Allgemeine Berichte | 01.06.2022

Vorlesewettbewerb Landesentscheid NRW

Rheinbach war ein großartiger Gastgeber

Den Teilnehmerinnen und Teilnehmern des NRW-Entscheids gefiel es in Rheinbach. Foto: felixviola.de

Rheinbach. Der Oberhausener Realschüler Sam Hasnik wurde auf der liebevoll hergerichteten Bühne des Glasmuseums zum besten Vorleser Nordrhein-Westfalens gekürt. Die jungen Lesetalente und ihre Familien fühlten sich im Bürger- und Kulturzentrum Himmeroder Hof sichtlich wohl. Mehrere tausend Kinder und Lesefans konnten den Wettbewerb im Internet per Live-Stream bei muxx.TV verfolgen.

Die 18 besten Vorleserinnen und Vorleser unseres Bundeslandes trafen sich in der Voreifelstadt, um den Landessieger im 63. Bundesweiten Vorlesewettbewerbs zu ermitteln. Anke Naefe von der Regionalstelle NRW des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, der den Wettbewerb schon seit 1959 ausrichtet, stellte in ihrer Ansprache an die Kinder fest: „Ihr seid heute hier im Mittelpunkt!“ und bestärkte sie: „Lest viel und lest vielfältig und bildet euch eure eigene Meinung.“ Christoph Ahrweiler und Lisa Höcker vom Leitungsteam der Buchhandlung Kayser als lokaler Hauptveranstalter freuten sich, „dass wir endlich wieder analog sind.“ Die 18 für den NRW-Entscheid qualifizierten Kinder hatten nämlich zwei ausschließlich digital durchgeführte Wettbewerbsrunden hinter sich. Nun konnten sie wieder vor richtigem Publikum lesen: den mitgereisten Angehörigen und Rheinbacher Schulkindern.

Schauspielerin Andrea Schyboll vom Rheinbacher Theaterverein Rampenwutz hatte die aufgeregten Teilnehmer*innen nach der Mikroprobe mit einem Warm-up für Stimme, Stimmung und Körper aufgelockert. Als der souveräne und empathische Moderator Thomas Spitz die erste Teilnehmerin, Annabella aus Duisburg, mit warmem Bariton ans Mikro bat, herrschte nur noch pure Vorfreude im Ratssaal. Es fällt schwer, einzelne Kinder oder Beiträge aus den nachfolgenden zwei Stunden hervorzuheben. Das Niveau der Gestaltung war jedenfalls extrem hoch und die Vielfalt der ausgewählten Bücher und Textstellen verblüffend.

„Das Finden und Einüben einer Vorlesestelle liegt irgendwo zwischen Sprechtheater, Musik und Sprecherziehung“. Durch wiederholtes Üben komme das Lesestück zur Vollendung, wie man es auch bei Musikstücken kenne. „Vorlesen ist eine eigene Kunstform“ und böte vielfältige Chancen „im Sinne eine breiten Bildung“, begründete SGR-Schulleiter Stefan Schwarzer die intensiv gepflegte und im schulinternen Curriculum verankerte Teilnahme des Städtischen Gymnasiums am Vorlesewettbewerb. Alle Schülerinnen und Schüler dürften und müssten sich im 6. Schuljahr mit dieser Arbeit auseinandersetzen.

In solchen und weiteren Gesprächen am Interviewtisch bei Christel Engeland (Buchhandlung Kayser) und Gerd Engel (Rheinbach Liest) im Vor- und Pausenprogramms des Wettbewerbs ging es immer wieder um die besondere Leidenschaft für Vorlesekultur und Leseförderung in der Glasstadt.

Während sich freudig aufgeregte Teilnehmerinnen und Teilnehmer wie Greta aus Münster, Friederike aus Herford oder Ben aus Siegen auf die kleinen herzhaften und süßen Häppchen des Buffets stürzten und den Innenhof mit lebhaftem Treiben füllten, plauderte das Duo auch mit den Mitgliedern der Jury, die aus Nachwuchsschauspieler Julius Busch, Mitglied im Nachwuchsensemble des JTB, der Bonner Autorin Gitta Edelmann, Buchhändlerin Jasmin in’t Veld, Romanistikdozent Dr. Roland Ißler und der Schauspielerin Vanessa Topf bestand sowie mit Kindern und Jugendlichen aus dem „Vorleseteam Rheinbach“, einer glücklichen Museumsdirektorin Dr. Ruth Fabritius und einem stolzen Ersten Beigeordneten Dr. Raphael Knauber.

Der sogenannte „Fremdtext“, das geheime 19. Buch („Grimmskrams - Ein Klonk um Mitternacht“), wurde nach der Mittagspause von Maja, Silas, Victoria und Fiona aus dem Jungen Vorleseteam Rheinbach „angelesen“. Dann übernahm jedes der 18 Kinder einen Abschnitt und konnte zeigen, wie gut es eine Textstelle gestaltend liest – auch ohne Vorbereitung. Die Beratungszeit der Jury wurde mit eigenen Liedern des Kölner Singer-Songwriters Basti Smolka sowie der feierlichen Urkundenüberreichung stimmungsvoll überbrückt. „Ihr seid die 18 Besten von weit über 100.000 teilnehmenden Kindern aus NRW“, erinnerte Thomas Spitz die jungen Vorlesekünstler. Dann verkündete Anke Naefe das Votum der Jury: Der neue NRW-Sieger heißt Sam Hasnik von der Friedrich-Ebert-Realschule in Oberhausen. Sam wird unser Bundesland am 21. Juni beim Deutschlandfinale in Berlin vertreten.

Die gute Organisation in Rheinbach, die ansprechende Bühne samt professionellem Licht & Ton und die erstmalige Bereitstellung eines Live-Streams durch muxx.TV wurden allseits sehr gelobt. Möglich wurde all dies durch die zusätzliche finanzielle, materielle und persönliche Unterstützung von Rheinbach liest e.V., der Buchhandlung Kayser, der Öffentlichen Bücherei St. Martin und der Stadt Rheinbach sowie des Gewerbevereins, des Vereins „Abenteuer Pur“, der Raiffeisenbank Voreifel, der Rheinbacher WFEG, des Lions-Club Bonn-Rhenobacum, des Rotary-Clubs Bonn-Rheinbach sowie vieler unentgeltlich arbeitender Menschen.

„Wir in Rheinbach konnten unsere Vision eines Vorlesewettbewerbs als ein attraktives Kinderlesen-für-Kinder-Format und unsere Begeisterung für eine ideenreiche und engagierte Vorlesekultur landesweit transportieren. Darauf dürfen wir immer stolz sein“ befanden die Organisatoren unisono, zumal muxx.TV eine gegenüber dem Live-Stream technisch noch verbesserte Aufzeichnung zur Verfügung gestellt hat. Diese findet man im Netz, u.a. auf youtube unter „NRW Landesentscheid Rheinbach“.

Fiona aus dem jungen Vorleseteam-Rheinbach las mit Silas, Maja und Victoria den Fremdtext an. Foto: Judith Mengel Fotografie

Fiona aus dem jungen Vorleseteam-Rheinbach las mit Silas, Maja und Victoria den Fremdtext an. Foto: Judith Mengel Fotografie

Den Teilnehmerinnen und Teilnehmern des NRW-Entscheids gefiel es in Rheinbach. Foto: felixviola.de

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