Allgemeine Berichte | 09.04.2020, 14:13 Uhr

Förderung der Pflegeselbsthilfe aus Landesmitteln wird verlängert

Online-Gesprächsforen zur Pflege gehen an den Start

Stefan János Wágner hat ein offenes Ohr für die Anliegen von Menschen, die durch Pflegethemen belastet sind. Quelle: Der Paritätische NRW
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Bonn/Troisdorf. In dieser Woche tritt eine neue Programmlinie des Landesförderplans Alter und Pflege in Kraft. Die beiden Kontaktbüros Pflegeselbsthilfe beim Paritätischen Wohlfahrtsverband erhielten am Dienstag Post vom Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales NRW mit der freudigen Botschaft, dass die Landesförderung über den bislang befristeten Termin Ende Mai für weitere drei Jahre gefördert wird.

„Die bestehenden Strukturen bleiben erhalten“, freut sich der Geschäftsführer der Kreisgruppe Rhein-Sieg-Kreis, Reiner Mathes. Im links- und rechtsrheinischen Kreisgebiet gibt es derzeit 13 geförderte Angehörigengruppen. In Bonn sind es aktuell 11.

„Jede Gruppe wird mit 600 Euro im Jahr gefördert. Die Gelder werden über unsere Kontaktbüros ausgezahlt“, teilt Susanne Seichter, die Geschäftsführerin der Bonner Kreisgruppe, mit. Neu ist, dass im neuen Förderzeitraum zusätzlich 300 Euro für die Anleitung einer Gruppe zur Verfügung gestellt werden. Auch wird die Mindestanzahl von bislang sechs auf nun fünf Gruppenmitglieder herabgesenkt.

Die Einleitung der aktuellen Programmlinie liest sich wie eine Präambel: „Sich mit anderen Menschen austauschen zu können, sich informieren, Rat einholen oder zur eigenen Situation Vergleiche und Selbstvergewisserung erhalten zu können, ist ein Grundbedürfnis für die meisten Menschen. Selbsthilfegruppen und Selbsthilfeorganisationen bieten solche Möglichkeiten und gehören deshalb seit langem zur Kultur unserer Gesellschaft.“

Der aktuelle Landesförderplan Alter und Pflege ist deutlich verschlankt und neu strukturiert: mit einer Beschränkung auf wenige Ziele und weniger Vorgaben verfolgt der Landesförderplan das Anliegen, dass die Mittel möglichst direkt bei den Betroffenen ankommen.

Auch digitale Technik als Unterstützung kann, so die Botschaft aus Düsseldorf, implementiert werden.

„Wir starten vor Ostern mit einem Online-Chat für alle, die sich zu Pflegethemen austauschen wollen und organisieren Telefonketten“, erläutert Stefan János Wágner, der zuständige Ansprechpartner der Pflegeselbsthilfe in der Region. Menschen, die an ihr Zuhause gebunden sind, können so miteinander in Kontakt treten und sich über ihre belastende Situation austauschen. Die Pflegeselbsthilfe sieht hier eine Mittlerfunktion. Der Name „Kontaktbüro“ ist gerechtfertigt. Termine für die Online-Chats werden auf der Internetseite der Pflegeselbsthilfe bekannt gemacht.

Die Zielgruppe des Handels der Kontaktbüros Pflegeselbsthilfe ist denkbar groß, wie die neue Programmlinie beschreibt: „Menschen, die von Pflegebedürftigkeit betroffen sind, die selbst pflegen oder andere hierbei unterstützen, sehen sich in der Regel täglich vielen schwierigen Situationen ausgesetzt, sei es konkret in der Beziehung von Mensch zu Mensch, sei es bei der Notwendigkeit, sich in einem von komplizierter und komplexer Rechtsmaterie geprägten Themenfeld mit sehr vielen unterschiedlichen Akteuren zurechtfinden zu müssen. Diese Menschen benötigen erst recht die Chance, Selbsthilfepotential in Anspruch nehmen zu können.“

Die Internetplattform der Pflegeselbsthilfe bietet Informationen zu vielen Themen rund um Pflegeberatung und Unterstützung im Alltag.

Aufgelistet werden sämtliche Gruppenangebote. „Jetzt ist der Zeitpunkt, auch neue Zusammenschlüsse anzumelden, um als Pflegeselbsthilfegruppe gefördert zu werden“, rät Wágner. Noch vor Ostern versendet der Paritätische die Antragsunterlagen für den neuen Förderzeitraum ans Ministerium.

Auch private Zusammenschlüsse können sich bei Wágner melden. Zum Beispiel Angehörige, die sich durch ein Altenheim oder eine Tagespflege kennengelernt haben und regelmäßig austauschen.

„Den Kaffee und die Waffel oder das Eis zahlen dann wir“, verkündet Wágner mit einem Schmunzeln.

Kontaktbüros Pflegeselbsthilfe - Erreichbarkeit: Tel. (02 28) 94 93 33 44, Tel. (0 22 41) 4 93 93 01 und www.pflegeselbsthilfe-bonn.de.

Stefan János Wágner hat ein offenes Ohr für die Anliegen von Menschen, die durch Pflegethemen belastet sind. Quelle: Der Paritätische NRW

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