Allgemeine Berichte | 28.06.2019

Informationsveranstaltung zum Hochwasserschutz in Lahnstein

Technische Lösung wirtschaftlich nicht realisierbar

Stadtverwaltung reagierte auf Kritik betroffener Bürger

Lahnstein. Es ist nachvollziehbar, dass für viele zunächst unverständlich war, warum ein technischer Hochwasserschutz in Lahnstein letztlich nicht realisiert werden konnte. Schließlich hatten Bürger, Politik und Verwaltung jahrelang auf dessen Realisierung hingearbeitet. Aus diesem Grund hatte Oberbürgermeister Peter Labonte bei der Hochwasserkonferenz, die am 14. März Auftaktveranstaltung zum Pilotprojekt eines Hochwasservorsorgekonzepts war, auf kritische Äußerungen betroffener Bürger gerne eine gesonderte Informationsveranstaltung mit Fachleuten der Wasserwirtschaft zu diesem Thema, auch zur Machbarkeit einer aus den Reihen der Bürgerschaft vorgeschlagenen „kleinen Lösung“, zugesagt.

Zu dieser Veranstaltung in den Räumlichkeiten der Feuerwache Nord konnte die Beigeordnete Beatrice Schnapke-Schmidt interessierte Bürgerinnen und Bürger begrüßen. Vonseiten der Stadtverwaltung Lahnstein wies der zuständige Fachbereichsleiter Gordon Gniewosz in seinen einführenden Worten darauf hin, dass diese Veranstaltung nicht Teil, sondern Begleitprogramm des aktuellen Pilotprojekts sein sollte und konnte. Die Entscheidung über den technischen Hochwasserschutz sei bereits vor über zwei Jahren gefallen. Im aktuellen Projekt gehe es darum, darüber zu informieren, wie in der Zukunft die Menschen in den betroffenen Stadtteilen von Lahnstein sachgerecht und wirksam im Hinblick auf künftige Hochwasser- und Starkregenereignisse unterstützt werden können.

In seinem mit umfangreichem Zahlenmaterial unterfütterten ausführlichen Sachvortrag konnte Christian Ehses von der Struktur- und Genehmigungsdirektion Nord (SGD Nord) Missverständnisse über die Pegelstände ausräumen, die Grundlagen für die stattgefundenen Untersuchungen und Berechnungen und die letztlich ablehnende Entscheidung waren. Die dort gegenüber den Pegelständen des Pegels Koblenz, der allein auf den Rhein bezogen ist, höheren HQ-Werte resultieren aus Modellrechnungen, die die Wechselwirkung der Wasserstände von Lahn, Rhein und Mosel einbeziehen. Dabei konnte nachvollziehbar klargestellt werden, dass keineswegs zum Nachteil der Stadt Lahnstein gerechnet wurde.

Die fehlende Wirtschaftlichkeit des technischen Hochwasserschutzes in der Rhein-Lahn-Stadt konnte erst durch aufwendige geologische Untersuchungen festgestellt werden. Hierbei hat sich herausgestellt, dass der Untergrund in Niederlahnstein bis weit ins Ortszentrum extrem wasserdurchlässig ist und es an gänzlich unerwarteten Stellen im gesamten Stadtgebiet zu Wasseraustritten kommen kann. Eine Abdichtung müsste sehr tief bis zur ersten nicht wasserdurchlässigen Schicht gehen. Daneben wären Pumpwerke und weitere technische Anlagen nötig, die regelmäßigen Wartungs- und Erneuerungsbedarf haben. Diese bestimmen die Kosten eines technischen Hochwasserschutzes, während die Länge und Höhe der oberirdischen Schutzwand nicht erheblich ins Gewicht fallen.

Diese Zusammenhänge waren zum Zeitpunkt der damaligen Entscheidung, wie selbstkritisch eingeräumt wurde, möglicherweise nicht hinreichend kommuniziert worden. Dies war bei der aktuellen Veranstaltung anders. Die interessierten und betroffenen Bürger konnten die gefällte Entscheidung jetzt nachvollziehen, erwarten aber mit Recht hilfreiche Ergebnisse des aktuellen stattfindenden Pilotprojekts „Örtliches Hochwasserschutzkonzept für die Stadt Lahnstein“. Pressemitteilung

der Stadt Lahnstein

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