Ehemaliges Kernkraftwerk Mülheim-Kärlich
Rückbau schreitet mit sicherem Abbau des Reaktordruckbehälters voran
Ehemaliges Herzstück der Anlage: 5 m Durchmesser, 13 m hoch, 700 Tonnen Gewicht - Beauftragte Partnerfirmen verfügen über umfangreiche Erfahrungen
Mülheim-Kärlich. Konsequenter Fortschritt beim, seit 2004 laufenden, Rückbau des ehemaligen Kernkraftwerks Mülheim-Kärlich: Nachdem im Dezember letzten Jahres der Abbau der beiden Dampferzeuger erfolgreich abgeschlossen wurde, hat RWE jetzt mit dem Abbau des Reaktordruckbehälters (RDB) begonnen. Vorausgegangen war die Erteilung der notwendigen atomrechtlichen Genehmigung durch das rheinlandpfälzische Umweltministerium als der zuständigen Atomaufsicht. „Wir freuen uns, dass wir jetzt die behördliche Zustimmung zum Beginn dieser wichtigen Rückbaumaßnahme erhalten haben. Damit ist ein weiterer wichtiger Meilenstein auf dem Weg zum kompletten Rückbau der Anlage Mülheim-Kärlich erreicht“ sagt Dr. Thomas Volmar, Leiter der Rückbauanlage.
Der RDB ist das ehemalige Herzstück der Anlage. Während des Leistungsbetriebs befanden sich im RDB der wärmeerzeugende Reaktorkern mit den Brennelementen. Mit rund fünf Meter Durchmesser, 13 Meter Höhe und rund 700 Tonnen Gewicht handelt es sich um das größte Bauteil im Reaktorkreislauf. Der RDB besteht aus dem eigentlichen Behälter, dem Deckel und den sogenannten Reaktoreinbauten. Er ist von einem rund zwei Meter dicken Stahlbetonzylinder, der als Strahlungsabschirmung diente, umgeben und befindet sich innerhalb des Kontrollbereichs. Da es sich bei dem Abbau um ein komplexes Vorhaben handelt, ist die Gesamtmaßnahme in mehrere Demontagepakete aufgeteilt. Insgesamt sind für den kompletten Abbau rund drei Jahre vorgesehen. Mit der Durchführung der Arbeiten hat RWE Nuclear ein Konsortium aus EWN (Entsorgungswerk für Nuklearanlagen GmbH) aus Greifswald und Orano GmbH aus Nürnberg sowie weiteren Partnern beauftragt, die bereits über umfangreiche Erfahrung in der Reaktorzerlegung verfügen.
In einem ersten Schritt werden die meterdicken Betonriegel über dem Behälter abgehoben, zerlegt und gereinigt. Anschließend erfolgt dieselbe Prozedur mit dem Reaktordeckel. Die spätere Zerlegung des RDB und seiner Einbauten erfolgt durch geschulte Fachkräfte vor Ort fernhantiert und unter Wasser. Komponenten, die nicht der behördlichen Freigabe zugeführt werden, sind als schwach und mittelradioaktiven Rückbauabfällen für eine spätere Endlagerung fachgerecht zu verpacken und dem Bund zu übergeben. Wie bei kerntechnischen Anlagen üblich, werden die Tätigkeiten durch die Aufsichtsbehörde und ihre Gutachter eng begleitet.
Pressemitteilung der
RWE Nuclear GmbH
Weiterer Betonriegel am Haken.
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