die meisten ihren Sommerurlaub antraten, seine Hochsaison hatte. Der seine Adleraugen richtete auf Generationen von schwimmenden und planschenden Freundinnen und Freunden des kühlen Nasses. Der für manchen Badegast die Aura eines wohlwollenden Freiluft-Herbergsvaters verbreitete. „Luddi“, oder wie er auch genannt wird, „Planschi“, heißt eigentlich Ludwig Wiemer und ist (noch) der Schwimmmeister des Andernacher Freibads „Ons Schwemmbad“. Noch, denn seine letzte Saison liegt seit einigen Wochen hinter ihm. Ludwig Wiemer geht im kommenden April in den Ruhestand.


Luddi hat sein Herz im Freibad verloren


Anzutreffen war der Schwimmmeister Wiemer in orangefarbener Arbeitsjacke. Für ihn und sein Team stehen nämlich nach der Saison, die im Regelfall von Mai bis September geht, und in der für das Schwimmbad-Team eine Urlaubssperre gilt, einige Abschlussarbeiten an. Da wird beispielsweise die Technik außer Betrieb genommen, steht die Leerung aller Wasserleitungen an und die Reinigung der Edelstahlbecken, Hecken werden geschnitten und das Gelände aufgeräumt. Danach kann das Team dann die aufgelaufenen Urlaubstage und Überstundenzeiten in Anspruch nehmen. Die Vorarbeiten zur neuen Saison beginnen dann wieder Anfang März.

Ludwig Wiemer wurde 1956 in Andernach geboren. Bereits mit zwei Jahren suchte er mit seinen Eltern das Freibad auf und lernte dort bei ihnen das Schwimmen. So begann eine große Liebe zu dieser Freizeitstätte, eine Liebe, aus der sich sein späterer Berufswunsch entwickelte. Auf der großen Liegewiese sammelte er als Kind die Abfälle ein, erarbeitete sich damit so manche Freikarte. Später durfte er sogar nach Badeschluss das Kinderbecken reinigen. Er lachte: „Das war mein Aufstieg und so entstand der Wunsch, Schwimmmeister zu werden. Ich glaube, es war schon mit 14.“ Da man früher im Vorfeld noch einen anderen Beruf erlernen musste, begann „Luddi“ eine Lehre als Schlosser. „Als sich die Bestimmungen dann änderten, brach ich die Schlosserlehre ab und startete am 1. Januar 1974 mit meiner Ausbildung beim damaligen Schwimmmeister Richard Leuer. Die Lehre schloss ich dann 1976 als Schwimmmeistergehilfe ab- heute nennt man es „Fachangestellter für Bäderbetriebe“.“ Die vor-beruflichen Illusionen wurden für den heutigen Schwimmmeister zur Realität: „Das war für mich schon eine Berufung. Von Anfang an war es mein Job.“ Heute trägt Wiemer mit seinem Team Verantwortung für die Sicherheit, Ordnung und Sauberkeit im Bad, die täglich mehrmalige Überwachung der Wasserqualität, die Wartung der Wasseraufbereitungsanlagen, die Steuerung der Betriebsabläufe, die Ausbildung und Prüfung von Schwimmern sowie die Reinigung der Anlagen.


Ein Ansprechpartner für Jung und Alt


Bei der Arbeit habe sich für ihn in seinem Berufsleben nicht viel verändert. „Man hat aber durch die zur Verfügung stehende Technik heute einige Erleichterungen“, sagte er. Auch der Umgang mit den Badegästen sei nicht schwieriger geworden. „In meinen 46 Berufsjahren gab es da keine Probleme.“ Es komme aber sicher auch viel darauf an, wie man, sprichwörtlich gesagt, in den Wald hineinruft. Ein Schwimmmeister sollte offen sein und versuchen, jeweils die angemessene Tonart und einen Mittelweg zwischen laissez-faire und autoritär zu finden, aber auch kommunikativ sein. Manches Kind habe sich in all den Jahren bei ihm ausgesprochen, weil es zu Hause kaum Gehör fand. „Die saßen bei mir auf der Bank und wälzten ihre Probleme“, erinnerte er sich. Auch viele ältere Leute hätten gerne das regelmäßige Gespräch mit ihm gesucht. Und dann gab es natürlich die Rettungsfälle. Um die 50 Personen konnte der Schwimmmeister vor dem Ertrinken bewahren. Niemals musste der Notarzt kommen. „Mit den Jahren bekommst du einen Blick dafür. Wenn ich am Beckenrad mit jemand gesprochen habe, waren meine Augen im Weitwinkel immer aufs Wasser gerichtet.“


