Allgemeine Berichte | 24.06.2021

-Anzeige- Fünf Tipps gegen unseriöse Kammerjäger

Schädlingsbekämpfer ärgern sich über Betrüger

Roman Förster und Michael Kappl. Foto: ROB

Sinzig. Der Hochsommer steht vor der Tür und die Wespensaison bricht an. Lassen sich die Tiere in einem Nest an einer Hauswand oder an Fensterrollladen nieder, ist der Ärger für die Bewohner von Haus und Wohnung hoch. Eine schnelle Lösung verspricht da der Schädlingsbekämpfer, der die Nester behutsam umsetzt. Kostenpunkt für diesen Service: Etwa 600 Euro. Das stand zumindest auf der Rechnung, die ein von Wespen geplagter Hausbesitzer aus Bad Neuenahr-Ahrweiler kürzlich von einer Schädlingsbekämpfungsfirma überreicht bekam und sofort bezahlen sollte.

„Das sind utopische Preise“, sagen Roman Förster , Geschäftsführer, und Michael Kappl, Geschäftsleiter der Schädlingsbekämpfungsfirma NoBaxx aus Sinzig. „Die Kosten für eine Entfernung eines Wespennestes betragen rund 150 Euro“, erläutert Förster. Der Mann aus Bad Neuenahr-Ahrweiler war somit auf einen Betrüger reingefallen. Das Problem: Der falsche Kammerjäger gab sich als Mitarbeiter der Sinziger Firma aus. „Das ist natürlich sehr dreist“, fügt Michael Kappl hinzu. Ein kein Fachmann sei das auch nicht gewesen, fügt Förster hinzu. Das bezeugen die Schäden am Haus, die der vermeintliche Schädlingsbekämpfer rund um das Wespenest hinterließ. Auch dem Geschädigten selbst, also dem wespengeplagten Hausbesitzer, kam die Angelegenheit etwas komisch vor. Denn statt einer schriftlichen Rechnung gab es die Aufforderung den Service bar zu bezahlen. „Das ist völlig unüblich“, sagen Förster und Kappl. Insgesamt dreimal wurden Einwohner aus dem Kreis Ahrweiler bisher von vermeintlichen NoBaxx-Mitarbeitern über´s Ohr gehauen.

Michael Kappl erklärt, wie so etwas passieren kann: Oft suchen die Ungeziefergeplagten bei einer Suchmaschine im Internet nach einem Kammerjäger in der Nähe. Einmal falsch geklickt, gelangt man auf Seiten, die eine Kontakt-Handynummer eines Ungezieferbekämpfers ausspuckt. Wird diese Nummer angewählt, passiert erst einmal nichts. Anschließend folgt der Rückruf mit unterdrückter Nummer. „Das ist ebenfalls nicht üblich “, sagen Förster und Kappl. Nach der Terminvereinbarung kommt der Kammerjäger schließlich vorbei, verrichtet sein Werk und kassiert kräftig ab.

Fünf Tipps gegen Ärger

Sowohl für Ungeziefergeplagte als auch seriöse Firmen sind die falschen Kammerjäger ein Dorn im Auge: Den Menschen wird nicht vernünftig geholfen und das Image der kompletten Branche leidet. Förster und Kappl geben deshalb fünf Tipps wie betrügerische Ungezieferbekämpfer erkannt werden können.

1. Auf Logos achten: Hat der Mitarbeiter ein Firmenlogo auf dem Auto oder auf der Arbeitskleidung?

2. Bei seriösen Schädlingsbekämpfern gibt es nach getaner Arbeit eine Rechnung. Barzahlung ist nicht üblich. Wenn die Preise bereits gefühlt zu hoch angesetzt sind, ist Skepsis angebracht.

3. Eine Handynummer als geschäftliche Kontaktmöglichkeit ist nicht seriös, der anschließende Rückruf mit unterdrückter Nummer ebenfalls nicht. Seriöse Unternehmen geben eine ganz herkömmliche Festnetznummer als Kontaktmöglichkeit an.

4. Ein ausgebildeter Schädlingsbekämpfer hat immer sein Ausbildungszeugnis dabei. Das muss nämlich immer dann vorgezeigt werden, wenn in einem Betrieb gearbeitet wird, in dem Lebensmittel verarbeitet werden.

5. Oft arbeiten falsche Kammerjäger unprofessionell. Bei der Entfernung von Wespennestern wird oft die gesamte Umgebung in Mitleidenschaft gezogen. Bei Verdacht der unsachgemäßen Ausführung lohnt sich die Rücksprache mit der Schädlingsbekämpfungsfirma - falls es eine gibt.

ROB

Roman Förster und Michael Kappl. Foto: ROB

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