Das neue „Ons Schwemmbad“ hat er noch mitgenommen


Zur Entwicklung der Besucherzahlen erklärte Ludwig Wiemer: „Das Freizeitverhalten hat sich geändert. Früher hieß es: Schule aus– ab ins Schwimmbad. Heute sind drei Wölkchen schon ein Grund, zu Hause zu bleiben. Herrscht aber ein Super-Wetter, dann haben wir richtig Betrieb.“ Obwohl das frisch sanierte „Ons Schwemmbad“ seine Tore erst am 1. Juni öffnete und aus technischen Gründen 15 Schließtage in dessen Kalender stehen, fanden sich dort bis Mitte September 31.301 Badegäste ein. „Seit der Sanierung des Freibads sieht man auch immer wieder neue Gesichter. Wir hatten in diesem Jahr ein Pärchen aus Bonn, das uns an jedem Wochenende besuchte, nur wegen des neuen Planschbeckens.

Es kamen auch Gäste aus Koblenz, Neuwied, Mülheim-Kärlich.“, berichtete er stolz. „Ist ja auch ein schönes Bad“, schwärmte er und sagte dankbar: „Schön, dass ich das noch erleben durfte.“ Es wäre damit auch ein Zeichen gesetzt, dass es mit dem Bad weitergehe. „Ich gehe mit einem lachenden und weinenden Auge. Der Umgang mit den Menschen wird mir fehlen.“, gestand er. Allen Badegästen, seinen Mitarbeitern und Kollegen sprach „Luddi“ zum Ende des Gesprächs für das schöne Miteinander seine Anerkennung aus und wünschte ihnen für die Zukunft alles Gute. Im Ruhestand wird es ihm wohl mit seiner Familie und seinen Hobbys, wie Karneval und Radfahren, nicht langweilig. Selbstverständlich bleibt er auch „säinem Schwemmbad“ verbunden. Eine Dauerfreikarte zum Abschied bräuchte er nicht:„Ich kenne hier jedes Loch im Zaun“, verrät er spitzbübisch.

Artikel bewerten

rating rating rating rating rating
22.11.2019 15:43 Uhr
Lotte mündnich

Auch von mir alles Liebe und viel Glück und wir sehen uns am Baum 1. Versprochen ist versprochen



21.11.2019 13:27 Uhr
Hans-Josef Willems

Viele grüße aus Thailand vom Willems Hanjo und im nächsten Jahr einen guten Renteneintritt.
Mach et joot



Sie müssen angemeldet sein, um einen Leserbeitrag erstellen zu können.
Weitere Berichte

Evangelische Kirchengemeinde Urmitz-Mülheim

Neues von der Buchmesse

Mülheim-Kärlich. Eintauchen in fremde Welten, den Mörder jagen, neue Länder kennenlernen, sich in andere Menschen hineinversetzen und staunen – all das gelingt mit einem guten Buch. Jedes Jahr werden Tausende von Büchern gedruckt. Fragt sich, welche lesenswert sind oder welche überraschen. mehr...

Insekten müssen geschützt werden - der Natur zu Liebe

Insekten als Freunde

Schenkelberg. Umweltthemen sind zurzeit in aller Munde und einige werden nun denken: „Nicht noch ein Bericht dazu!“ Aber es ist richtig, dass diese Thematik nun konsequent angesprochen und auf alle Bereiche des Lebens bezogen wird. Denn die Menschen spüren immer stärker, dass das krankhafte, anerzogene sowie übertriebene Konsumieren und das damit einhergehende räuberische Ausbeuten und Zerstören der... mehr...

Weitere Berichte

Verbandsgemeinde Selters informiert

Brennholzbestellung

Selters. Aufgrund der derzeitigen Situation in unserer Forstwirtschaft, bietet die Ortsgemeinde in diesem Jahr Fichtenbrennholz in folgenden Varianten an: Brennholz lang an PKW tauglichem Weg sowie Schichtholz 1m grob gespalten an PKW tauglichem Weg. mehr...

Neuer Beirat nimmt Arbeit auf

Sitzung des Beirates für die Belange von Menschen mit Migrationshintergrund Lahnstein

Neuer Beirat nimmt Arbeit auf

Lahnstein. Kürzlich fand die konstituierende Sitzung des Beirates für die Belange von Menschen mit Migrationshintergrund der Stadt Lahnstein statt. Die Mitglieder wurden vom Stadtrat berufen und nun durch den Beigeordneten der Stadt, Jochen Sachsenhauer, zu ihren neuen Aufgaben verpflichtet. mehr...

„Das war Gänsehaut pur!“

Die „Spuren jüdischen Lebens in Bad Ems“ erhalten den Rolf-Josef-Preis

„Das war Gänsehaut pur!“

Berlin. Die Projektgruppe der Klasse 10c „Spuren jüdischen Lebens in Bad Ems“ war zur Verleihung des Rolf-Joseph-Preises eingeladen. Welchen der ersten drei Plätze die Jury der Projektgruppe wohl zugedacht... mehr...

Politik

Verbandsgemeindeverwaltung Selters informiert

Brennholzbestellungen - Terminsache

Selters. Verbindliche Brennholzbestellung für das kommende Jahr müssen bis zum 31. Dezember bei der Verbandsgemeindeverwaltung Selters (online oder postalisch) eingegangen oder bis zu dem oben genannten Termin bei im Rathaus abgegeben sein. mehr...

Diesjährige Haussammlung

Kriegs- gräberfürsorge

Hartenfels. Bei der diesjährigen Haussammlung zugunsten des Volksbundes „Deutsche Kriegsgräberfürsorge“ ist eine Summe von 421,96 Euro zusammen gekommen. Der Ortsbürgermeister weiß alle Spender und die ehrenamtlichen Sammlerinnen und Sammler des Möhnenvereins zu schätzen. mehr...

Verkehrsbehörde VGV

Sperrung K75 Ampel an L304

Selters. Für dringend erforderliche Forstarbeiten muss die K 75 zwischen der Kreuzung L 304 und Weidenhahn in der 51. KW von Montag, 16. Dezember bis Mittwoch, 18. Dezember voll gesperrt werden. mehr...

Sport
Tolle Leistungen der
Neuwieder Judoka

Südwestdeutsche Einzelmeisterschaft im Judo

Tolle Leistungen der Neuwieder Judoka

Maintal. Ende November fand im hessischen Maintal die Südwestdeutsche Einzelmeisterschaft im Judo der Männer und Frauen statt. Für den JC Neuwied starteten drei Neuwieder Judoka. mehr...

Spaß und Bewegung für die ganze Familie

Spvgg 1904/25 Nickenich e.V.

Spaß und Bewegung für die ganze Familie

Nickenich. Spaß und Bewegung für die ganze Familie: Das Eltern-Kind-Turnen der Spvgg 1904/25 Nickenich e.V. erfreut sich großer Beliebtheit und ist momentan voll ausgelastet. Die Gruppe besteht aus 30... mehr...

Auf neuestem Fortbildungsstand

DSV Skilehrer Stefan Puderbach bei Weltcupsieger Skilanglauf Axel Teichmann

Auf neuestem Fortbildungsstand

Oberhof. Gewusst wie - unter diesem Motto fand bei der Landeslehrteam-Schulung der nordischen Landesausbilder aus allen Landesskiverbänden im Deutschen Skiverband in Oberhof am Wochenende ein Technik-Update... mehr...

Wirtschaft
Weitblick, Mut und neue Wege

- Anzeige -Großer Preis des Mittelstandes 2019

Weitblick, Mut und neue Wege

Koblenz. Sie stehen vorbildhaft für die Stärken des Mittelstandes: Hervorragende Unternehmen aus Industrie, Dienstleistung, Handel, Handwerk und Gewerbe würdigt die Oskar-Patzelt-Stiftung jährlich bundesweit... mehr...

Großer Weihnachtsbaumverkauf

- Anzeige -Weihnachten bei Blumen Risse

Großer Weihnachtsbaumverkauf

Region. Es ist wieder soweit! Der Duft von frisch geschlagenen Tannen und anderen Nadelbäumen versetzt uns in vorweihnachtliche Stimmung. In gemütlicher Atmosphäre mit liebevoll drapierter Adventsdekoration... mehr...

Herzlich Willkommen
in der Tagespflege

- Anzeige -AWO Seniorenzentrum Laubach in Koblenz

Herzlich Willkommen in der Tagespflege

Koblenz. Demenzerkrankten Menschen eine hohe Lebensqualität zu bieten und pflegende Angehörige entlasten sind die beiden zentralen Anliegen des neuen Angebotes im AWO Seniorenzentrum Laubach in Koblenz. mehr...

 
Lesen Sie Jetzt:
Umfrage

Stress im Advent - Was sorgt bei ihnen für Vorweihnachtstrubel?

Geschenke kaufen
Wohnung/Haus dekorieren
Weihnachtsmenü planen
Aufstellen und schmücken vom Weihnachtsbaum
Ich habe vorgesorgt und komme gut durch den Jahresendspurt
Einfach nicht aus der Ruhe bringen lassen!
aktuelle Beilagen
 
Kommentare
Uwe Klasen:
Was machen eigentlich die Politikdarsteller und die sogenannten Aktivisten, wenn der aktuelle Klimawandel doch nicht menschengemacht ist? Die Beweislage dahingehend verdichtet sich zusehends!
Antje Schulz:
Wie wäre es, wenn die AfD Rheinland-Pfalz Herrn Bleck mal zu einem Kurs in Organisation, sowie Anstand und Benehmen schickt?
Stefan Knoll :
Angesichts der Tatsache, daß der AfD-Bundestagsabgeordnete Andreas Bleck seine Teilnahme an der Schulveranstaltung noch nicht einmal abgesagt hat, stellen sich folgende Fragen: 1. Hat der AfD-Bundestagsabgeordnete Andreas Bleck ein Organisationsproblem? 2. Hat es der AfD-Abgeordnete Bleck nicht nötig eine Veranstaltung in einer Schule zu besuchen? 3. Hat der AfD-Abgeordnete Bleck keine Lust auf eine Schulveranstaltung wie "70 Jahre Grundgesetz"?
Patrick Baum:
Die AfD Rheinland-Pfalz blamiert sich nahezu täglich aufs Neue. Daß der AfD-Bundestagsabgeordnete Andreas Bleck aus Altenkirchen die Veranstaltung in der Schule noch nicht einmal abgesagt hat, ist ein No-Go. Und dieser Herr Bleck wollte einmal Lehrer werden. Nach fast 20 Semestern Lehramtsstudium hat Herr Bleck die Universität ohne Abschluß verlassen. Zudem hätte Blecks Mitarbeiter Jan Strohe aus Nordhofen bei Selters die Veranstaltung absagen können. Strohe ist Kreisvorsitzender der AfD Westerwald und hat enge Kontakte zum extrem rechten Justin Cedric Salka aus Hachenburg.
Uwe Klasen:
Wenn Physik auf Wunschdenken trifft, gewinnt die Realität. So haben die Stromnetzbetreiber aus Deutschland, Österreich, Tschechien und der Schweiz bekannt gegeben, dass sie ab 2021 den Ladestrom an privaten Ladestationen beschränken (möchten), damit es zu Spitzenzeiten nicht zur Überlastung der Verteilernetze kommt.
Service
LESETIPPS
GelesenEmpfohlen
Anzeige Online bestellen

Geben Sie Ihre Anzeige in wenigen Schritten einfach selbst auf - Rund um die Uhr auf unserer Online-Anzeigenaufgabe! Wählen Sie hier einfach die passende Rubrik aus.